Domänenkanzlei betr. Wertheimer Schulsachen (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Wertheim, F-Rep. 25
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Freudenbergisches Archiv >> Jüngere Zentralverwaltung >> Domänenkanzlei
1752-1913
Inhalt und Bewertung
Über die Schulpatronate behielten die Standesherren nach der Mediatisierung Rechte bei der Besetzung von Lehrerstellen und Pflichten bei der Baulast der Schulen. Aus diesen beiden Kompetenzen entstand das im Bestand versammelte Schriftgut der Domänenkanzlei. Die Akten sind in der Regel nach der Lehrerstelle bzw. dem Dienstort formiert. Sie enthalten auch Material zu Streitigkeiten mit Baden und Bayern wegen des Vorschlagsrechts bei der Besetzung von Stellen sowie Vorakten aus der Zeit vor der Mediatisierung.
Vorbemerkung: Über die Schulpatronate behielten die Standesherren nach der Mediatisierung Rechte bei der Besetzung von Lehrerstellen und Pflichten bei der Baulast der Schulen. Aus diesen beiden Kompetenzen entstand das hier vorliegende Schriftgut der freudenbergischen Domänenkanzlei. Dabei war insbesondere das Präsentationsrecht in manchen Fällen umstritten und führte zu Auseinandersetzungen mit den übergeordneten Behörden in Baden und Bayern. Oberster Gesichtspunkt bei der Formierung dieser Akten war die Lehrerstelle bzw. der Dienstort. Starb ein Lehrer, folgten die Bewerbungen auf die Stelle und das Auswahlverfahren zwischen Domänenkanzleien, Fürsten und übergeordneter Behörde, das mit dem Rezeptionsdekret für den erfolgreichen Kandidaten abgeschlossen wurde. Die Bewerbungsunterlagen enthalten mit Zeugnissen und Ausbildungsgängen Material zur Sozialgeschichte des Lehrerstandes. Im Vergleich zum Alten Reich fand hier in der Grafschaft Wertheim eine bemerkenswerte Professionalisierung statt: auch Dorfschullehrerstellen, vor 1806 gerne vom Vater auf den Sohn vererbt, wurden jetzt ausschließlich mit ausgebildeten, häufig von auswärts stammenden Kräften besetzt. Neben den Unterlagen zur Stellenbesetzung finden sich auch solche zur Dotierung der Stellen sowie Eingaben der Witwen auf Gewährung von Gnadengeldern. In einzelnen Fällen sind Verfehlungen der Lehrer registriert wie der Ehebruch des Lehrers Och und die politische Betätigung des Wenkheimers Knauer. Die Akten bekommen damit den Charakter von Personalakten. Im Rahmen der Bearbeitung unverzeichneter Bestände aus dem freudenbergischen Archiv wurde 2001 von Robert Meier eine Provenienzbereinigung im Altbestand Rep. 25 vorgenommen. Der hier vorliegende Bestand enthält die Akten der Provenienz Domänenkanzlei; weitere Schulsachen befinden sich in Rep. 24 (bis 1806) und Rep. 25 A (Schulkommission 1783-1810). Über die Aufteilung der Akten informiert die Konkordanz am Ende des Findbuchs. Die wie üblich bei Unterlagen der Domänenkanzlei häufigen Vorakten sind im Feld "Vorprovenienzen" angegeben - als solche erscheinen neben der Vorgängerbehörde Regierung auch die gräflichen Kabinette und die Schulkommission. Die im Altrepertorium vorhandenen Titelaufnahmen wurden digitalisiert und ggflls. modernisiert, manche Nummern auch neu aufgenommen. Der Enthält-Vermerk verzeichnet einzelne Lehrer, um den Zugriff auf Personen zu ermöglichen. Der Bestand wurde neu signiert. Der Bestand umfasst 0, 85 lfd. Meter in 46 Einheiten. Bronnbach, im September 2001 Robert Meier
Über die Schulpatronate behielten die Standesherren nach der Mediatisierung Rechte bei der Besetzung von Lehrerstellen und Pflichten bei der Baulast der Schulen. Aus diesen beiden Kompetenzen entstand das im Bestand versammelte Schriftgut der Domänenkanzlei. Die Akten sind in der Regel nach der Lehrerstelle bzw. dem Dienstort formiert. Sie enthalten auch Material zu Streitigkeiten mit Baden und Bayern wegen des Vorschlagsrechts bei der Besetzung von Stellen sowie Vorakten aus der Zeit vor der Mediatisierung.
Vorbemerkung: Über die Schulpatronate behielten die Standesherren nach der Mediatisierung Rechte bei der Besetzung von Lehrerstellen und Pflichten bei der Baulast der Schulen. Aus diesen beiden Kompetenzen entstand das hier vorliegende Schriftgut der freudenbergischen Domänenkanzlei. Dabei war insbesondere das Präsentationsrecht in manchen Fällen umstritten und führte zu Auseinandersetzungen mit den übergeordneten Behörden in Baden und Bayern. Oberster Gesichtspunkt bei der Formierung dieser Akten war die Lehrerstelle bzw. der Dienstort. Starb ein Lehrer, folgten die Bewerbungen auf die Stelle und das Auswahlverfahren zwischen Domänenkanzleien, Fürsten und übergeordneter Behörde, das mit dem Rezeptionsdekret für den erfolgreichen Kandidaten abgeschlossen wurde. Die Bewerbungsunterlagen enthalten mit Zeugnissen und Ausbildungsgängen Material zur Sozialgeschichte des Lehrerstandes. Im Vergleich zum Alten Reich fand hier in der Grafschaft Wertheim eine bemerkenswerte Professionalisierung statt: auch Dorfschullehrerstellen, vor 1806 gerne vom Vater auf den Sohn vererbt, wurden jetzt ausschließlich mit ausgebildeten, häufig von auswärts stammenden Kräften besetzt. Neben den Unterlagen zur Stellenbesetzung finden sich auch solche zur Dotierung der Stellen sowie Eingaben der Witwen auf Gewährung von Gnadengeldern. In einzelnen Fällen sind Verfehlungen der Lehrer registriert wie der Ehebruch des Lehrers Och und die politische Betätigung des Wenkheimers Knauer. Die Akten bekommen damit den Charakter von Personalakten. Im Rahmen der Bearbeitung unverzeichneter Bestände aus dem freudenbergischen Archiv wurde 2001 von Robert Meier eine Provenienzbereinigung im Altbestand Rep. 25 vorgenommen. Der hier vorliegende Bestand enthält die Akten der Provenienz Domänenkanzlei; weitere Schulsachen befinden sich in Rep. 24 (bis 1806) und Rep. 25 A (Schulkommission 1783-1810). Über die Aufteilung der Akten informiert die Konkordanz am Ende des Findbuchs. Die wie üblich bei Unterlagen der Domänenkanzlei häufigen Vorakten sind im Feld "Vorprovenienzen" angegeben - als solche erscheinen neben der Vorgängerbehörde Regierung auch die gräflichen Kabinette und die Schulkommission. Die im Altrepertorium vorhandenen Titelaufnahmen wurden digitalisiert und ggflls. modernisiert, manche Nummern auch neu aufgenommen. Der Enthält-Vermerk verzeichnet einzelne Lehrer, um den Zugriff auf Personen zu ermöglichen. Der Bestand wurde neu signiert. Der Bestand umfasst 0, 85 lfd. Meter in 46 Einheiten. Bronnbach, im September 2001 Robert Meier
0,9 lfd. m in 46 Einheiten
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ