Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Hermann Volkwein, Hofbaumeister (1856-1913) (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 13
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Deposita (ohne FAS - Dep. 39) >> Stadtarchiv Sigmaringen >> Nachlässe
Überlieferungsgeschichte
Bemerkungen zur Person
Hermann Volkwein, am 11. Oktober 1856 in Sigmaringen geboren, erlernte nach dem Besuch der Volksschule und des Königlichen Gymnasiums Sigmaringen bei seinem Vater, dem Hofzimmermeiser Friedrich Volkwein, zunächst das Zimmerhandwerk. Nach Weiterbildung 1870-1873 auf der Königlichen Handwerker- und Fortbildungsschule Sigmaringen und Privatunterricht in Mathematik und Geometrie bei Gymnasialprofessor Sauerland besuchte Volkwein von 1875-1877 die Königliche Baugewerkeschule in Stuttgart und qualifizierte sich dort zum Bautechniker. Die folgenden zwei Jahre war Volkwein beim Königlich Württembergischen Eisenbahnamt unter Baurat Eulenstein tätig. Von 1878-1889 bekleidete er bei der Königlich Preußischen Regierung in Sigmaringen unter Baurat Laur die Stelle eines Baugehilfen. Danach trat Volkwein in die Fürstlich Hohenzollerische Bauverwaltung ein. Zunächst versah er in Vertretung die Stelle des Bauinspektors beim Fürstlichen Rentamt Stecken in Böhmen. 1892 bewarb sich Volkwein sodann mit Erfolg um die vakant gewordene Stelle des Hofbauassistenten bei der Fürstlich Hohenzollerischen Bauverwaltung in Sigmaringen. 1899 avancierte er zum Hofbaumeister und damit zum Leiter des Hofbauamtes, das für alle zur Fürstlich Hohenzollerischen Hofverwaltung gehörigen Gebäude in Sigmaringen, Krauchenwies, Inzigkofen, Fürtsenhöhe und der Weinburg (Schweiz) zuständig war. In dieser Funktion hatte Volkwein vor allem Bauaufnahmen zu erstellen und Kontrollen der Bauarbeiten und der Baurechnung durchzuführen. Hermann Volkwein, der 1902 zum Fürstlich Hohenzollerischen Bauinspektor ernannt worden war, war Junggeselle und bewohnte mit seiner gleichfalls unverheirateten Schwester Stephanie sein elterliches Haus Josefinenstraße 11 in Sigmaringen. Er verstarb dort am 22. Dezember 1913. In Fürstlichen Diensten hat sich Hermann Volkwein unter Baurat de Pay und später unter Prof. Immanuel von Seidl aus München vor allem beim Wiederaufbau des 1893 durch Brand zerstörten Ostteils des Sigmaringer Schlosses verdient gemacht. Von seinen sonstigen Arbeiten seien hier in Auswahl die folgenden erwähnt:
- Pläne und Ausführung zum Wiederaufbau des Gasthofs zum Ochsen in der Josefinenstraße
- Plan und Ausführung zu einer größeren Sommerhalle im Wirtschaftsgarten des Brauereibesitzers J. Maag in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung zum Erweiterunsbau des Gasthofs Löwen in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung zum Erweiterungsbau des Josefinenstifts in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung des Wachterschen Wohnhauses [Karlstraße 35] in Sigmaringen
- Pläne und Kostenvoranschlag zu einem Wohnhaus für Dr. med. Volkwein [Fürst-Wilhelm-Straße] in Sigmaringen
- Pläne und Kostenvoranschlag zu einer Turnhalle für das Königliche Gymnasium in Hedingen [zu Sigmaringen]
- Pläne, Details, Kostenvoranschläge, Ausführung und Abrechnung zu einer neuen städtischen Schlachthausanlage in Sigmaringen
- Pläne und Details zum Um- und Erweiterungsbau des Rathauses zu Hechingen.
Die Personalakten des ehemaligen Fürstlich Hohenzollerischen Bauinspektors Volkwein werden im Bestand Fürstlich Hohenzollerische Hofverwaltung dse Depositums Fürstlich Hohenzollerisches Haus- und Domänenarchiv verwahrt. Für die Erforschung der Tätigkeit Volkweins sind außerdem die ebenda unter der Rubrik 3 abgelegten Bauakten u.a. von der Hedinger Kirche und dem Wiederaufbau des Sigmaringer Schlosses heranzuziehen.
Inhalt und Bewertung
Ordnung und Verzeichnung des Bestandes
Im August 1985 erhielt das Staatsarchiv Sigmaringen von Konrektor a. D. Georg Gauggel, Sigmaringen, den Hinweis, dass Frau Antoinette Gittinger M.A., wohnhaft in München, beabsichtigte, die in ihrem Besitz befindlichen Unterlagen ihres Großonkels Hermann Volkwein dem Staatsarchiv Sigmaringen zur Verwaltung zu übergeben. Nach Kontaktaufnahme wurde Frau Gittinger am 22. August vom Unterzeichneten in einem Gespräch über die Möglichkeiten und Bedingungen der Verwahrung und der Benutzung des Nachlasses im Staatsarchiv Sigmaringen informiert. Frau Gittinger entschloss sich daraufhin, die Unterlagen ihres Großonkels unter Eigentumsvorbehalt im Depositum 1 (Stadtarchiv Sigmaringen) zu hinterlegen. Am 30. August 1985 wurden die Unterlagen sodann ins Staatsarchiv überführt. Die Durchsicht der Unterlagen ergab, dass der Nachlass vornehmlich aus zeichnerischen Studien und Skizzen Volkweins aus seiner Stuttagrter Studienzeit und Plänen aus der Zeit seiner Tätigkeit bei der Preußischen Regierung in Sigmaringen besteht. Daneben weist der Bestand noch einige Freihandzeichnungen, Lehrmittel, Fotos und Plakate auf. Dananch wurde dann auch das Schema die Neuordnung des Nachlasses entworfen (siehe Inhaltsverzeichnis). Innerhalb der einzelnen Gruppen wurden die Archivalien nach ihrer Entstehung chronologisch abgelegt. Undatierte Unterlagen wurden jeweils am Ende der Gruppen nebeneinandergereiht. Danach wurden die Archivalien verzeichnet und abschließend mit fortlaufenden arabischen Zahlen durchnummeriert. Die Reinschrift des Findbuchs besorgte Frau Liebhaber im September 1985 und im Januar 1986. Die Verpackung und Signierung der Archivalien wurde von Herrn Theo Gauggel erledigt. Die Benutzung des Nachlasses richtet sich nach den Benutzungsbestimmungen der staatlichen Archive in Baden-Württemberg. Der Nachlass umfasst ca. 0,45 Regalmeter mit Schriftgut. Bei Zitaten ist folgender Quellennachweis anzugeben: Staatsarchiv Sigmaringen, Depositum 1 (Stadtarchiv Sigmaringen), Nachlass Hermann Volkwein, Nr. ... [verkürzt: StAS Dep. 1, Nachlass Volkwein, Nr. ...].
Sigmaringen, im Januar 1986
Dr. Becker
Staatsarchivrat
Bemerkungen zur Person
Hermann Volkwein, am 11. Oktober 1856 in Sigmaringen geboren, erlernte nach dem Besuch der Volksschule und des Königlichen Gymnasiums Sigmaringen bei seinem Vater, dem Hofzimmermeiser Friedrich Volkwein, zunächst das Zimmerhandwerk. Nach Weiterbildung 1870-1873 auf der Königlichen Handwerker- und Fortbildungsschule Sigmaringen und Privatunterricht in Mathematik und Geometrie bei Gymnasialprofessor Sauerland besuchte Volkwein von 1875-1877 die Königliche Baugewerkeschule in Stuttgart und qualifizierte sich dort zum Bautechniker. Die folgenden zwei Jahre war Volkwein beim Königlich Württembergischen Eisenbahnamt unter Baurat Eulenstein tätig. Von 1878-1889 bekleidete er bei der Königlich Preußischen Regierung in Sigmaringen unter Baurat Laur die Stelle eines Baugehilfen. Danach trat Volkwein in die Fürstlich Hohenzollerische Bauverwaltung ein. Zunächst versah er in Vertretung die Stelle des Bauinspektors beim Fürstlichen Rentamt Stecken in Böhmen. 1892 bewarb sich Volkwein sodann mit Erfolg um die vakant gewordene Stelle des Hofbauassistenten bei der Fürstlich Hohenzollerischen Bauverwaltung in Sigmaringen. 1899 avancierte er zum Hofbaumeister und damit zum Leiter des Hofbauamtes, das für alle zur Fürstlich Hohenzollerischen Hofverwaltung gehörigen Gebäude in Sigmaringen, Krauchenwies, Inzigkofen, Fürtsenhöhe und der Weinburg (Schweiz) zuständig war. In dieser Funktion hatte Volkwein vor allem Bauaufnahmen zu erstellen und Kontrollen der Bauarbeiten und der Baurechnung durchzuführen. Hermann Volkwein, der 1902 zum Fürstlich Hohenzollerischen Bauinspektor ernannt worden war, war Junggeselle und bewohnte mit seiner gleichfalls unverheirateten Schwester Stephanie sein elterliches Haus Josefinenstraße 11 in Sigmaringen. Er verstarb dort am 22. Dezember 1913. In Fürstlichen Diensten hat sich Hermann Volkwein unter Baurat de Pay und später unter Prof. Immanuel von Seidl aus München vor allem beim Wiederaufbau des 1893 durch Brand zerstörten Ostteils des Sigmaringer Schlosses verdient gemacht. Von seinen sonstigen Arbeiten seien hier in Auswahl die folgenden erwähnt:
- Pläne und Ausführung zum Wiederaufbau des Gasthofs zum Ochsen in der Josefinenstraße
- Plan und Ausführung zu einer größeren Sommerhalle im Wirtschaftsgarten des Brauereibesitzers J. Maag in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung zum Erweiterunsbau des Gasthofs Löwen in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung zum Erweiterungsbau des Josefinenstifts in Sigmaringen
- Pläne, Kostenvoranschlag und Ausführung des Wachterschen Wohnhauses [Karlstraße 35] in Sigmaringen
- Pläne und Kostenvoranschlag zu einem Wohnhaus für Dr. med. Volkwein [Fürst-Wilhelm-Straße] in Sigmaringen
- Pläne und Kostenvoranschlag zu einer Turnhalle für das Königliche Gymnasium in Hedingen [zu Sigmaringen]
- Pläne, Details, Kostenvoranschläge, Ausführung und Abrechnung zu einer neuen städtischen Schlachthausanlage in Sigmaringen
- Pläne und Details zum Um- und Erweiterungsbau des Rathauses zu Hechingen.
Die Personalakten des ehemaligen Fürstlich Hohenzollerischen Bauinspektors Volkwein werden im Bestand Fürstlich Hohenzollerische Hofverwaltung dse Depositums Fürstlich Hohenzollerisches Haus- und Domänenarchiv verwahrt. Für die Erforschung der Tätigkeit Volkweins sind außerdem die ebenda unter der Rubrik 3 abgelegten Bauakten u.a. von der Hedinger Kirche und dem Wiederaufbau des Sigmaringer Schlosses heranzuziehen.
Inhalt und Bewertung
Ordnung und Verzeichnung des Bestandes
Im August 1985 erhielt das Staatsarchiv Sigmaringen von Konrektor a. D. Georg Gauggel, Sigmaringen, den Hinweis, dass Frau Antoinette Gittinger M.A., wohnhaft in München, beabsichtigte, die in ihrem Besitz befindlichen Unterlagen ihres Großonkels Hermann Volkwein dem Staatsarchiv Sigmaringen zur Verwaltung zu übergeben. Nach Kontaktaufnahme wurde Frau Gittinger am 22. August vom Unterzeichneten in einem Gespräch über die Möglichkeiten und Bedingungen der Verwahrung und der Benutzung des Nachlasses im Staatsarchiv Sigmaringen informiert. Frau Gittinger entschloss sich daraufhin, die Unterlagen ihres Großonkels unter Eigentumsvorbehalt im Depositum 1 (Stadtarchiv Sigmaringen) zu hinterlegen. Am 30. August 1985 wurden die Unterlagen sodann ins Staatsarchiv überführt. Die Durchsicht der Unterlagen ergab, dass der Nachlass vornehmlich aus zeichnerischen Studien und Skizzen Volkweins aus seiner Stuttagrter Studienzeit und Plänen aus der Zeit seiner Tätigkeit bei der Preußischen Regierung in Sigmaringen besteht. Daneben weist der Bestand noch einige Freihandzeichnungen, Lehrmittel, Fotos und Plakate auf. Dananch wurde dann auch das Schema die Neuordnung des Nachlasses entworfen (siehe Inhaltsverzeichnis). Innerhalb der einzelnen Gruppen wurden die Archivalien nach ihrer Entstehung chronologisch abgelegt. Undatierte Unterlagen wurden jeweils am Ende der Gruppen nebeneinandergereiht. Danach wurden die Archivalien verzeichnet und abschließend mit fortlaufenden arabischen Zahlen durchnummeriert. Die Reinschrift des Findbuchs besorgte Frau Liebhaber im September 1985 und im Januar 1986. Die Verpackung und Signierung der Archivalien wurde von Herrn Theo Gauggel erledigt. Die Benutzung des Nachlasses richtet sich nach den Benutzungsbestimmungen der staatlichen Archive in Baden-Württemberg. Der Nachlass umfasst ca. 0,45 Regalmeter mit Schriftgut. Bei Zitaten ist folgender Quellennachweis anzugeben: Staatsarchiv Sigmaringen, Depositum 1 (Stadtarchiv Sigmaringen), Nachlass Hermann Volkwein, Nr. ... [verkürzt: StAS Dep. 1, Nachlass Volkwein, Nr. ...].
Sigmaringen, im Januar 1986
Dr. Becker
Staatsarchivrat
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 08:37 MESZ