Testament
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A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. 0836
A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6) >> Bd. 2 Testamente
1602 August 8, Sonntag stylo antiquo, in der 15. Römer Zinszahl, zu Latein Indictio, bei Regierung des Kaisers Rudolf II. im 27. Jahr
Regest: In des heil. Reichs Stadt Reutlingen Costanzer Bistums in des heil. Geists Spital in dem Pfrondenstüblein der Testiererin im alten Bau, gegen die Scheuern im Spitalhof gelegen, ist vor M. Benedikt Gretzinger, der Kanzlei Reutlingen geschworenem Stadtschreiber, und den Zeugen erschienen Barbara, des weilund Zunftmeisters Melchior Cleblin selig Witib, Pfrondnerin im Spital, zwar schier ganz kontrakt (= gelähmt), jedoch genugsamen weiblichen Verstands. Sie befiehlt ihre Seele der grundlosen Barmherzigkeit Gottes, den Leib aber zu pfleglicher Begräbnis. Mit ihrem Hauswirt Melchior Cleblin hat sie keinen Leibeserben erzielt. Ihr Hauswirt selig hat in erster Ehe Kinder erzielt und auf anderwärts Verheiraten (= bei Schließung der 2. Ehe) nach der Stadt Reutlingen Erbgerechtigkeit mit denselben vollständig abgeteilt und also klaglos gemacht. Abgesehen von dem, was sie sich hernach vorbehält, sollen ihr gesamtes Vermögen erstlich ihre Schwester Anna, Hans Helb, deren Sohn allhie zu Reutlingen und Ulrich Rauth, der Sohn ihrer Schwester Ursula selig, den sie allerdings zu übergehen wegen erzeigten Ungehorsams allen Grund hätte - jedoch wolle sie sich fortan mehreren Gehorsams von ihm getrösten - in drei gleiche Teile eichelinsweis teilen. Falls ihre Schwester Anna vor der Testiererin stürbe, soll Hans Gutbrot zu Betzingen neben diesen beiden einstehen und erben. Doch vor aller Abteilung soll den 4 Kindern der Magdalena, Tochter ihres Hauswirts selig, Melchior, Hans, Agnes und Anna, die sie mit Hans Arnoldt erzielt hat, vermög einer zu ihrer beider Lebzeiten getroffenen und ins Bürgerbuch inserierten Bewilligung 200 Gulden an Geld oder Gütern zugestellt werden und außerdem den Knaben der Harnisch und den beiden Töchtern eine bereite Bettstatt, nämlich Ober- und Unterbett, ein Pfulben, ein Kissen und 4 Leinlachen. Falls einer der Erben sich diesem ihrem letzten Willen widersetzen sollte, so solle er als undankbar gänzlich ausgeschbssen werden. Sie behält sich 200 Gulden vor, um sie nach ihrem Gefallen zu verschenken. Auch behält sie sich vor, dieses Testament zu ändern oder abzutun.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Siegel (Erhaltung): Siegelabdruck vorhanden
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Zeugen: Jacob Conlin, Torwart im Spital
Bernhart Nerz, Spitalbeck
Theis Dolder, Pfrondner
Matheis Pfister, Marschsteller
Jörg Felchlin, Ulrich Demler, Hans Engelfried, alle zu Reutlingen
M. Benedikt Gretzinger bezeugt, persönlich zugegen gewesen zu sein und das Testament in glaubwürdige Form gebracht zu haben. Die Reinschrift hat er durch seinen Substituten Johann Lobmüller anfertigen lassen
Siegler: M. Benedikt Gretzinger, Stadtschreiber
Genetisches Stadium: Or.
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Zeugen: Jacob Conlin, Torwart im Spital
Bernhart Nerz, Spitalbeck
Theis Dolder, Pfrondner
Matheis Pfister, Marschsteller
Jörg Felchlin, Ulrich Demler, Hans Engelfried, alle zu Reutlingen
M. Benedikt Gretzinger bezeugt, persönlich zugegen gewesen zu sein und das Testament in glaubwürdige Form gebracht zu haben. Die Reinschrift hat er durch seinen Substituten Johann Lobmüller anfertigen lassen
Siegler: M. Benedikt Gretzinger, Stadtschreiber
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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20.03.2025, 11:14 AM CET