Urfehde ohne Nr.
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7393
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1663 Februar 7
Regest: Siegmund Ditzinger, Bürger zu Reitlingen, bekennt, dass er verschiedene Verfehlungen begangen hat. Unlängst hat er mit seinen Nachbarn unnötigen Zank angefangen, sie an ihrer Ehre angegriffen, Gott gelästert, greulich geflucht, den Leuten gedroht, ein ärgerliches Leben geführt, trotz gegebener Urfehde sein Leben nicht geändert, sondern alle obrigkeitlichen, väterlich wohigemeinten Erinnerungen, Strafen und Bussen in den Wind geschlagen. Jüngst am Sonntag, 4. Januar, abends hat er sich ungebührlich verhalten und wurde verhaftet. Auf eingezogene Erkundigung und Verhör wurde so viel gefunden, dass mit Schärfe gegen ihn hätte verfahren werden können. Aber mit Rücksicht auf sein Weib und seine Kinder und auf die Bitten seiner Geschwister und auf sein Versprechen künftigen Wohlverhaltens, ist er vom Rat der Reichsstadt Reitlingen noch einmal begnadigt worden. Er gelobt eidlich, sich wegen der ausgestandenen Haft und darüber hinaus erkannten Strafe an niemand zu rächen. Er will mit Gottes Hilfe sein übles Leben bessern, redlich arbeiten, Weib und Kinder ehrlich ernähren, gegen die Obrigkeit sich gehorsam verhalten, aller öffentlichen Zechen und Zusammenkünfte bis zu Begnadigung durch die Herren sich enthalten. Würde er wieder in das alte boshafte Leben treten, dann soll die Obrigkeit mit ihm verfahren, wie seine Taten erfordern.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Unterschrift und Petschaft-Abdruck des Tobias Gretzinger, Bürgers und Goldschmieds in Reuttlingen
Genetisches Stadium: Or.
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ