Johannes Wallingh, decretorum doctor, päpstlicher Auditor und Dechant des Alten Doms St. Pauli, stiftet mit Erlaubnis des Bischofs Heinrich von Münster und des Herrn Burchardus de Boynen, Archidiakons in Borken, zum eigenen Seelenheil, dem seines verstorbenen Vaters Heinemanus Peters dictus Wallingh, seiner Mutter Mechtildis und aller seiner Verwandten am Altar des Evangelisten Johannes im Alten Dom eine ständige Vikarie und Benefizium sine cura zu Ehren der Heiligen Johannes des Täufers und des Evangelisten, Simon und Thaddäus und der anderen Apostel und Evangelisten und bestimmt, daß an den Festen der genannten Heiligen eine Messe am erwähnten Altar gehalten werden soll. Zur Dotation der Vikarie weist er an: seine vom Herzog von Kleve, Grafen von der Mark, als Herrn in Dinslaken zu Lehen gehenden Güter Leppinck im Kirchspiel Borken, deren Eigentum Herzog Adolf von Kleve geschenkt hat mit Ausnahme eines jährlichen Zinses von 5 kölnischen Weißpfennigen, der dem Rentmeister (reddituarius) in Dinslaken zu zahlen ist; eine Rente von 6 rheinischen Gulden; die Hälfte der vor der Brinckpforte zu Borken gelegenen Wiese up der Nahte, deren andere Hälfte den Kindern des verstorbenen Johannes Schweders alias Wigginghoff, Bürgers zu Borken, gehört. Die Nutznießung der Güter und der Rente behält er sich und seiner Mutter auf Lebzeiten vor. Nach beider Tode sollen ihre Erben als Patrone der Vikarie in der untengenannten Reihenfolge dem örtlichen Archidiakon einen geeigneten Geistlichen aus der Familie oder Verwandtschaft des Stifters als Vikar präsentieren: Johannes ten Sommerhuiß, Bürgermeister in Borken, und dessen Kinder; Petrus Petri alias Gotschalci, Vetter (consobrinus) des Stifters, und dessen Kinder; ein Sohn der verstorbenen Gertrudis ten Schoteler, Witwe des Hermannus Spalthoff, oder ihrer Schwester Margaretha, Frau des Bernardus Peters; Frederen, Witwe des Wesselus ten Sommerhauß, und ihre Kinder; Gertrudis ten Sommerhauß, Witwe von Bernardus Richterß, und ihre Kinder; Jacobus ten Dale, Engelbertus Rowerts, Hermannus Neelß, Elisabeth ten Rolvelde und Hermannus ten Gildenhauß und ihre Kinder. Fallen alle Genannten aus, geht das Patronat auf Bürgermeister und Ratmannen von Borken über, die auch - gemeinsam mit dem Pfarrer - Streitigkeiten über die Präsentation innerhalb von 8 Tagen zu entscheiden haben. Gelingt das nicht, hat der Archidiakon zu urteilen. Der Inhaber der Vikarie soll nach dem Tode des Stifters und seiner Mutter jede Woche mindestens 3 Messen an bestimmten Tagen lesen und dem Pfarrer in Kirche und Chor assistieren. Siegelankündigung des Stifters. Acta [...] Coloniae in domo praepositurae sancti Cuniberti Coloniensis. die sabbathi secunda [secunda ist falsch. Der Katharinentag, 1430 zugleich Samstag, fällt auf den 25. November] huius mensis novembris videlicet ipso die Catharinae virginis

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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