Durch eine 1697 erfolgte Stiftung des Dekans des Stifts Haug in Würzburg Friedrich Wiesner konnte in Gramschatz eine eigene Pfarrei errichtet werden, die von ihrer bisherigen Mutterpfarrei Retzstadt separiert wurde. Nun einigen sich das Kloster St. Stephan in Würzburg als Patronatsherr der Pfarrei Retzstadt sowie das geistliche Fiskalat des Bischofs von Würzburg als Vertreter der neuen Pfarrei Gramschatz über die Ausübung des Patronatsrechts für die neue Pfarrei sowie über die Entschädigung der Pfarrei Retzstadt wegen der dieser durch die Errichtung der neuen Pfarrei entgehenden Zehntanteile und Einkünfte in Gramschatz. Das Patronatsrecht für die neue Pfarrei übt der Bischof von Würzburg aus. Von dem Zehnten in Gramschatz standen dem Kloster bisher zwei Drittel als Eigenbesitz und ein Drittel als Patronatsherr der Pfarrei Retzstadt zu. Daher hatte das Kloster von diesem Drittel dem jeweiligen Pfarrer in Retzstadt jährlich 18 Malter zu geben. Dieses Zehntdrittel in Gramschatz soll auch weiterhin dem Kloster verbleiben. Es soll aber davon dem jeweiligen Pfarrer in Gramschatz jedes Jahr 6 Malter Roggen (korn) Arnsteiner Maß geben. Die Pfarrei Retzstadt erhält als Ersatz für die ihr durch die Separation entgangenen Einkünfte in Gramschatz ein Kapital von 500 Gulden. Der jeweilige Pfarrer in Gramschatz erhält als Ersatz für die ihm durch den vorliegenden Vertrag entgehenden Zehnteinkünfte zusätzlich zu den 6 Maltern Roggen noch jährlich 28 Gulden aus den Zinseinkünften der Pfarrei Gramschatz. Aussteller: Bischöfliches Fiskalat und Kloster St. Stephan. Empfänger: Kloster St. Stephan