Die Streitigkeiten zwischen Salmansweiler und der Grafsch. Heiligenberg, derentwegen die Parteien bereits mehrfache Prozesse an den Landgerichten in Schwaben, am Kammergericht zu Speyer und an der Rota Romana geführt hatten, werden, nachdem sich Abt Thomas von Salem und die Gräfin Anna Maria, Wwe. des Grafen Egon zu Fürstenberg, geb. Gräfin zu Hohenzollern, auf dem Reichstag in Regensburg verständigt und sich auf Schiedsrichter geeinigt hatten (von Seiten Salemst Johann Kollmar, der Rechten Doktor, Vormundschaftsrat der nachgelassenen Erben des Erzherzogs Leopold zu Österreich, Landschreiber in Ober- und Niederschwaben; Johann Wehrlin, j. und d., Rat des Herzogs Maximilian von Bayern und des Pfalzgrafen Heinrich bei Rhein, Domprobst von Konstanz, Obervogt der Hsch. Cuntzenberg; Balthasar Kalt, Obervogt der oberen Hsch. Hohenberg und Stadtvogt der Stadt Konstanz; von Seiten Heiligenbergs: Caspar von Freyberg und Eisenberg zu Allmandingen und Althaimb; Mathäus Welser, bischöfl. konst. Rat und Obervogt zu Mörspurg; Rudolf Ebinger von der Burg zu Schlatt, landcomthurischer Rat und Obervogt der Hsch. Newenhochenfels), folgendermaßen verglichen: 1. Heiligenberg wird alle Regalien und Hoheiten in den Orten, in denen Salem die Niedergerichtsbarkeit hat (Bermatingen, Weildorf, Tifingen, Nußdorf, Oberuhldingen, Grasbeuren, Niederstenweiler, Neufrach, Buggensegel, Mimmenhausen, Millhofen, Leukürch, Seefelden, Bufnang, Gebhardsweiler, Würensegel, Haiendorf, Habersweiler, Maurach, Oberhoff, Innerberghoff bei Baufnang, Schayenbuech, Forst, Raalzhofen, Mentlishausen, Killenberg, Banzenreuti, Reichsmühlin, Birkenweiler, Wehhausen und Schwaindorf sowie in den Dörfern Owingen und Pfaffenhofen mit den zugehörigen Weilern) an Salem abtreten; in Kirchberg bei Hagnau behält Heiligenberg das Geleitsrecht und der Bischof von Konstanz das Pfandjagen, fällt es nach Aufhören der Pfandschaft an Heiligenberg zurück, so geht das Jagdrecht auf Salem über. Die Hoheitsrechte über Birnau wird Heiligenberg abtreten, sobald der zwischen Salem und der Stadt Überlingen herrschende Streit um die Niedergerichtsbarkeit zugunsten Salems entschieden ist; Heiligenberg tritt den Flecken Obristenweiler mit allen Rechten an Salem ab 2. Zum Ausgleich überläßt Salem der Grafsch. Heiligenberg die 8 Weiler, Güter und Orte ob den Bergen (Ober- und Unterochsenbach mit Betzenberg, Freudenberg, Mettenbuch, Hannennest, Rottenbühel, den äußeren Berghof und den Schupf- oder Leiblehenhof zu Wintersulgen, den Michael Lew hatte); ferner die Jurisdiktion und Niedergerichtsbarkeit auf den 3 Gütern Malay, Ober- und Unterboshasel, doch soll das Eigentumsrecht an Haus, Hof, Holz und Feld etc. unberührt sein; wegen des Eckerichs wird Salem Waldbannwarte aufstellen, Holz- und Feldschäden auf seinem Eigentum selbst bereinigen, wenn aber heiligenberg. Untertanen beteiligt sind, solches den heiligenb. Beamten überlassen. Heiligenberg wird jährl. dem Kl. Salem 1 Malter Hafer als Vogtrecht entrichten, zumal die Fischenz bei Heiligenberg bleibt. 3. Salem überläßt der Grafsch. Heiligenberg das Dorf Burgweiler samt den 2 Höfen zu Tichtenhausen mit allen Rechten, doch ohne Präjudiz der sigmaring. Rechte. 4. Das Kloster überläßt der Grafsch. Heiligenberg die Niedergerichtsbarkeit in Wenglingen, behält sich jedoch die Collatur und alle Eigentumsrechte vor; dafür überläßt Heiligenberg dem Kloster alle Obrigkeiten zu Urnaw, behält sich jedoch das jus foresti vor, das jedoch weidmännisch (d. h. ohne Schaden für sie salem. Untertanen) ausgeübt werden soll. Die Streitigkeiten wegen des von einem Bruder Heinrich gestifteten Gutes gen. Egg, wegen einer von Heiligenberg beanspruchten wöchentl. Messe, des Weidganges und der Beholzung sowie wegen des zu Ächbeckh angelegten Arrests und Ausschaffung des Maiers zu Egg werden verglichen, daß der Maier 4 Stück Hornvieh und 2 Schweine weiden darf, daß er jährl. 8-10 Klafter Holz, halb Buche halb Tanne, erhalten und in allem den heiligenberg. Untertanen gleichgestellt se in soll; die deshalb laufenden Prozesse in Rom, Speyer und bei den Landgerichten sollen cassiert und revoziert werden. Zukünftige Streitigkeiten sollen durch Schiedsrichter beigelegt werden