Verleumdungsfälle
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E 49/II Nr. 1112
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
23.05.1729
Enthält:
1729 Mai 22: Klage der Barbara Pickelmann, Ehefrau des Hans Pickelmann, Untertans des Pflegamts Hersbruck in Enzendorf gegen Georg Schaupp, Untertan der Tetzelstiftung im Oberndorf. Ihr war kürzlich auf der Marter ein Schleißbaum abgehauen worden. Als sie dies dem Schaupp erzählte, berichtete er, er wisse, dass ihr noch zwei weitere Schleißbäume abgehauen worden seien. Da er aber mit dem Namen des Diebs nicht herausrücken wollte, hielt sie ihn selbst für den Dieb.
Sie wurde daraufhin in Arrest genommen und am folgenden Tag befragt. Sie gab zu, mit ihrem Vorwurf zu eilig gewesen zu sein und versicherte, sie halte Schaupp für einen ehrlichen Mann. Sie leistete ihm Abbitte und zahlte ihre Strafgebühr.
1729 Mai 23: Klage der Elisabeta Scharrer, Tochter des Hans Scharrer vom Unterndorf, gegen Elisabeta Seibold, Frau des Ebnerischen Untertans Adam Seibold (= Seybold) in Grünreuth, bei der sie seit 4 Jahren in Diensten steht. Die Frau hatte der Klägerin die Frage gestellt, ob sie eine Hexe und Zauberin sei. Befragt, wie sie darauf komme, sagte sie, sie wisse es von Margareta Grötsch, der Frau des Moritz Grötsch in Grünreuth, welche behauptet hatte, es sagten dies alle Kinder (!). Frau Grötsch berief sich besonders auf Margareta Meixner, Frau des Hans Meixner, Grünreuth, die der Klägerin das Wurzgraben nachsagte.
Die beiden Frauen wurden darüber befragt und wollten sich zunächst mit dem Laugnen behelfen. Die Meixner wurde jedoch durch den Vater der Klägerin überführt, dem gegenüber sie ebenfalls behauptet hatte, seine Tochter habe nach Wurz gegraben.
Die Grötsch beharrte nun wieder auf ihren Vorwürfen gegen die Klägerin und sagte, wenn es nicht wahr sei, so wolle sie die Sonne nicht mehr sehen - anderer Vermessungen zu geschweigen.
Da es sich erkennbar um eine Wäscherey (= Gewäsch) handelte, wurden die Beiden in Haft genommen. Nach ihrer Entlassung leisteten sie der Klägerin Abbitte.
1729 Mai 22: Klage der Barbara Pickelmann, Ehefrau des Hans Pickelmann, Untertans des Pflegamts Hersbruck in Enzendorf gegen Georg Schaupp, Untertan der Tetzelstiftung im Oberndorf. Ihr war kürzlich auf der Marter ein Schleißbaum abgehauen worden. Als sie dies dem Schaupp erzählte, berichtete er, er wisse, dass ihr noch zwei weitere Schleißbäume abgehauen worden seien. Da er aber mit dem Namen des Diebs nicht herausrücken wollte, hielt sie ihn selbst für den Dieb.
Sie wurde daraufhin in Arrest genommen und am folgenden Tag befragt. Sie gab zu, mit ihrem Vorwurf zu eilig gewesen zu sein und versicherte, sie halte Schaupp für einen ehrlichen Mann. Sie leistete ihm Abbitte und zahlte ihre Strafgebühr.
1729 Mai 23: Klage der Elisabeta Scharrer, Tochter des Hans Scharrer vom Unterndorf, gegen Elisabeta Seibold, Frau des Ebnerischen Untertans Adam Seibold (= Seybold) in Grünreuth, bei der sie seit 4 Jahren in Diensten steht. Die Frau hatte der Klägerin die Frage gestellt, ob sie eine Hexe und Zauberin sei. Befragt, wie sie darauf komme, sagte sie, sie wisse es von Margareta Grötsch, der Frau des Moritz Grötsch in Grünreuth, welche behauptet hatte, es sagten dies alle Kinder (!). Frau Grötsch berief sich besonders auf Margareta Meixner, Frau des Hans Meixner, Grünreuth, die der Klägerin das Wurzgraben nachsagte.
Die beiden Frauen wurden darüber befragt und wollten sich zunächst mit dem Laugnen behelfen. Die Meixner wurde jedoch durch den Vater der Klägerin überführt, dem gegenüber sie ebenfalls behauptet hatte, seine Tochter habe nach Wurz gegraben.
Die Grötsch beharrte nun wieder auf ihren Vorwürfen gegen die Klägerin und sagte, wenn es nicht wahr sei, so wolle sie die Sonne nicht mehr sehen - anderer Vermessungen zu geschweigen.
Da es sich erkennbar um eine Wäscherey (= Gewäsch) handelte, wurden die Beiden in Haft genommen. Nach ihrer Entlassung leisteten sie der Klägerin Abbitte.
Archivale
Indexbegriff Person: Grötsch, Margareta
Indexbegriff Person: Grötsch, Moritz
Indexbegriff Person: Meixner, Hans
Indexbegriff Person: Meixner, Margaretha
Indexbegriff Person: Pickelmann, Barbara
Indexbegriff Person: Pickelmann, Hans
Indexbegriff Person: Scharrer, Elisabeth
Indexbegriff Person: Scharrer, Hans
Indexbegriff Person: Schaup, Georg
Indexbegriff Person: Seybold, Adam
Indexbegriff Person: Seybold, Elisabeth
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Grötsch, Moritz
Indexbegriff Person: Meixner, Hans
Indexbegriff Person: Meixner, Margaretha
Indexbegriff Person: Pickelmann, Barbara
Indexbegriff Person: Pickelmann, Hans
Indexbegriff Person: Scharrer, Elisabeth
Indexbegriff Person: Scharrer, Hans
Indexbegriff Person: Schaup, Georg
Indexbegriff Person: Seybold, Adam
Indexbegriff Person: Seybold, Elisabeth
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen - Unteres Dorf
Enzendorf
Grünreuth
Hersbruck
Untertan
Klage
Diebstahl
Verleumdung
Schleißbäume
Schleißbaum
Arrest
Entschuldigung
Strafgebühr
Dienstmagd
Hexerei Vorwurf
Zauberei Vorwurf
Wurzgraben (Zauberei)
Zeuge
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ