Querulationis nullitatis Auseinandersetzung um die Bezahlung von Schulden
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(1) 3806
Wismar W 168 (W W 4 n. 168)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 23. 1. Kläger W
(1744-1746) 16.08.1746-22.04.1747
Kläger: (2) Johann Hinrich Wegner und dessen Ehefrau Maria Wegner, geb. Hase (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Hans Kahl, Kaufmann zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Lic. Theodor Johann Quistorp (A), Dr. Michael Zylius (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte des Bekl. vom 16.08.1746 um Verkürzung der Frist für die Kl. zum Einbringen ihrer Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil, fordert das Tribunal die Kl. am 17.08. auf, ihren Schriftsatz binnen 3 Wochen vorzulegen. Am 02.09. berichten die Kl., daß der Bekl. sie vor dem Ratsgericht wegen Schulden des verstorbenen Vaters respektive Schwiegervaters Hinrich Wegners verklagt habe. Da das Erbe H. Wegners nicht ausreicht, wird das Haus der Kl. inventarisiert, wobei die Güter Maria Wegners trotz Protest des Bekl. ausgelassen werden. Die Kl.in wird aufgefordert, eine Kaution für die von ihr aufgestellte Habe zu stellen und darf diese im Gegenzug bis nach erfolgter Geburt ihres Kindes voll nutzen. Bald darauf beantragt der Bekl., alle Möbel der Kl.in öffentlich versteigern zu lassen und sie der Konkurssmasse zuzuschlagen, das Ratsgericht folgt dem Antrag. Dagegen querulieren die Kl. vor dem Tribunal und erklären, daß die Kl.in vor dem Ratsgericht keinen Litiskurator gehabt habe und zudem nach Lübischem Recht ur in subsiduum und nur für das Mariti debita haften" solle. Das Tribunal bestellt am 14.10. den Lic. Quistorp zum Litiskurator für Maria Wegner und verspricht, die Beschwerden bei Erwägung des bereits am Tribunal anhängigen Falls zu überprüfen. Am 23.01.1747 bestätigt das Tribunal das Ratsgerichtsurteil vom 19.06.1746, reserviert der Kl.in aber ihre Rechte an ihrem Besitz. Am 22.02.1747 ergreifen die Kl. dagegen restitutio in integrum und bitten, die Ehefrau des Kl.s gänzlich von der Befriedrigung der Schuldner zu befreien, da der Kl. dies allein leisten kann. Am 03.03. bittet der Bekl. um Prozeßbeschleunigung, am 22.04.1747 bestätigt das Tribunal sein Urteil und verurteilt die Kl. zur Übernahme der Prozeßkosten dieser Instanz.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1744-1746 2. Tribunal 1746-1747 3. Tribunal 1747
Prozessbeilagen: (7) Supplik der Kl. an das Ratsgericht vom 25.07.1746; von Notar Jochim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 23.07.1746, Ratsgerichtsurteile vom 27.05. und 12.12.1744, 19.06.1746; Suppliken des Bekl. an Ratsgericht vom 26.05. und 10.12.1744; Aufschlüsselung der Forderungen des Bekl. vom 04.05.1744 (1.557 Rtlr 43 s); Forderungen der St. Jacobshebung vom 03.12.1744 (2.270 Mk. lüb.); Prozeßvollmachten der Kl. für Dr. Zylius vom 17.10.1746 und der Frau des Bekl., Catharina Elisabeth Kahl, geb. Mancke, vom 18.01.1747
Beklagter: Hans Kahl, Kaufmann zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Lic. Theodor Johann Quistorp (A), Dr. Michael Zylius (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte des Bekl. vom 16.08.1746 um Verkürzung der Frist für die Kl. zum Einbringen ihrer Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil, fordert das Tribunal die Kl. am 17.08. auf, ihren Schriftsatz binnen 3 Wochen vorzulegen. Am 02.09. berichten die Kl., daß der Bekl. sie vor dem Ratsgericht wegen Schulden des verstorbenen Vaters respektive Schwiegervaters Hinrich Wegners verklagt habe. Da das Erbe H. Wegners nicht ausreicht, wird das Haus der Kl. inventarisiert, wobei die Güter Maria Wegners trotz Protest des Bekl. ausgelassen werden. Die Kl.in wird aufgefordert, eine Kaution für die von ihr aufgestellte Habe zu stellen und darf diese im Gegenzug bis nach erfolgter Geburt ihres Kindes voll nutzen. Bald darauf beantragt der Bekl., alle Möbel der Kl.in öffentlich versteigern zu lassen und sie der Konkurssmasse zuzuschlagen, das Ratsgericht folgt dem Antrag. Dagegen querulieren die Kl. vor dem Tribunal und erklären, daß die Kl.in vor dem Ratsgericht keinen Litiskurator gehabt habe und zudem nach Lübischem Recht ur in subsiduum und nur für das Mariti debita haften" solle. Das Tribunal bestellt am 14.10. den Lic. Quistorp zum Litiskurator für Maria Wegner und verspricht, die Beschwerden bei Erwägung des bereits am Tribunal anhängigen Falls zu überprüfen. Am 23.01.1747 bestätigt das Tribunal das Ratsgerichtsurteil vom 19.06.1746, reserviert der Kl.in aber ihre Rechte an ihrem Besitz. Am 22.02.1747 ergreifen die Kl. dagegen restitutio in integrum und bitten, die Ehefrau des Kl.s gänzlich von der Befriedrigung der Schuldner zu befreien, da der Kl. dies allein leisten kann. Am 03.03. bittet der Bekl. um Prozeßbeschleunigung, am 22.04.1747 bestätigt das Tribunal sein Urteil und verurteilt die Kl. zur Übernahme der Prozeßkosten dieser Instanz.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1744-1746 2. Tribunal 1746-1747 3. Tribunal 1747
Prozessbeilagen: (7) Supplik der Kl. an das Ratsgericht vom 25.07.1746; von Notar Jochim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 23.07.1746, Ratsgerichtsurteile vom 27.05. und 12.12.1744, 19.06.1746; Suppliken des Bekl. an Ratsgericht vom 26.05. und 10.12.1744; Aufschlüsselung der Forderungen des Bekl. vom 04.05.1744 (1.557 Rtlr 43 s); Forderungen der St. Jacobshebung vom 03.12.1744 (2.270 Mk. lüb.); Prozeßvollmachten der Kl. für Dr. Zylius vom 17.10.1746 und der Frau des Bekl., Catharina Elisabeth Kahl, geb. Mancke, vom 18.01.1747
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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29.10.2025, 11:26 AM CET