Nachlass Leichtlen: Dokumente zur Geschichte Südwestdeutschlands und der Nordschweiz (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, N Leichtlen
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Leichtlen
(724-) 11. Jahrhundert - 1828
Überlieferungsgeschichte
Abgabe der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau aus dem Nachlass von Julius Leichtlen
Inhalt und Bewertung
Historische Dokumente (als Originale und größtenteils in Abschriften) zur Geschichte des deutschen Südwestens und der Nordschweiz, vornehmlich zur Geschichte der Klöster, namentlich von Reichenau, Säckingen, St. Blasien, St. Peter, St. Georgen, St. Märgen, Tennenbach, Schuttern, Ettenheimmünster sowie Rottenmünster, der Johanniter in Heitersheim, Herrenalb und Frauenalb.
Vorwort: Julius Leichtlen (4.3.1791 Emmendingen - 2.4.1830 Freiburg im Breisgau) studierte nach einem Einführungspraktikum im Generallandesarchiv (GLA) von 1810 bis 1813 in Heidelberg und Göttingen Archiv- und historische Hilfswissenschaften, absolvierte anschließend eine Archivarsprüfung im GLA sowie eine Ausbildung als Registrator im Finanzministerium, bevor er 1816 im GLA und seit 1817 als dessen Leiter im Provinzialarchiv Freiburg tätig war. Er forschte auf den Gebieten der Geschichte, Altertums-, Sprach- und Schriftenkunde und legte zahlreiche Publikationen vor. Sein Nachlass gelangte in die Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau, die 2000 die darin befindlichen Archivalien zuständigkeitshalber ans GLA abgab; nur wenige Stücke darunter können als privates wissenschaftliches Nachlass-Schriftgut gelten. Es handelt sich überwiegend um Abschriften von Urkunden, darunter 56 von Herrscherurkunden, beginnend 724, aber auch um originale Aktenstücke zu Themen, mit denen sich Leichtlen offenbar wissenschaftlich beschäftigte. Zu nennen wäre hier etwa Baden am Beginn des Dreißigjährigen Krieges (Nrn. 147 und 187), das Schicksal der Hochburg bei der französischen Besetzung 1688/89 (Nr. 171) oder das Bäderwesen (Nrn. 49, 50, 63, 69, 70, 131, 154, 155 und 162).
Inhalt: Die durch zahlreiche Abschriften dokumentierten Urkunden, darunter gewiss auch Fälschungen, betreffen das Gebiet vom südlichen Oberrhein bis zum Bodensee und die Nordschweiz, insbesondere auch den Adel des Breisgaus und am Hochrhein sowie die Stadt Freiburg; hinzu kommen einige Aktenstücke. Vornehmlich handelt es sich aber um Überlieferungen zur Geschichte der Klöster, namentlich von Reichenau, Säckingen, St. Blasien, St. Peter, St. Georgen, St. Märgen, Tennenbach, Schuttern, Ettenheimmünster sowie Rottenmünster und der Johanniter in Heitersheim, schließlich auch von Herrenalb und Frauenalb. Ob Leichtlens Interesse diesen allen galt oder ob er am Beispiel dieser Quellen zu Urkundenfälschungen forschen wollte, was angesichts der nicht lange zurückliegenden historischen Forschungen, die etwa in St. Blasien oder in St. Peter betrieben worden waren, naheliegt, muss offen bleiben. Jedenfalls lassen zahlreiche Abschriften hilfswissenschaftliches Interesse erkennen, indem etwa auch Zeichnungen der Monogramme auf Herrscherurkunden oder von Siegeln beigefügt wurden.
Bearbeitung: Das Vorgefundene wurde in der angetroffenen Reihenfolge nacheinander verzeichnet. Die Nummern repräsentieren sachlich oder physisch Zusammengehöriges, häufig nur ein Blatt oder Doppelblatt. D.h. wenn bei den Signaturen ein Buchstabenzusatz (a) zur Nummer vergeben wurde, dann zeigt dies einen Zusammenhang zwischen den Schriftstücken an bzw. andere zugehörige Überlieferungen. Konnte bei den Abschriften ein Nachweis der Originale geführt werden, wird dies in den Feldern "Druck" bzw. "Überlieferung und Textkritik" durch die Angabe von Editionen bzw. Archivsignaturen belegt. Die Angaben im Titel beschränken sich dann meist auf die Nennung des Ausstellers und Empfängers der betreffenden Urkunde; in allen anderen Fällen wurden Titel gebildet bzw. kurze Regesten formuliert. Bei einigen Abschriften ist mit der Hinzufügung von "Herkunftsnachweis" angegeben, dass sich eine Angabe dazu findet, aus welchem Archiv bzw. welcher Verwaltung die Vorlage stammt. Angaben zu Fälschungen und formalen Besonderheiten, oder weitere Hinweise zur Überlieferung enthalten die Felder "Bemerkungen" und "Anmerkungen". Eine jüngere Hand hat mit Bleistift aufgelöste Datierungen sowie Ortsbetreffe auf den Schriftstücken beigeschrieben und sich an Provenienz-Zuweisungen versucht. Für während der Bearbeitung kollegial erteilte Auskünfte danke ich den Staatsarchiven Zürich, Schwyz und des Thurgaus. Der Bestand umfasst 195 Nummern. Karlsruhe, den 26. März 2024 Volker Rödel Die Titelaufnahmen wurden im April 2024 von Sara Diedrich klassifiziert und redaktionell bearbeitet. Die Konversion der Daten übernahm Fabian Beller.
Abkürzungen und Siglen: DD: Monumenta Germaniae Historica, Diplomata, gefolgt von der Abkürzung des Herrschernamens, zum Beispiel HIV für Heinrich IV. RI: Regesta Imperii, gefolgt von der Band-Nummer, zum Beispiel VII für Karl IV. RPR II,1. Regesta Pontificum Romanorum, Germania Pontificia II,1, 1923 RBK: Regesta Episcoporum Constantiensium 517-1496 RMB: Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050-1515 UB St. Blasien: Johann Wilhelm Braun, Urkundenbuch des Klosters St. Blasien im Schwarzwald [...] bis zum Jahr 1299, 2003 UB Freiburg: Friedrich Hefele, Freiburger Urkundenbuch Bde. 1-3, 1938-1957 WUB: Wirtenbergisches Urkundenbuch Bde. 1-11, 1849-1913 Thurgauer UB: Thurgauisches Urkundenbuch III, 1919 UBZH: Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich, 1888-1957 Chronik: Karl Brandi, Die Chronik des Gallus Öhem, 1893 Eberl, Regg. Urspring: Immo Eberl, Regesten zur Geschichte des Benediktinerinnenklosters Urspring bei Schelklingen 1127-1806, 1978 Schmidt, Papsturkk.: Tilmann Schmidt, Die Originale der Papsturkunden in Baden-Württemberg 1198-1417, 1993
Abgabe der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau aus dem Nachlass von Julius Leichtlen
Inhalt und Bewertung
Historische Dokumente (als Originale und größtenteils in Abschriften) zur Geschichte des deutschen Südwestens und der Nordschweiz, vornehmlich zur Geschichte der Klöster, namentlich von Reichenau, Säckingen, St. Blasien, St. Peter, St. Georgen, St. Märgen, Tennenbach, Schuttern, Ettenheimmünster sowie Rottenmünster, der Johanniter in Heitersheim, Herrenalb und Frauenalb.
Vorwort: Julius Leichtlen (4.3.1791 Emmendingen - 2.4.1830 Freiburg im Breisgau) studierte nach einem Einführungspraktikum im Generallandesarchiv (GLA) von 1810 bis 1813 in Heidelberg und Göttingen Archiv- und historische Hilfswissenschaften, absolvierte anschließend eine Archivarsprüfung im GLA sowie eine Ausbildung als Registrator im Finanzministerium, bevor er 1816 im GLA und seit 1817 als dessen Leiter im Provinzialarchiv Freiburg tätig war. Er forschte auf den Gebieten der Geschichte, Altertums-, Sprach- und Schriftenkunde und legte zahlreiche Publikationen vor. Sein Nachlass gelangte in die Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau, die 2000 die darin befindlichen Archivalien zuständigkeitshalber ans GLA abgab; nur wenige Stücke darunter können als privates wissenschaftliches Nachlass-Schriftgut gelten. Es handelt sich überwiegend um Abschriften von Urkunden, darunter 56 von Herrscherurkunden, beginnend 724, aber auch um originale Aktenstücke zu Themen, mit denen sich Leichtlen offenbar wissenschaftlich beschäftigte. Zu nennen wäre hier etwa Baden am Beginn des Dreißigjährigen Krieges (Nrn. 147 und 187), das Schicksal der Hochburg bei der französischen Besetzung 1688/89 (Nr. 171) oder das Bäderwesen (Nrn. 49, 50, 63, 69, 70, 131, 154, 155 und 162).
Inhalt: Die durch zahlreiche Abschriften dokumentierten Urkunden, darunter gewiss auch Fälschungen, betreffen das Gebiet vom südlichen Oberrhein bis zum Bodensee und die Nordschweiz, insbesondere auch den Adel des Breisgaus und am Hochrhein sowie die Stadt Freiburg; hinzu kommen einige Aktenstücke. Vornehmlich handelt es sich aber um Überlieferungen zur Geschichte der Klöster, namentlich von Reichenau, Säckingen, St. Blasien, St. Peter, St. Georgen, St. Märgen, Tennenbach, Schuttern, Ettenheimmünster sowie Rottenmünster und der Johanniter in Heitersheim, schließlich auch von Herrenalb und Frauenalb. Ob Leichtlens Interesse diesen allen galt oder ob er am Beispiel dieser Quellen zu Urkundenfälschungen forschen wollte, was angesichts der nicht lange zurückliegenden historischen Forschungen, die etwa in St. Blasien oder in St. Peter betrieben worden waren, naheliegt, muss offen bleiben. Jedenfalls lassen zahlreiche Abschriften hilfswissenschaftliches Interesse erkennen, indem etwa auch Zeichnungen der Monogramme auf Herrscherurkunden oder von Siegeln beigefügt wurden.
Bearbeitung: Das Vorgefundene wurde in der angetroffenen Reihenfolge nacheinander verzeichnet. Die Nummern repräsentieren sachlich oder physisch Zusammengehöriges, häufig nur ein Blatt oder Doppelblatt. D.h. wenn bei den Signaturen ein Buchstabenzusatz (a) zur Nummer vergeben wurde, dann zeigt dies einen Zusammenhang zwischen den Schriftstücken an bzw. andere zugehörige Überlieferungen. Konnte bei den Abschriften ein Nachweis der Originale geführt werden, wird dies in den Feldern "Druck" bzw. "Überlieferung und Textkritik" durch die Angabe von Editionen bzw. Archivsignaturen belegt. Die Angaben im Titel beschränken sich dann meist auf die Nennung des Ausstellers und Empfängers der betreffenden Urkunde; in allen anderen Fällen wurden Titel gebildet bzw. kurze Regesten formuliert. Bei einigen Abschriften ist mit der Hinzufügung von "Herkunftsnachweis" angegeben, dass sich eine Angabe dazu findet, aus welchem Archiv bzw. welcher Verwaltung die Vorlage stammt. Angaben zu Fälschungen und formalen Besonderheiten, oder weitere Hinweise zur Überlieferung enthalten die Felder "Bemerkungen" und "Anmerkungen". Eine jüngere Hand hat mit Bleistift aufgelöste Datierungen sowie Ortsbetreffe auf den Schriftstücken beigeschrieben und sich an Provenienz-Zuweisungen versucht. Für während der Bearbeitung kollegial erteilte Auskünfte danke ich den Staatsarchiven Zürich, Schwyz und des Thurgaus. Der Bestand umfasst 195 Nummern. Karlsruhe, den 26. März 2024 Volker Rödel Die Titelaufnahmen wurden im April 2024 von Sara Diedrich klassifiziert und redaktionell bearbeitet. Die Konversion der Daten übernahm Fabian Beller.
Abkürzungen und Siglen: DD: Monumenta Germaniae Historica, Diplomata, gefolgt von der Abkürzung des Herrschernamens, zum Beispiel HIV für Heinrich IV. RI: Regesta Imperii, gefolgt von der Band-Nummer, zum Beispiel VII für Karl IV. RPR II,1. Regesta Pontificum Romanorum, Germania Pontificia II,1, 1923 RBK: Regesta Episcoporum Constantiensium 517-1496 RMB: Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050-1515 UB St. Blasien: Johann Wilhelm Braun, Urkundenbuch des Klosters St. Blasien im Schwarzwald [...] bis zum Jahr 1299, 2003 UB Freiburg: Friedrich Hefele, Freiburger Urkundenbuch Bde. 1-3, 1938-1957 WUB: Wirtenbergisches Urkundenbuch Bde. 1-11, 1849-1913 Thurgauer UB: Thurgauisches Urkundenbuch III, 1919 UBZH: Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich, 1888-1957 Chronik: Karl Brandi, Die Chronik des Gallus Öhem, 1893 Eberl, Regg. Urspring: Immo Eberl, Regesten zur Geschichte des Benediktinerinnenklosters Urspring bei Schelklingen 1127-1806, 1978 Schmidt, Papsturkk.: Tilmann Schmidt, Die Originale der Papsturkunden in Baden-Württemberg 1198-1417, 1993
195 Nummern (Nr. 1-192)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ