Kommission gegen revolutionäre Umtriebe (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 305/1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Justizministerium >> Kommissionen und ähnliche Einrichtungen
1833 - 1839
Überlieferungsgeschichte
Die Ministerialkommission gegen revolutionäre Umtriebe wurde am 29. Mai 1833 in Folge des Frankfurter Wachensturms durch König Wilhelm I. einberufen. Nach der Auflösung der Kommission im März 1839 wurden die Akten an das Justizministerium übergeben (vgl. Aktenverzeichnis in Bü 1).
1910 zusammen mit weiteren Akten des Justizministeriums eingekommen.
Vorbemerkung: Unter dem Eindruck des Frankfurter Wachensturms berief König Wilhelm I. beim Justizministerium eine Kommission ein, um ähnliche Erhebungen und Umsturzversuche in Württemberg zu verhindern. Sie arbeitete eng mit der Zentraluntersuchungsbehörde des Deutschen Bundes in Frankfurt zusammen und koordinierte die Untersuchungsverfahren, die bei nachgeordneten Gerichten oder Untersuchungshaftanstalten gegen politische Dissidenten geführt wurden. Die Kommission besaß ein eigenes Aktuariat. Zu den Personen und Gruppierungen, mit denen die Kommission beschäftigt war, gehörten die Tübinger Burchschaft, der Oberleutnant von Ernst Ludwig Koseritz und der Buchhändler Friedrich Gottlob Franckh. Die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe enthalten nur wenige Akten über die innere Organisation, da diese eng mit dem Justizministerium verzahnt war. Der Hauptteil besteht aus Mitteilungen und Berichten aus Württemberg, aber auch anderen Teilen des Deutschen Bundes, vor allem aber aus Protokollen von gerichtlichen Untersuchungen und Verhören. Sie gelangten 1910 in einer Ablieferung des Justizministeriums (Bestand E 301) ins Hauptstaatsarchiv, welche noch im selben Jahr von Philipp Schramm summarisch geordnet und verzeichnet wurde. Im Zuge der Neuerschließung des Bestandes erschien die Herauslösung der Akten der einzelnen Kommissionen im Sinne des Provenienzprinzips und einer übersichtlichen Beständestruktur geboten. Nach Vorbild der Kommissionen des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten (E 63 / 1 ff.) erhielten sie die bis dahin noch freie Signatur E 305 / 1 - 6, die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe die Signatur E 305/1. Nach der Herauslösung aus Bestand E 301 (Rubrik "Hochverrat") wurden die Unterlagen durch den Unterzeichneten neu geordnet, verzeichnet und klassifiziert, wobei es zur Aufteilung der bisher summarisch zusammen gefassten Aktenfaszikel in Einzelfallakten kam. Im Zuge der Bestandsbildung und Verzeichnung wurde der neue Bestand durch Rudolf Bezold archivgerecht verpackt. Der neu entstandene Bestand umfasst insgesamt 37 Aktenbüschel mit einem Gesamtumfang von 2,3 lfd. Regalmetern. Stuttgart, im September 2005 Johannes Renz
Literatur: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, 8 Bde., Stuttgart 1977-1983 Alfred Dehlinger, Württembergs Staatswesen, Stuttgart 1951
Stadt- und Landkreise (Kraftfahrzeugkennzeichen):
F Stadtkreis Frankfurt am Main
HD Stadtkreis Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis
LB Landkreis Ludwigsburg
RT Landkreis Reutlingen
S Stadtkreis Stuttgart
TÜ Landkreis Tübingen
Sonstige Abkürzungen:
Bd., Bde. Band, Bände
F., Fasz. Faszikel
ff. folgende
Gen. Generalia
lfd. m laufende Meter
Nr. Nummer
Qu. Quadrangel
S. Seite
Schr. Schriftstück
u. a. unter anderem
v. a. vor allem
z. B. zum Beispiel
Die Ministerialkommission gegen revolutionäre Umtriebe wurde am 29. Mai 1833 in Folge des Frankfurter Wachensturms durch König Wilhelm I. einberufen. Nach der Auflösung der Kommission im März 1839 wurden die Akten an das Justizministerium übergeben (vgl. Aktenverzeichnis in Bü 1).
1910 zusammen mit weiteren Akten des Justizministeriums eingekommen.
Vorbemerkung: Unter dem Eindruck des Frankfurter Wachensturms berief König Wilhelm I. beim Justizministerium eine Kommission ein, um ähnliche Erhebungen und Umsturzversuche in Württemberg zu verhindern. Sie arbeitete eng mit der Zentraluntersuchungsbehörde des Deutschen Bundes in Frankfurt zusammen und koordinierte die Untersuchungsverfahren, die bei nachgeordneten Gerichten oder Untersuchungshaftanstalten gegen politische Dissidenten geführt wurden. Die Kommission besaß ein eigenes Aktuariat. Zu den Personen und Gruppierungen, mit denen die Kommission beschäftigt war, gehörten die Tübinger Burchschaft, der Oberleutnant von Ernst Ludwig Koseritz und der Buchhändler Friedrich Gottlob Franckh. Die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe enthalten nur wenige Akten über die innere Organisation, da diese eng mit dem Justizministerium verzahnt war. Der Hauptteil besteht aus Mitteilungen und Berichten aus Württemberg, aber auch anderen Teilen des Deutschen Bundes, vor allem aber aus Protokollen von gerichtlichen Untersuchungen und Verhören. Sie gelangten 1910 in einer Ablieferung des Justizministeriums (Bestand E 301) ins Hauptstaatsarchiv, welche noch im selben Jahr von Philipp Schramm summarisch geordnet und verzeichnet wurde. Im Zuge der Neuerschließung des Bestandes erschien die Herauslösung der Akten der einzelnen Kommissionen im Sinne des Provenienzprinzips und einer übersichtlichen Beständestruktur geboten. Nach Vorbild der Kommissionen des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten (E 63 / 1 ff.) erhielten sie die bis dahin noch freie Signatur E 305 / 1 - 6, die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe die Signatur E 305/1. Nach der Herauslösung aus Bestand E 301 (Rubrik "Hochverrat") wurden die Unterlagen durch den Unterzeichneten neu geordnet, verzeichnet und klassifiziert, wobei es zur Aufteilung der bisher summarisch zusammen gefassten Aktenfaszikel in Einzelfallakten kam. Im Zuge der Bestandsbildung und Verzeichnung wurde der neue Bestand durch Rudolf Bezold archivgerecht verpackt. Der neu entstandene Bestand umfasst insgesamt 37 Aktenbüschel mit einem Gesamtumfang von 2,3 lfd. Regalmetern. Stuttgart, im September 2005 Johannes Renz
Literatur: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, 8 Bde., Stuttgart 1977-1983 Alfred Dehlinger, Württembergs Staatswesen, Stuttgart 1951
Stadt- und Landkreise (Kraftfahrzeugkennzeichen):
F Stadtkreis Frankfurt am Main
HD Stadtkreis Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis
LB Landkreis Ludwigsburg
RT Landkreis Reutlingen
S Stadtkreis Stuttgart
TÜ Landkreis Tübingen
Sonstige Abkürzungen:
Bd., Bde. Band, Bände
F., Fasz. Faszikel
ff. folgende
Gen. Generalia
lfd. m laufende Meter
Nr. Nummer
Qu. Quadrangel
S. Seite
Schr. Schriftstück
u. a. unter anderem
v. a. vor allem
z. B. zum Beispiel
37 Büschel
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:39 PM CET
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