Elisabethspital (Bestand)
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D 11
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe D: Stiftungen und Stiftungsverwaltungen >> D 11 - Elisabethspital
Im Jahr 1209 übertrug Kaiser Otto IV. dem Deutschen Orden den südlich der Pegnitz gelegenen Königshof. Aus dieser Schenkung entstand die Deutschordenskommende Nürnberg, die im Laufe des 13. Jh. um eines der größten Spitäler, die der Orden im Reich betreute, erweitert wurde. Wann und von wem dieses nach der Heiligen Elisabeth benannte Spital gegründet wurde, ist unbekannt. Die Deutschordenstradition ging später davon aus, daß es schon um 1210 von der Nürnberger Bürgerschaft gestiftet worden sei, die historische Forschung nimmt eine Schenkung Kaiser Friedrichs II. um 1230 an. Kommende und Elisabethspital waren strikt getrennte Verwaltungskörper mit einem jeweils eigenen Wirtschaftsbereich, die außerhalb der staufischen Stadt nebeneinander an der Ausfallstraße nach Augsburg lagen. Erst die Stadterweiterung des Spätmittelalters bezog beide in die Stadt ein, ohne bis 1806 etwas an ihrem exterritorialen Rechtsstatus zu ändern. Nach der Gründung des Heilig-Geist-Spitals erhielt das Elisabethspital den Namen 'Altes Spital'. Um 1380/90 zählte man im Elisabethspital ca. 50 Insassen. Die Spitalkapelle, bis ins 18. Jh. Vorgängerbau der heutigen Elisabethkirche, war nach der Reformation das einzige Nürnberger Gotteshaus, in dem noch die katholische Messe gefeiert werden durfte, wenn auch nur hinter verschlossenen Türen. 1806/08 wurde das Elisabethspital von der bayerischen staatlichen Verwaltung aufgehoben und sein Vermögen in die Heilig-Geist-Spital-Stiftung überführt.Der hier verzeichnete Bestand stellt eine Restüberlieferung dar. Das Schriftgut des Elisabethspitals wurde im Zuge der bayerischen Stiftungsreform 1808 an die königlich bayerische Stiftungsverwaltung extradiert und mit dieser 1818 rekommunalisiert. Als Bestandteil der Aktenbestände der Wohltätigkeitsstiftungen ältere Spezialregistratur (heute Bestand D 15) und neuere Spezialregistratur (heute Bestand D 20/II) kam es in den Besitz des Stadtarchivs Nürnberg. Hier wurde aus den älteren Einheiten sowie aus verschiedenen Abgaben des 19. Jahrhunderts des Deutschordensarchivs Mergentheim der Provenienzbestand D 11 (Elisabethspital) neu gebildet; die erst nach der Umbruchszeit 1806/10 entstandenen Akten der Elisabethspitalstiftung verblieben in D 20/II. Ergänzende Überlieferungen und Überlieferungsteile befinden sich in den Beständen A 26 (Abgaben Staatsarchiv Nürnberg), B 11 (Ratskanzlei), B 35 (Losungamt), A 1 (Urkundenreihe) sowie im Staatsarchiv Nürnberg.Inhaltlich enthält der Bestand in erster Linie Material zu Besitzverhältnissen und Rechnungsführung des Spitals, aber auch Grund- und Aufrisse der Elisabethkapelle.
lfd. Meter: 1,00
Bestand
Deutsch
Altes Spital
Elisabethspital (Bestand)
Spital, Elisabeth- (Bestand)
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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05.06.2025, 11:18 AM CEST