Landesausschuss des Deutschen Seevereins Karlsruhe (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 Seeverein Karlsruhe
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Archive von Anstalten, Körperschaften und Stiftungen >> Bürgerbewegungen und politische Gruppen >> Landesausschuss des Deutschen Seevereins
Überlieferungsgeschichte
Zum Aufbruch in die Weltpolitik, wie ihn Kaiser Wihelm II. 1890 verkündigte, schien der Aufbau einer Flotte nach dem Beispiel Großbritanniens und Japans unabdingbar. Führende Repräsentanten der Schwerindustrie, Werften und Banken gründeten am 30. April 1898 in Berlin den Deutschen Flottenverein, der unter dem Vorsitz von Wilhelm Fürst zu Wied und unter der Schirmherrschaft des Prinzen Heinrich von Preußen stand. Er hatte den Zweck, das Verständnis des deutschen Volkes für die Bedeutung und Aufgaben der Flotte zu wecken und für deren Angehörige Fürsorge zu leisten. In ihrem Mitteilungsblatt "Überall - Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine", der Zeitschrift "Die Flotte", mit Vortragsabenden, Feierlichkeiten und anderen Veranstaltungen propagierte er eine aggressive Weltmachtpolitik Deutschlands und warb um Mitglieder. Bereits am 14. Dezember des gleichen Jahres konstituierte sich in Karlsruhe in Anwesenheit des Prinzen Karl von Baden und eines Generals von Bülow ein badisches Landeskomittee zur Unterstützung und Verbreitung des Deutschen Flottenvereins. Es stand unter dem Protektorat Großherzog Friedrichs I. Erster Vorsitzender war der Präsident der Handelskammer Karlsruhe, Geheimer Commerzienrat Karl August Schneider.
Die Novemberrevolution und das Ende des Kaiserreichs führten zu zahlreichen Austritten. Der Verein firmierte in den Jahren 1919-1931 als Deutscher Seeverein. Obwohl dieser noch bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung bestand, löste sich sein Karlsruher Landesverband bereits Ende 1923 wegen schwindender Mitgliederzahlen und mangelnder finanzieller Grundlagen auf. Der ehemalige 2. Vorsitzende des Ausschusses, Oberarchivrat Dr. Albert Krieger, und Oberrechnungsrat Karl Kirsch hinterlegten 1924 das Schriftgut des Ausschusses im Generallandesarchiv; nach deren Ableben ging es in das Eigentum des Generallandesarchivs über.
Inhalt und Bewertung
Organisation: Gründung.- Korrespondenz mit der Präsidialgeschäftsstelle in Berlin.- Ausschusssitzungen und Hauptversammlungen.- Mitgliederverzeichnisse.- Finanzen
Veranstaltungen: Auszeichnungen.- Stapellauf des kleinen Kreuzers "Karlsruhe"und des Linienschiffes "Ersatz Weißenburg"
Zum Aufbruch in die Weltpolitik, wie ihn Kaiser Wihelm II. 1890 verkündigte, schien der Aufbau einer Flotte nach dem Beispiel Großbritanniens und Japans unabdingbar. Führende Repräsentanten der Schwerindustrie, Werften und Banken gründeten am 30. April 1898 in Berlin den Deutschen Flottenverein, der unter dem Vorsitz von Wilhelm Fürst zu Wied und unter der Schirmherrschaft des Prinzen Heinrich von Preußen stand. Er hatte den Zweck, das Verständnis des deutschen Volkes für die Bedeutung und Aufgaben der Flotte zu wecken und für deren Angehörige Fürsorge zu leisten. In ihrem Mitteilungsblatt "Überall - Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine", der Zeitschrift "Die Flotte", mit Vortragsabenden, Feierlichkeiten und anderen Veranstaltungen propagierte er eine aggressive Weltmachtpolitik Deutschlands und warb um Mitglieder. Bereits am 14. Dezember des gleichen Jahres konstituierte sich in Karlsruhe in Anwesenheit des Prinzen Karl von Baden und eines Generals von Bülow ein badisches Landeskomittee zur Unterstützung und Verbreitung des Deutschen Flottenvereins. Es stand unter dem Protektorat Großherzog Friedrichs I. Erster Vorsitzender war der Präsident der Handelskammer Karlsruhe, Geheimer Commerzienrat Karl August Schneider.
Die Novemberrevolution und das Ende des Kaiserreichs führten zu zahlreichen Austritten. Der Verein firmierte in den Jahren 1919-1931 als Deutscher Seeverein. Obwohl dieser noch bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung bestand, löste sich sein Karlsruher Landesverband bereits Ende 1923 wegen schwindender Mitgliederzahlen und mangelnder finanzieller Grundlagen auf. Der ehemalige 2. Vorsitzende des Ausschusses, Oberarchivrat Dr. Albert Krieger, und Oberrechnungsrat Karl Kirsch hinterlegten 1924 das Schriftgut des Ausschusses im Generallandesarchiv; nach deren Ableben ging es in das Eigentum des Generallandesarchivs über.
Inhalt und Bewertung
Organisation: Gründung.- Korrespondenz mit der Präsidialgeschäftsstelle in Berlin.- Ausschusssitzungen und Hauptversammlungen.- Mitgliederverzeichnisse.- Finanzen
Veranstaltungen: Auszeichnungen.- Stapellauf des kleinen Kreuzers "Karlsruhe"und des Linienschiffes "Ersatz Weißenburg"
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ