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Kurfürst Friedrich I. (Bestand)
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Tektonik >> HAUS UND HOF DER HOHENZOLLERN >> Haus Hohenzollern >> Hauptlinie: Kurfürsten und Könige (Kaiser) >> Die Kurfürsten von Brandenburg und ihre Familien
Laufzeit: 1403 - 1489 (1712, Ende 18. Jh., 1917)
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Biographie Kurfürst Friedrichs I. von Brandenburg: /1/
Zwischen 6. August- Geburt vermutlich auf der Plassenburg bei Kulmbach
26. November 1371
21. Januar 1398 nach Tod seines Vaters als Friedrich VI. zunächst Burggraf von Nürnberg
18. September 1401 Heirat mit Elisabeth von Bayern-Landshut (1383-1442) in Berlin
8. Juli 1411 Ernennung zum Landeshauptmann der Mark Brandenburg
30. April 1415 förmliche Belehnung zum Markgrafen von Brandenburg sowie Erzkämmerer und Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches
18. April 1417 feierliche Belehnung als Kurfürst
2. Oktober 1418 Ernennung zum königlichen Statthalter und Verweser in Deutschland
11. Juni 1420 nach Tod seines älteren Bruders Burggraf Johann III. auch Markgraf von Brandenburg-Kulmbach
27. Juni 1427 verkauft die Burg zu Nürnberg
7. Juni 1437 Regelung der Erbfolge unter seinen vier Söhnen
20. September 1440 Tod auf der Kadolzburg; beigesetzt im Kloster Heilsbronn
Söhne:
- Johann (Alchymist) (1406-1464), seine Gemahlin Barbara (1405-1465) und seine Kinder: Rudolf (1424), Barbara (1423-1481), Elisabeth (1425-1465), Dorothea (1430-1495)
- Friedrich II. (Eisenzahn) (1413-1471) (vgl. BPH, Rep. 26 Kurfürst Friedrich II.)
- Albrecht III. (Achilles) (1414-1486) (vgl. BPH, Rep. 27 Kurfürst Albrecht Achilles)
- Friedrich der Jüngere (der Fette) (1424-1463), seine Gemahlin Agnes (1434-1512) und seine Tochter Magdalene (1460-1496)
Töchter:
- Elisabeth (1403-1449)
- Cäcilie (1405-1449?)
- Margarete (1410-1465)
- Magdalena (1412?-1454)
- Sophie (1416-1417)
- Dorothea (1420-1491)
Bestandsgeschichte: /2/
Die vorliegende Personalrepositur 25 für Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg gehört zu der Überlieferung des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. Das Königliche Hausarchiv (seit 1926 Brandenburg-Preußisches Hausarchiv) wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts (Prozess von ca. 1847-1852) durch Herauslösung aus den Beständen des Geheimen Staats- und Kabinettsarchivs durch Friedrich Wilhelm IV. begründet und befand sich zunächst noch im Berliner Stadtschloss. Es bestand in der Hauptsache aus Personalreposituren (eine Art künstlich gebildete Nachlässe der Herrscher und ihrer Familienangehörigen), Überlieferungen der Hofbehörden und Sachreposituren. Im Sommer 1895 erfolgte der Umzug in ein eigenes Archivgebäude am Luisenplatz in Charlottenburg. Bedauerlicherweise hat das Hausarchiv in der Folgezeit verschiedene größere Verluste erlitten, zunächst in der Zeit von ca. Ende 1920 - Ende 1923 durch einen umfangreichen Archivaliendiebstahl des Privatgelehrten Dr. Karl Hauck (Kennzeichnung durch Stempel "Furtum Hauckianum" an den Archivalien; hier z.B. BPH, Rep. 25, Nr. 17 und 20). Kriegsbedingt erfolgte dann in den Jahren 1942 - Anfang 1945 die Flüchtung eines Teils der wertvolleren Bestände des Hausarchivs über den Flakturm beim Zoo und das Johanniterordensschloss in Sonnenburg letztendlich in das Salzbergwerk von Staßfurt. Der in Berlin verbliebene Teil, der ca. 75 % des ursprünglichen Gesamtbestandes (überwiegend Sachreposituren und etwa die Hälfte der BPH-Urkunden) ausmachte, wurde am 22. November 1943 beim Brand des Hausarchivs durch einen Luftangriff vernichtet. Nach Kriegsende hat die Rote Armee dann große Teile als Kriegsbeute in die UdSSR verschleppt, die sie später an die DDR zurückgegeben hat. In den Jahren 1946 - 1948 entwendete der als russischer Dolmetscher bei der Verwaltung der beschlagnahmten Kulturschätze, Viktor Minuth, in großem Umfang u.a. aus den kriegsbedingt ausgelagerten Personalreposituren des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs wertvolle Autographen und Archivalien. Die Stücke konnten leider nur teilweise wieder zurückgeführt werden und sind heute noch an dem Stempel "DM" auf den betreffenden Archivalien erkennbar. Ab 1949 wurden die geflüchteten Archivalien des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs zusammen mit den ausgelagerten Beständen des Geheimen Staatsarchivs in dem in Merseburg gegründeten Deutschen Zentralarchiv, Historische Abteilung II aufgestellt und benutzbar gemacht. In Berlin-Dahlem wurden in der Folgezeit die BPH-Reposituren des Hausarchivs, deren Bestände nun in Merseburg verwahrt wurden, vorwiegend mit Ankäufen, aus dem Krieg geretteten Archivalien oder anderweitigen Erwerbungen parallel "neu" gebildet. In Merseburg wurde derweil angefangen, das Mitte des 19. Jahrhunderts durch Herausnahme aus dem historischen Archivkörper künstlich gebildete Hausarchiv, das nun schon 100 Jahre so bestanden hatte, wieder aufzulösen und die einzelnen Archivalien gemäß ihrer ursprünglichen Herkunft in die Bestände des Geheimen Staatsarchivs einzuarbeiten. Die zum Teil als fehlend in den Personalreposituren vermerkten Archivalien können daher in Merseburg mitunter ohne Eintragung des neuen Verwahrungsortes unter anderem in folgende Bestände verbracht worden sein:
GStA PK, I. HA Rep. 89 Geheimes Zivilkabinett
GStA PK, I. HA Rep. 100 Ministerium des Königlichen Hauses.
Mit der Rückführung der Bestände im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands gelangten die Archivalien im Zeitraum von April 1993 - Januar 1994 nach Berlin in das Geheime Staatsarchiv PK und werden hier mit den teilweise existierenden "ehemals Dahlemer" Teilbeständen des BPH zu einer Gesamtrepositur zusammengearbeitet.
Bei der Personalrepositur Kurfürst Friedrich I. handelt es sich komplett um den Altbestand des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. Ein Teil der Archivalien stammte ursprünglich aus dem ehemaligen Plassenburger Archiv, das als sogenannte "Bamberger Ablieferung" in den Jahren 1868 und 1889 vom Bamberger Provinzialarchiv an das Hausarchiv abgegeben wurde. Ein entsprechender Nachweis lässt sich den Altsignaturen entnehmen. Der Bestand ist in den Jahren 1952 und 1985 in Merseburg revidiert worden und gemäß des Zettelrepertoriums aus dem Hausarchiv bis auf wenige fehlende Blätter (ersichtlich bei der Umfangsangabe in der Datenbank) vollständig überliefert. Das Archivale BPH Rep. 25 Nr. 43 (ehem. BPH Rep. 25 VIII a Nr. 1) fehlte zwar bei der Revision im Jahr 1985, war bei der jetzigen Bearbeitung jedoch vorhanden.
Die Bestandsgliederung orientiert sich an der alten einheitlichen Gliederung aller Personalreposituren des Hausarchivs. /3/ Daher existieren Nummerierungslücken in der Klassifikation. Unter dem Klassifikationspunkt "00" werden entsprechend die nicht besetzten Klassifikationspunkte aufgeführt.
Die Neuverpackung, Revision, Reinigung und Umsignierung nach laufenden Nummern erledigte W. Bauer. Die Datenbankeingabe des alten Zettelrepertoriums aus dem Hausarchiv nahm I. Pistiolis vor und die Anpassung der Aktentitel und Vorworterstellung die Unterzeichnende. Die Personalrepositur von Kurfürst Friedrich I. wurde nun der Einfachheit halber nach laufenden Nummern umsigniert. Durch die Klassifizierung und teilweise chronologische Ordnung der Akten entstanden Springnummern. Dadurch konnte die fortlaufende Nummerierung im Findbuch nicht beibehalten werden. In der am Findbuchende befindlichen Konkordanz werden die neuen Signaturen nachgewiesen. Dem Seitenindex kann man entnehmen, auf welcher Seite sich die jeweilige Bestellnummer befindet.
Formalangaben:
Laufzeit: 1403 - 1489 (1712, Ende 18. Jh., 1917)
Letzte vergebene Nummer: 68
Umfang (in laufenden Metern): 0,4 lfm
Lagerungsort: Westhafen
Die Akten sind auf gelben Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
BPH, Rep. 25 Nr. [ ]
Zitierweise:
GStA PK, BPH, Rep. 25 Kurfürst Friedrich I., Nr. [ ]
Flocken, Jan von: Friedrich I. von Brandenburg: Krieger und Reichsfürst im Spätmittelalter, Berlin 2009
Schultze, Johannes: Friedrich I. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Berlin 1961, S. 494
Hirsch, Theodor: Friedrich VI., Burggraf von Nürnberg, als Kurfürst und Markgraf von Brandenburg F. I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Leipzig 1877, S. 464-475
Voigt, Johannes: Die Erwerbung der Neumark: Ziel und Erfolg der brandenburgischen Politik unter den Kurfürsten Friedrich I. und Friedrich II. 1402 - 1457; nach archivalischen Quellen, Berlin 1863
Hahn, Ludwig Ernst: Kurfürst Friedrich der Erste von Brandenburg, Burggraf zu Nürnberg, der Ahnherr des Preußischen Königshauses: ein deutsches Fürstenbild, Berlin 1859
Minutoli, Julius von: Friedrich I. Kurfürst von Brandenburg und Memorabilia aus dem Leben der Markgrafen von Brandenburg: aus den Quellen des Plassenburger Archivs bearbeitet; mit drei lithographirten Beilagen, Berlin 1850
Riedel, Adolph Friedrich (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis, Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, Berlin 1838-1869
Raumer, Georg Wilhelm von (Hrsg.): Codex Diplomaticus Brandenburgensis Continuatus: Sammlung ungedruckter Urkunden zur Brandenburgischen Geschichte, Berlin, Stettin, Elbing 1831-1833
Gercken, Philipp Wilhelm (Hrsg.): Codex Diplomaticus Brandenburgensis. Aus Originalien und Copial-Büchern gesammlet und herausgegeben, Salzwedel 1769-1785
/1/ Vgl. Flocken, Jan von: Friedrich I. von Brandenburg: Krieger und Reichsfürst im Spätmittelalter, Berlin 2009; Grossmann, Julius (Hrsg.): Genealogie des Gesamthauses Hohenzollern, Berlin 1905
/2/ Vgl. Althoff, Frank: Zur Geschichte des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. In: Vorstelijk koninklijk keizerlijk Archieven van vorstenhuizen in Europa / red. Yvonne Bos-Rops, Marijke Bruggemann, Gustaaf Janssens. 's-Gravenhage, 2016 (Jaarboek 16 Stichting Archiefpublicaties), S. 171-184
/3/ Übersicht über die Bestände des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs zu Berlin-Charlottenburg. Mitteilungen der Preußischen Archivverwaltung, Heft 27, Leipzig 1936, S. 28-30
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.