Fritzsche, Hans und Karin (Bestand)
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BArch N 1355
call number: N 1355
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe >> F
1940-1953
Geschichte des Bestandsbildners: Lebenslauf
21.04.1900 geboren in Bochum
1918 Freiwilliger im 1. Weltkrieg bei der 6.Kavallerie-Schützendivision
1919 Abitur am „König-Albert-Gymnasium" in Leipzig
1920 Studium der Philologie, der Geschichtswissenschaft und der Philosophie an der Universität Greifswald und Berlin
1923 Eintritt in die DNVP, Schriftleiter der „Preußischen Jahrbücher"
1924-1932 Anstellung als Redakteur bei die Nachrichtenagentur „Telegraphen-Union" des „Hugenberg - Konzerns"
1932 Leiter des „Drahtlosen Dienstes"
1. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP
1933-1938 Leiter des Nachrichtenwesens in der Presseabteilung des Reichspropagandadienstes
1939 Leiter der Abteilung „Deutsche Presse" im Reichsministerium für Volkaufklärung und Propaganda
1940 Fritzsches erstes Buch „Krieg den Krieghetzern" erscheint
1941 Fritzsches zweites Buch „Zeugen gegen England" erscheint
1942 Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
April 1942 Fronteinsatz bei einer Propagandakompanie im Vormarsch auf Stalingrad
Okt. 1942 Beförderung zum Ministerialdirektor
Nov. 1942 Leiter der Rundfunkabteilung des Reichspropagandaministerium, Einberufung zum Generalbevollmächtigten für die politische Organisation des Großdeutschen Rundfunks
1945-1946 Anklage im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Stellvertreter Goebbels
30.09.1946 Freispruch in allen Anklagepunkten
1947 erneute Anklage und Verurteilung zu 8 Jahren Arbeitslager in einem Verfahren des Spruchkammergerichts Nürnberg
1947-1950 Internierung in verschiedenen Arbeitslagern
1948 erstes Nachkriegsbuch „Es sprach Hans Fritzsche" erscheint
26.09.1950 vorzeitige Haftentlassung wegen „guter Führung"
1951-1953 Tätigkeit in der Werbebranche
1953 zweites Nachkriegsbuch „Das Schwert auf der Waage" erscheint
27.09.1953 gestorben in Köln nach einem Krebsleiden
Literatur:
Fritzsche, Hans: Krieg den Kriegshetzern. Politische Zeitungs- und Rundfunkschau. Mit einem Vorwort des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Berlin 1940
Kelley, Douglas M.: Twenty-two cells in Nuremberg. London 1947
Hier spricht Hans Fritzsche, Zürich 1948
Springer, Hildegard: Es sprach Hans Fritzsche. Nach Gesprächen, Briefen und Dokumenten. Originaltitel: "Hier spricht Hans Fritzsche". Stuttgart 1949
Hildegard Springer Das Schwert auf der Waage. Hans Fritzsche über Nürnberg, Heidelberg 1953
Fritzsche, Hans: A sword in the scales. As told to Hildegard Springer. London 1953
Fritzsche, Hildegard: Vor dem Tribunal der Sieger. Gesetzlose Justiz in Nürnberg. Preußisch Oldendorf 1981
Bonacker, Max: Goebbels' Mann beim Radio. Der NS-Propagandist Hans Fritzsche (1900-1953), Oldenbourg, München 2007
Bearbeitungshinweis: online-Erschließung
Bestandsbeschreibung: Der Nachlass wurde im Jahr 1987 von der Verfügungsberechtigten Frau Karin Fritzsche gekauft und ist seitdem Eigentum des Bundesarchivs. Es bestehen keine Benutzungsbeschränkungen außer der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener und schutzwürdigen Belangen Dritter.
Die Ordnungs- und Erschließungsarbeiten am Nachlass Hans und Karin Fritzsche (N 1355) sind im Rahmen der Anwärterausbildung 2015 abgeschlossen worden. Alle archivwürdigen Bände sind erschlossen und klassifiziert worden. Zwei Bände wurden zur Kassation freigegeben, da sie nur Kopien aus den publizierten Protokollen der Nürnberger Prozesse enthielten.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Bände beinhalten Unterlagen zu den verschiedenen Gerichtsverfahren gegen Hans Fritzsche, zu seinen Gefängnisaufenthalten und zur persönlichen sowie zur beruflichen Situation seiner Frau Karin Fritzsche und die Scheidung der Eheleute. Nicht enthalten sind hingegen Unterlagen aus der NS-Zeit und seiner Arbeit im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.
Vorarchivische Ordnung: Der Benutzer Max Bonacker erstellte im Jahr 2000, während der Recherchen für seine Biografie über Hans Fritzsche, ein vorläufiges Verzeichnis des Bestandes.
Zitierweise: BArch N 1355/...
21.04.1900 geboren in Bochum
1918 Freiwilliger im 1. Weltkrieg bei der 6.Kavallerie-Schützendivision
1919 Abitur am „König-Albert-Gymnasium" in Leipzig
1920 Studium der Philologie, der Geschichtswissenschaft und der Philosophie an der Universität Greifswald und Berlin
1923 Eintritt in die DNVP, Schriftleiter der „Preußischen Jahrbücher"
1924-1932 Anstellung als Redakteur bei die Nachrichtenagentur „Telegraphen-Union" des „Hugenberg - Konzerns"
1932 Leiter des „Drahtlosen Dienstes"
1. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP
1933-1938 Leiter des Nachrichtenwesens in der Presseabteilung des Reichspropagandadienstes
1939 Leiter der Abteilung „Deutsche Presse" im Reichsministerium für Volkaufklärung und Propaganda
1940 Fritzsches erstes Buch „Krieg den Krieghetzern" erscheint
1941 Fritzsches zweites Buch „Zeugen gegen England" erscheint
1942 Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
April 1942 Fronteinsatz bei einer Propagandakompanie im Vormarsch auf Stalingrad
Okt. 1942 Beförderung zum Ministerialdirektor
Nov. 1942 Leiter der Rundfunkabteilung des Reichspropagandaministerium, Einberufung zum Generalbevollmächtigten für die politische Organisation des Großdeutschen Rundfunks
1945-1946 Anklage im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Stellvertreter Goebbels
30.09.1946 Freispruch in allen Anklagepunkten
1947 erneute Anklage und Verurteilung zu 8 Jahren Arbeitslager in einem Verfahren des Spruchkammergerichts Nürnberg
1947-1950 Internierung in verschiedenen Arbeitslagern
1948 erstes Nachkriegsbuch „Es sprach Hans Fritzsche" erscheint
26.09.1950 vorzeitige Haftentlassung wegen „guter Führung"
1951-1953 Tätigkeit in der Werbebranche
1953 zweites Nachkriegsbuch „Das Schwert auf der Waage" erscheint
27.09.1953 gestorben in Köln nach einem Krebsleiden
Literatur:
Fritzsche, Hans: Krieg den Kriegshetzern. Politische Zeitungs- und Rundfunkschau. Mit einem Vorwort des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Berlin 1940
Kelley, Douglas M.: Twenty-two cells in Nuremberg. London 1947
Hier spricht Hans Fritzsche, Zürich 1948
Springer, Hildegard: Es sprach Hans Fritzsche. Nach Gesprächen, Briefen und Dokumenten. Originaltitel: "Hier spricht Hans Fritzsche". Stuttgart 1949
Hildegard Springer Das Schwert auf der Waage. Hans Fritzsche über Nürnberg, Heidelberg 1953
Fritzsche, Hans: A sword in the scales. As told to Hildegard Springer. London 1953
Fritzsche, Hildegard: Vor dem Tribunal der Sieger. Gesetzlose Justiz in Nürnberg. Preußisch Oldendorf 1981
Bonacker, Max: Goebbels' Mann beim Radio. Der NS-Propagandist Hans Fritzsche (1900-1953), Oldenbourg, München 2007
Bearbeitungshinweis: online-Erschließung
Bestandsbeschreibung: Der Nachlass wurde im Jahr 1987 von der Verfügungsberechtigten Frau Karin Fritzsche gekauft und ist seitdem Eigentum des Bundesarchivs. Es bestehen keine Benutzungsbeschränkungen außer der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener und schutzwürdigen Belangen Dritter.
Die Ordnungs- und Erschließungsarbeiten am Nachlass Hans und Karin Fritzsche (N 1355) sind im Rahmen der Anwärterausbildung 2015 abgeschlossen worden. Alle archivwürdigen Bände sind erschlossen und klassifiziert worden. Zwei Bände wurden zur Kassation freigegeben, da sie nur Kopien aus den publizierten Protokollen der Nürnberger Prozesse enthielten.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Bände beinhalten Unterlagen zu den verschiedenen Gerichtsverfahren gegen Hans Fritzsche, zu seinen Gefängnisaufenthalten und zur persönlichen sowie zur beruflichen Situation seiner Frau Karin Fritzsche und die Scheidung der Eheleute. Nicht enthalten sind hingegen Unterlagen aus der NS-Zeit und seiner Arbeit im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.
Vorarchivische Ordnung: Der Benutzer Max Bonacker erstellte im Jahr 2000, während der Recherchen für seine Biografie über Hans Fritzsche, ein vorläufiges Verzeichnis des Bestandes.
Zitierweise: BArch N 1355/...
Fritzsche, Hans, 1900-1953
10 Aufbewahrungseinheiten; 0,5 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ