Gutsarchiv Bennstedt (Bestand)
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H 26 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
(1522) 1606 - 1973
Findhilfsmittel: Findbuch von 2012 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Bennstedt ist eine Gemeinde im Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Bennstedt war Sitz eines Amtes im Schraplauer Kreis der Grafschaft Mansfeld. Mit der Sequestration der Grafschaft 1570/73 wurde es bis 1716 unter direkte magdeburgische Verwaltung gestellt, danach erhielt der magdeburgische Anteil der Grafschaft den Status einer Mediatherrschaft unter preußischer Hoheit. Mit dem Aussterben der Grafen gelangte Bennstedt 1780 endgültig zum preußischen Herzogtum Magdeburg, das 1816 in der preußischen Provinz Sachsen aufging, die bis 1945 bestand.
Das Amt Bennstedt umfasste die Rittergüter Bennstedt und Neuvitzenburg und besaß die Patrimonialgerichtsbarkeit. Als Besitzer von Amt und Rittergut Bennstedt erscheinen 1522 Hans von Trotha, 1694 die Familie Marschall von Bieberstein und 1785 Prinz August Ferdinand von Preußen. Letzterer verkaufte Amt und Rittergut 1810 an den pensionierten Offizier Andreas August Moritz Koch (1785-1836). Die Familie Koch besaß das Rittergut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945.
Den Überlieferungsschwerpunkt des Bestandes bilden persönliche Unterlagen der Familie Koch, insbesondere des letzten Gutsbesitzers Oberstleutnant Moritz Adolph Otto Koch (1875-1945) und seiner Tochter Gertrud Koch (1904-1980). Otto Koch war als Berufsoffizier seit 1896 in Danzig stationiert. 1903 ehelichte er in Danzig Isabel Gertrud Ella Anna, geb. Moritz (1884-1956) und lebte bis 1918/19 mit seiner Familie in Graudenz/Westpreußen. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bewirtschaftete Otto Koch das zuvor an seinen Bruder Johannes Ernst Koch (1877-1959) in Köchstedt verpachtete Gut Bennstedt ab 1919 wieder selbst. Gemeinsam mit seinem Bruder führte er außerdem die Firma „Gebr. Koch Bennstedt“, die eine Braunkohlegrube, eine Nasspresssteinfabrik, ein Kalkwerk und mehrere Tongruben bewirtschaftete.
Bestandsinformationen: Der Bestand stammt aus dem Nachlass der Gertrud Koch, die zuletzt in Damsdorf (Brandenburg) lebte. Er gelangte auf zwei Wegen in das heutige Landeshauptarchiv. Eine Abgabe erfolgte in den frühen 1980er Jahren an das Staatsarchiv Magdeburg, während ein zweiter Teil zur selben Zeit an das Brandenburgische Landeshauptarchiv Potsdam gelangte und im Jahre 2003 an das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt übergeben wurde.
Zusatzinformationen: Familien, zu denen der Bestand substantielle Überlieferung enthält: Koch. - Theune.
Literatur:
Felix Bachmann, Herrschaft und Wirkung. Adel und Großgrundbesitzer in Halle und dem westlichen Saalekreis, Halle/S. 2009. - Sebastian Matthias Baum, Sozialer Aufstieg und wirtschaftliche Tätigkeit bürgerlicher Gutsbesitzer im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Die Familie Koch in Bennstedt und Köchstedt, Magisterarbeit Universiät Halle, 2001. - Sebastian Matthias Baum, Die Familie Koch in Bennstedt und Köchstedt - Sozialer Aufstieg und wirtschaftliche Tätigkeit bürgerlicher Rittergutsbesitzer im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, in: Halle und der Bergbau. Beiträge der wissenschaftlichen Tagungen am 17./18. Oktober 2003 und 24./25. September 2004 (Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts 37), hrsg. vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Halle/S. 2005, S. 378-424. - Georg Schmidt, Das Geschlecht Koch auf Bennstedt und Köchstedt, Ms. in der Universitäts- und Landesbibliothek Halle, 1919.-
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Bennstedt ist eine Gemeinde im Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Bennstedt war Sitz eines Amtes im Schraplauer Kreis der Grafschaft Mansfeld. Mit der Sequestration der Grafschaft 1570/73 wurde es bis 1716 unter direkte magdeburgische Verwaltung gestellt, danach erhielt der magdeburgische Anteil der Grafschaft den Status einer Mediatherrschaft unter preußischer Hoheit. Mit dem Aussterben der Grafen gelangte Bennstedt 1780 endgültig zum preußischen Herzogtum Magdeburg, das 1816 in der preußischen Provinz Sachsen aufging, die bis 1945 bestand.
Das Amt Bennstedt umfasste die Rittergüter Bennstedt und Neuvitzenburg und besaß die Patrimonialgerichtsbarkeit. Als Besitzer von Amt und Rittergut Bennstedt erscheinen 1522 Hans von Trotha, 1694 die Familie Marschall von Bieberstein und 1785 Prinz August Ferdinand von Preußen. Letzterer verkaufte Amt und Rittergut 1810 an den pensionierten Offizier Andreas August Moritz Koch (1785-1836). Die Familie Koch besaß das Rittergut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945.
Den Überlieferungsschwerpunkt des Bestandes bilden persönliche Unterlagen der Familie Koch, insbesondere des letzten Gutsbesitzers Oberstleutnant Moritz Adolph Otto Koch (1875-1945) und seiner Tochter Gertrud Koch (1904-1980). Otto Koch war als Berufsoffizier seit 1896 in Danzig stationiert. 1903 ehelichte er in Danzig Isabel Gertrud Ella Anna, geb. Moritz (1884-1956) und lebte bis 1918/19 mit seiner Familie in Graudenz/Westpreußen. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bewirtschaftete Otto Koch das zuvor an seinen Bruder Johannes Ernst Koch (1877-1959) in Köchstedt verpachtete Gut Bennstedt ab 1919 wieder selbst. Gemeinsam mit seinem Bruder führte er außerdem die Firma „Gebr. Koch Bennstedt“, die eine Braunkohlegrube, eine Nasspresssteinfabrik, ein Kalkwerk und mehrere Tongruben bewirtschaftete.
Bestandsinformationen: Der Bestand stammt aus dem Nachlass der Gertrud Koch, die zuletzt in Damsdorf (Brandenburg) lebte. Er gelangte auf zwei Wegen in das heutige Landeshauptarchiv. Eine Abgabe erfolgte in den frühen 1980er Jahren an das Staatsarchiv Magdeburg, während ein zweiter Teil zur selben Zeit an das Brandenburgische Landeshauptarchiv Potsdam gelangte und im Jahre 2003 an das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt übergeben wurde.
Zusatzinformationen: Familien, zu denen der Bestand substantielle Überlieferung enthält: Koch. - Theune.
Literatur:
Felix Bachmann, Herrschaft und Wirkung. Adel und Großgrundbesitzer in Halle und dem westlichen Saalekreis, Halle/S. 2009. - Sebastian Matthias Baum, Sozialer Aufstieg und wirtschaftliche Tätigkeit bürgerlicher Gutsbesitzer im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Die Familie Koch in Bennstedt und Köchstedt, Magisterarbeit Universiät Halle, 2001. - Sebastian Matthias Baum, Die Familie Koch in Bennstedt und Köchstedt - Sozialer Aufstieg und wirtschaftliche Tätigkeit bürgerlicher Rittergutsbesitzer im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, in: Halle und der Bergbau. Beiträge der wissenschaftlichen Tagungen am 17./18. Oktober 2003 und 24./25. September 2004 (Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts 37), hrsg. vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Halle/S. 2005, S. 378-424. - Georg Schmidt, Das Geschlecht Koch auf Bennstedt und Köchstedt, Ms. in der Universitäts- und Landesbibliothek Halle, 1919.-
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 0.6
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ