Berufungssache des Krameramts, Klägers u. Berufungsklägers gegen Herman Borchorst in Münster, Beklagten und Berufungsbeklagten. Das klagende Amt war durch seine Gildemeister vertreten. Das sind im Jahre 1598 Arnold von Gülich und Johan Ralle, i.J. 1599 Arnold von Gülich und Bernt Burman, i.J. 1600 und 1601 Bernt Burman und Burchard Elverfeld. Der Kläger behauptet, der Beklagte habe etlichen Domherren oder deren Konkubinen "Grossgreine"(?) verkauft und dadurch, sowie durch Verkauf anderer Kramwaren (Seide, Spezereien) die Gerechtigkeiten des Krameramts verletzt. Er verlangt, dass der Beklagte Abtrag macht und Sicherheiten gegen Wiederholungen liefert.
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Berufungssache des Krameramts, Klägers u. Berufungsklägers gegen Herman Borchorst in Münster, Beklagten und Berufungsbeklagten. Das klagende Amt war durch seine Gildemeister vertreten. Das sind im Jahre 1598 Arnold von Gülich und Johan Ralle, i.J. 1599 Arnold von Gülich und Bernt Burman, i.J. 1600 und 1601 Bernt Burman und Burchard Elverfeld. Der Kläger behauptet, der Beklagte habe etlichen Domherren oder deren Konkubinen "Grossgreine"(?) verkauft und dadurch, sowie durch Verkauf anderer Kramwaren (Seide, Spezereien) die Gerechtigkeiten des Krameramts verletzt. Er verlangt, dass der Beklagte Abtrag macht und Sicherheiten gegen Wiederholungen liefert.
B-Acta jud, 129
B-Acta jud Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten)
Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten) >> 1501-1600
1598 - 1602
Enthält: Der Beklagte bestreitet das Vorbringen und behauptet, er habe lediglich Freunden einige Sachen aus Holland mitgebracht, die er dort mit ihrem Geld gekauft habe. Als Zeugen sollen durch den Offizial der Dombursenar Engelbert von Brabeck, dessen Köchin Nesa Rhuer, der Domherr Heinrich von Beveren und Nolte Buschman aus Nordwalde vernommen werden. Die Zeugen waren schon geladen, als der Prokurator fiscalis in einer Eingabe an den Offizial gegen die Vernehmung protestierte, da dem Rat in Münster keine Jurisdiktion als Berufungsinstanz gegen Urteile des Stadtrichters zustünde, die Berufung müsse an den Bischof gehen; der Streit hierüber zwischen Bischof und Rat schwebe im Reichskammergericht. Die Vernehmung unterblieb. Der Kläger schickt dem Beklagten den Eid zu, dass er in verbotener Weise Kramwaren verkauft hat. Der Beklagte leistet den Eid. Zwischenbescheide des Ratsgerichts sind unterzeichnet vom Lic. Alexander Grotte und Lic. Philipp Heinrich Mensinck. Erwähnt werden Bernard Scholver, der den Kläger in 1. Instanz vertreten hat, und Philipp Moderson.
Archivale
Verweis: Vgl. Acta Jud., Nr. 131
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
12.05.2026, 5:12 AM CEST