"Kaiserliche und königliche Privilegien, auch Hoch- und Deutschmeisterliche Verbote gegen der Juden unerlaubte Contrakten und Handlungen mit d. T.O. Untertanen, und daß diese für kein fremdes Gericht derentwegen geladen werden", geheftet
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, B 287 Bü 3
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, B 287 Deutscher Orden, Regierung Mergentheim: Judenschaft im Meistertum
Deutscher Orden, Regierung Mergentheim: Judenschaft im Meistertum >> 1500 - 1649
1530-1566
Enthält u.a.: Qu. 4: Artikel und Ordnung, die durch Josel Juden von Rosheim, gemeiner Jüdischheit Regierer, aufgericht und beschlossen worden im Reichstag zu Augsburg 1530. (Gedruckt bei Lehmann, Rabbi Joselmann von Rosheim, Frankfurt a.M. 1880, Bd. 2, S. 78ff.) Qu. 5: Instruktion des Deutschmeisters Walther von Cronberg, wessen sich seine Abgesandten bei Samson von Lammersheim wegen Ausrottung der Juden zu vergleichen, d.d. Mittwoch nach Elisabeth [24. November] 1535, Gr. Pap. Ausf. mit aufgedr. Siegel des Ausstellers. Qu. 6: Mandat des Deutschmeisters Walther von Cronberg an die Ordensuntertanen der Kommende Ulm, sich in keinen Handel mit Juden einzulassen, d.d. Mittwoch nach Cantate [22. Mai] 1538, Konz. Qu. 7 und 8: 2 besiegelte Originaldrucke des Mandats des Deutschmeisters Walther von Cronberg betreffend wucherische Kontrakte und Handlungen mit den Juden (s.B. 295.3 1/2). Qu. 9: Deutschmeister Walther von Cronberg bittet den Kaiser um ein Privileg, dass künftig kein Jude ohne Erlaubnis der Obrigkeit einem Ordensuntertanen etwas leihen und dass kein Ordensuntertan von einem Juden vor ein fremdes Gericht gefordert werden dürfe, s.d. [1541], Gleichzeitige Abschrift. Qu 10: Josel Jude von Rosheim, gemeiner Judenschaft Befehlhaber, bittet gegen die Juden keine Neuerung vorzunehmen, s.d. [1541], Gleichzeitige Abschrift. Qu. 11: Entwurf zu ???, mit vielen Änderungen. Qu. 12: Privileg Kaiser Karls V. für Bischof Philipp von Speyer, dass die Juden ohne seine Erlaubnis mit seinen Untertanen keinen Handel treiben dürfen, d.d. Regensburg 25. Mai 1541, Abschrift: Qu. 13: Deutschmeister Walther von Cronberg übersendet dem Komtur zu Horneck, Graf Balthasar von Nassau, etliche Stücke seines gedruckten Mandates gegen die Juden und ersucht um Publikation desselben, d.d. Mergentheim Montag nach Matthie ap (= 27. Februar) 1542, Or. Konz. Qu. 14: Bürgermeister und Rat zu Wimpfen sagen dem Deutschmeister Walther von Cronberg zu, dass sie seinem Verlangen und dem Kaiserlichen Freiheitsbrief wegen der wunderlichen Kontrakte der Juden entsprechend ihrem Mitbürger Anthoni Cappelreyn die Betätigung als Notar der Juden verboten haben, d.d. Montag nach Ursula virgo (23. Oktober) 1542. Or. Pap. Ausf. Qu. 15: Deutschmeister Walther von Cronberg ersucht Bürgermeister und Rat der Stadt Wimpfen, ihrem Mitbürger Anthoni Cappelreyn zu untersagen, dür die wucherlichen Kontrakte der Juden Briefe oder Instrumente auszustellen, d.d. Mergentheim Montag nach Francisci (9. Oktober) 1542. Or. Konz. Qu. 16: = Qu. 7 und 8. Qu. 17: Gedrucktes Transsumpt des Grafen Wolfgang von Hohenlohe d.d. Weikersheim 23. September 1542 über das Privileg König Ferdinands für den Deutschorden wegen der Juden d.d. Speyer 17. März 1542 (nebst einer Abschrift). Qu. 18: Deutschmeister Wolfgang ersucht seinen Kanzler Gregor Spiess (?), wegen der einem seiner Edelknaben abhanden gekommenen Kleider und eines silbernen Dolches einem Juden 3 Pfennig zu geben, damit er bei allen Juden Haussuchung halten lasse, d.d. Feldlager bei Brenz und Lauingen 18. Oktober 1546, Or. Pap. Ausf. Qu. 22: Gedrucktes Transsumpt des Grafen Ludwig Kasimir von Hohenlohe-Langenburg d.d. Neuenstein 10. Juni 1568 über die Erneuerung des Privilegs von König Ferdinand (= Qu. 17) durch Kaiser Maximilian II. d.d. Augsburg 18. Mai 1566
1 Fasz.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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27.11.2025, 15:29 MEZ
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