Straßen M: Martinsgasse, Martinspforte
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Stadtarchiv Worms, 006, 06628
006 - Stadtverwaltung Worms (1945-1999) Akten
006 - Stadtverwaltung Worms (1945-1999) Akten >> 64. Wohnungswesen >> 64.02. Wohnraumerfassung/-zuweisung (straßenweise, v.a. 1945-1948)
1945 - 1949
Enthält: hausnummernweise: Korrespondenz zw. Wohnungsamt und Eigentümern/Mietern/Wohnungssuchenden; Anträge auf Zuteilung von Wohnungen u. Zuzugsgenehmigungen; Einweisung in Wohnungen; Wohnungstausch; Ermittlung und Beschreibung von Wohnverhältnissen; Zufluchtnahme von Wormsern in umliegenden Orten; Hinweise auf ehem. Zugehörigkeit zu nationalsozialistischen Organisationen und Kriegsgefangenschaft
Darin: Zuzug von Hans Kummer, Komponist und Musiker, mit kurzer Darstellung seiner beruflichen Tätigkeit und Umzug nach Gaustr. 24 (bei Martinsgasse 1) Carl Jaberg: "... musste meine Familie die Wohnung räumen, weil ich Mitglied der NSDAP war. Ich selbst war Soldat und befand mich zu dieser Zeit in Kriegsgefangenschaft" (bei Martinsgasse 5); Zuzug von Dr. Roman Heyn, "bis zu seiner 1942 erfolgten Einberufung die unbestritten größte und bekannteste Zahnarztpraxis in Stadt und Kreis Worms" (bei Martinsgasse 19); Klaus Schäfer, Wiesoppenheim, Likörfabrik und Weingroßhandlung: Benachteiligung durch das Wohnungsamt, "ein von den Naziverbrechern Verfolgter, dem der gehängte Polizeidirektor Eichel 1939 u. 1940 wegen politischer Unzuverlässigkeit den Betrieb geschlossen hatte", Wiederaufbau seines Geschäftshauses und Konflikt mit Fritz Michel, Schuhmachermeister (bei Martinsgasse 5); Zuzug von Wilhelm Fauss, Dentist, mit Schilderung zum Stand der zahnärztlichen Versorgung (bei Martinsgasse 1); St. Martinsstift, Krankenanstalt: Zuzug von Hausgehilfinnen (bei Martinsgasse 16); Adolf Nock, Direktor Rollendes Varieté (bei Martinsgasse 24): schlechte Wohnverhältnisse und Gesuch um zusätzlichen Wohnraum: "erwähnen möchte ich noch, dass meine Mutter Jüdin ist; somit bin ich Halbjude, und ich mit meiner Familie auf das schwerste von den Nazis verfolgt wurde ... nur durch Flucht und Versteck haben wir uns dem Konzentrationslager entzogen ..." (bei Martinsgasse 24); Heinrich Becker, ehem. Fremdenlegionär, Wohnung in der ehem. jüdischen Schächterei, Karolingerstr. 15: "Herr Kübler [Wohnungsamt] als alter Pg. kennt ja nur seine Leute, und die Wohnungsnotlage der Ex-Legionäre wird von ihm nicht anerkannt", mit Rechtfertigung Küblers durch den Leiter des Wohnungsamtes, gegenüber der Amicale des Anciens Legionnaires de l'Etat Rheno-Palatin / Grundriss Karolingerstr. 10 (bei Martinspforte 7); Zwangseinweisung von Elisabeth Halbgewachs, Hebamme, in die Bärengasse 16 (bei Martinspforte 5)
Darin: Zuzug von Hans Kummer, Komponist und Musiker, mit kurzer Darstellung seiner beruflichen Tätigkeit und Umzug nach Gaustr. 24 (bei Martinsgasse 1) Carl Jaberg: "... musste meine Familie die Wohnung räumen, weil ich Mitglied der NSDAP war. Ich selbst war Soldat und befand mich zu dieser Zeit in Kriegsgefangenschaft" (bei Martinsgasse 5); Zuzug von Dr. Roman Heyn, "bis zu seiner 1942 erfolgten Einberufung die unbestritten größte und bekannteste Zahnarztpraxis in Stadt und Kreis Worms" (bei Martinsgasse 19); Klaus Schäfer, Wiesoppenheim, Likörfabrik und Weingroßhandlung: Benachteiligung durch das Wohnungsamt, "ein von den Naziverbrechern Verfolgter, dem der gehängte Polizeidirektor Eichel 1939 u. 1940 wegen politischer Unzuverlässigkeit den Betrieb geschlossen hatte", Wiederaufbau seines Geschäftshauses und Konflikt mit Fritz Michel, Schuhmachermeister (bei Martinsgasse 5); Zuzug von Wilhelm Fauss, Dentist, mit Schilderung zum Stand der zahnärztlichen Versorgung (bei Martinsgasse 1); St. Martinsstift, Krankenanstalt: Zuzug von Hausgehilfinnen (bei Martinsgasse 16); Adolf Nock, Direktor Rollendes Varieté (bei Martinsgasse 24): schlechte Wohnverhältnisse und Gesuch um zusätzlichen Wohnraum: "erwähnen möchte ich noch, dass meine Mutter Jüdin ist; somit bin ich Halbjude, und ich mit meiner Familie auf das schwerste von den Nazis verfolgt wurde ... nur durch Flucht und Versteck haben wir uns dem Konzentrationslager entzogen ..." (bei Martinsgasse 24); Heinrich Becker, ehem. Fremdenlegionär, Wohnung in der ehem. jüdischen Schächterei, Karolingerstr. 15: "Herr Kübler [Wohnungsamt] als alter Pg. kennt ja nur seine Leute, und die Wohnungsnotlage der Ex-Legionäre wird von ihm nicht anerkannt", mit Rechtfertigung Küblers durch den Leiter des Wohnungsamtes, gegenüber der Amicale des Anciens Legionnaires de l'Etat Rheno-Palatin / Grundriss Karolingerstr. 10 (bei Martinspforte 7); Zwangseinweisung von Elisabeth Halbgewachs, Hebamme, in die Bärengasse 16 (bei Martinspforte 5)
Wohnungsamt; Dachbodenfund Rathaus Hagenstr., Abhol. 22.2.2018
Archivale
Bemerkungen: Die Reihenfolge der Hausnummern ist gestört.
15.12.2023, 15:52 MEZ