NL Familie Kingdon-Grünwald (Bestand)
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E 10/148
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Vorlassteil Familie Kingdon-Grünwald (1928-2021), überlassen von der Opernsängerin Fr. Elizabeth Kingdon-Grünwald und ihren Nachlassverwaltern.Enthält Familiendokumente, Kritiken, ca. 400 Fotos, sehr umfangreiche Korrespondenz mit ca. 1.500 Briefen in englischer Sprache, einige englischsprachige Bücher.* 25.1.1928 Schenectady, New York , USA, gest. 22.1.2021 NürnbergVater: Kenneth Hay Kingdon * 13.5.1894 Montego Bay, Jamaica, gest. 1982 Schenectady, NYMutter: Leah Kingdon, geb. Zeh, * 16.12.1887, gest. ?Heirat am 8.7.1975 mit Max Grünwald, Technischer Direktor an den Städtischen Bühnen Nürnberg/Fürth (1949 - 1991), *15.1.1932, gest. 19.1.1991 NürnbergLebensweg:Aufgewachsen in Schenectady, NY (USA)Schulabschluss in Albany, d. i. die Hauptstadt vom State New YorkBachelor für Mathematik am Vassar College (1947)Gesangsstudium Boston und New YorkFulbright-Stipendium Staatliche Hochschule für Musik Frankfurt a. M. (1956 - 1958)Engagements am Theater Bielefeld (1958 - 1962) und Städtische Bühnen Nürnberg (1963 - 1985)Ab 1976 Arbeit in der Pocket Opera CompanyWohnsitz in Nürnberg:Kaiserstr. 25, I. Stock (1963 - 1982)Auf der Schanz 18, Bau des eigenen Hauses mit Ehemann Max Grünwald Besonderheiten:Elizabeth' Vater war Atomwissenschaftler, hat an der Entdeckung der Uran-Spaltung mitgewirkt. Er war während des ersten Weltkrieges zuerst bei der Admirality, wurde dann aber zu Forschungszwecken freigestellt, entwickelte Sonargeräte für die Marine. Interessant dazu 2 Postkarten mit festgesetzten deutschen Kriegsschiffen in Scapa und Kommentare auf der Rückseite (Nr. 17). Während des Zweiten Weltkrieges wurde er von General Electrics, Sitz in Schenectady NY, von der Regierung zu Forschungszwecken abgezogen und arbeitete in Los Alamos in Laboren zur Entwicklung der Atombombe. Deshalb im Bestand viele Dokumentationen zu den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki, besonders interessant eine selbst angelegte Mappe mit Zeitungsausschnitten (Nr. 32). Elizabeth war die einzige Tochter und wurde stark gefördert und gefordert. Sie machte mit 16 Jahren das Abitur. Ihre Leidenschaft für das Singen rührte zwar von der musikalischen Förderung ihrer Eltern her, ein Studium wurde ihr aber erst nach Abschluss des Bachelor-Diploms in Mathematik zugestanden. Ihr Wunsch, in Deutschland ihre Stimme zur Opernsängerin ausbilden zu lassen, war einerseits wegen der starken Bindung an die Familie und andererseits wegen der problematischen Tätigkeit ihres Vaters erschwert. Durch ein Fulbright-Stipendium gelang ihr aber doch der Wechsel nach Deutschland. Ihre Eindrücke und Erlebnisse, die sie in den vielen Briefen schildert, sind interessant, z. B. Schilderung der zerstörten Städte. Auch kann man anhand der Unterlagen verfolgen, wie das Leben einer Opernsängerin aussah, z. B. Verträge, Vergütungen, Lebensumstände, Korrespondenz mit Künstler-Agenturen. Sie nahm z. B. einen Künstlernamen Brandenstein-Kingdon an, um dem deutschen Publikum während ihrer Zeit an den Bielefelder Bühnen entgegenzukommen. Ihr Engagement in Nürnberg ab 1963 gibt Einblick und Bildmaterial in die große Zeit der Oper an den Städtischen Bühnen. Dokumentiert wird auch ihre späte Heirat (1975) mit Max Grünwald, dem Technischen Direktor der Städtischen Bühnen und Bau eines eigenen Hauses im Süden von Nürnberg. Der Briefwechsel mit den Eltern hält an bis in deren Zeit im Pflegeheim. Das Mobiliar aus dem verkauften Haus in Schenectady wurde zum Teil nach Nürnberg verschifft. Elizabeth musste sich für einen Pass entscheiden und ist seitdem Deutsche. Im Archiv gibt es ein Interview mit ihr (F 21 Nr. 331).Zuwachs nach dem Tod von Elizabeth Kingdon-Grünwald 2021.
Einheiten: 36
Bestand
Deutsch
Kingdon-Grünwald, Elizabeth (Einzelbestand)
Schauspielernachlass
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 11:18 AM CEST
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