Oberrat: Forst, Wald und Jagd (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 227
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Weltliche Zentralbehörden >> Oberrat (Regierungsrat)
1474-1815
Inhalt und Bewertung
Der Bestand ist nach Forstbezirken eingeteilt mit chronologischer Untergliederung. Vorangestellt ist eine Abteilung "Generalia". Die Masse der Akten beginnt um 1550 und reicht bis 1805.
Forstbezirke: Altensteig, Blaubeuren, Böblingen, Freudenstadt, Heidenheim, Kirchheim u. Teck, Leonberg, Ludwigsburg, Neuenbürg, Neuenstadt, Reichenberg, Schorndorf (Engelberg), Stromberg, Stuttgart, Tübingen, Urach.
1. Bestandsgeschichte: Der Bestand A 227 entsprang der Verwaltungstätigkeit des württembergischen Oberrats in seiner Funktion über die Aufsicht über Forst-, Jagd- und Waldsachen. Im Jahr 1612 entwarf der Hofregistrator Christoph Bidembach einen Registraturplan für die Akten des Oberrats, in welchem ¿Forst-, Jagd-, Wildbret- und freie Pirschsachen¿ als einer von fünf Hauptabteilungen ausgewiesen wurde. Die Registratur des Oberrats wurde 1818 Teil des Archivs des Inneren. In den Jahren 1820 bis 1830 wurden Akten aus der Oberratsregistratur ausgesondert und an das Staatsarchiv abgeführt. Die trifft für den Bestand A 227 insbesondere auf den Abschnitt Forst Neuenstadt zu, aus diesem wurden Akten in den Bestand A 17 a Bü 326ff. Fürstliche Kanzlei Neuenstadt verlagert. Zudem wurden Büschel innerhalb des Bestands aus dem Bereich Spezialia zu Generalia verschoben. Im Jahr 1921 wurde der Bestand in das Staatsfilialarchiv Ludwigsburg eingebracht. Im Jahr 1969 wurde er infolge eines Beständeausgleichs an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben. Der Bestand teilt sich in die zwei Bereiche Generalia und Spezialia. Der Bereich Spezialia gliedert sich wiederum in 16 Forstbezirke, die da sind: Altensteig, Blaubeuren, Böblingen, Freudenstadt, Heidenheim, Kirchheim u. Teck, Leonberg, Ludwigsburg, Neuenbürg, Neuenstadt, Reichenberg, Schorndorf (Engelberg), Stromberg, Stuttgart, Tübingen und Urach. Unter der Gliederungsebene der Forstbezirke sind die Akten chronologisch geordnet und decken einem Zeitraum von 1474-1815 ab, wobei sie in ihrer Mehrzahl dem 18. Jahrhundert entstammen. Ein handschriftliches Repertorium wurde von Christoph Ludwig Friedrich Lotter in dem Zeitraum von 1830 bis 1840 erstellt. Dieses wurde mehrfach überarbeitet, u.a. von A. Marquart im Jahr 1914. Frau Irma Müller-Rentschler legte von 1957-1961 ein Orts- und Personalregister im Umfang von 199 Seiten an, dass von Frau E. Lacher 1961 in Reinschrift gebracht wurde. Das Repertorium des Bestandes wurde im Laufe eines Retrokonversionsprojekts von Tobias Binkert unter Anleitung von Prof. Peter Rückert und Alexandra Haas in der Zeit von April bis September 2015 elektronisch erfasst und überarbeitet.
2. Inhalt: Der Bestand dokumentiert die Verwaltungstätigkeit des Oberrats in seiner Aufsicht über die Jagd und Forstbehörden. Er enthält Unterlagen des Oberrats zu verschiedenen rechtlichen Sachverhalten zwischen Personen, Orten und Ämtern auf der einen Seite und Jagd- und Forstbehörden auf der anderen. Auch Auseinandersetzungen und Geschäfte mit anderen Herrschaften sowie Berichte von untergeordneten Ebenen wurden festgehalten. Inhaltlich werden alle Themen abgedeckt, die die Aufsicht des Oberrats über Jagd, Forst und Wald mit sich brachte, etwa Besteuerung und Gebühren, Jagdrecht, Forstfrevel, Waldweide, Wilderei, etc. Eine inhaltlich enge Verwandtschaft besteht zu dem Bestand Reskripten- und Berichtsbücher der Forstämter A 305 und zu den Generalreskripten betreffend Jagdsachen Repertorium A 238, Band II., Seite 219-221.
3. Literatur: Dorothea Hauff: Zur Geschichte der Forstgesetzgebung und Forstorganisation des Herzogtums Württemberg im 16. Jahrhundert (Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg; 47), Stuttgart 1977. Hans-Martin Maurer, Stephan Molitor und Peter Rückert: Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Altwürttembergisches Archiv (A-Bestände) (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg; 32), 2. erw. Auflage, Stuttgart 1999.
Büschel 1-3319 (28,68 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ