Johann Alexi Leinberer, Stadtammann in Markdorf, und Ehefrau Apollonia, geborene Marin, verkaufen Johann Georg Graf von Königsegg, Freiherrn zu Aulendorf, Landvogt in Schwaben, für 900 fl Reichsmünze Haus und Kelter samt einem großen und kleinen Keller, ferner einen großen Keller, der von der Schwester bzw. Schwägerin Veritas Leinbererin bzw. Andreas Schmid, ehemaligem Bürgermeister, herrührt. Vom Kauf umfaßt wird auch das Zubehör, darunter das Aufschütten in Ulrich Scheffoldts ("Schevoldts") Haus in Herbstzeiten. Das verkaufte Haus liegt in der Unterstadt zwischen dem der Veritas Leinbererin und des Ulrich Scheffoldt, Küfer, vorne an die gemeine Gasse und hinten an den Stadtgraben stoßend. Aus dem Haus und dem der Veritas Leinbererin, die früher ein Haus waren, geht 1 ß Bodenzins an das Schloßamt. Der Rat erteilt die Zustimmung zum Verkauf nur unter der Bedingung, daß der Graf einen der Stadt annehmbaren Mann ins Haus setzt, der Beisitz- oder Bürgerrecht hat und die gemeinen Lasten mitträgt. Der Käufer darf seinen Wein zwar in der Kelter auspressen, aber nicht in der Stadt verkaufen, sondern muß ihn wieder hinausführen, auch muß er das übliche Lagergeld zahlen. Das mit 600 fl veranlagte Haus muß versteuert werden. Wegen ihres Kellers stimmen dem Verkauf zu Veritas Leinbererin, ihr jetziger Ehemann Barthlin Legeler, ferner die Vögte ihrer Kinder aus früherer Ehe mit Andreas Schmid, die Ratsverwandten Georg Leinberer und Valentin Ackermann.