- Was die Woche brachte - 142. Sitzung des Landtags von Württemberg-Baden über Äußerungen von Oberregierungsrat Friedrich Werber aus Karlsruhe und Ausschnitte aus den Reden von Wohlleb und Werber von einer Veranstaltung in Heidelberg
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 D451147/007
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 Tondokumente der SDR-Wortdokumentation aus den Jahren 1945 bis 1949
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Samstag, 12. November 1949
ab 00'00: (O-Ton) Leo Wohleb, Staatspräsident von Süd-Baden, am 12.10.1949 in Heidelberg zum Thema Südweststaat: Sie wollen den Südweststaat. Hamburg oder Bremen sind Ihnen im Gegensatz zu Baden groß genug - Tumult. Sie richten starr den Blick auf den Zusammenschluß. Merkwürdig, als Badener sind Sie gegen das Land Baden - Tumult. (1'25) ab 01'30: (O-Ton) Friedrich Werber, Oberregierungsrat in der Kult-Verwaltung Karlsruhe, am 12.10.1949 in Heidelberg: Stellenstreichungen an den badischen Universitäten, nicht an der Stuttgarter - Tumult. "Wenn ich Ihnen das als verantwortlicher Beamter sage, stehe ich gerade für". (0'50) ab 02'25: (O-Ton) Landtagspräsident von Württemberg-Baden Wilhelm Keil: (0'15) ab 02'40: (O-Ton) Kurt Angstmann, Landtagsabgeordneter der SPD: Vorwurf gegen Werber, der sich als Beamter Entscheidungen leistet, die den Staat Württemberg-Baden sprengen sollen. Schlägt Versetzung in den einstweiligen Ruhestand vor. Beamteneid. Niemand hat das Recht aus Ausschußsitzungen zu berichten. (3'05) ab 05'45: (O-Ton) Reinhold Maier, Ministerpräsident von Württemberg-Baden: Aussagen von Werber lassen sich anhand einer Bandaufzeichung des Süddeutschen Rundfunks nachweisen. (1'10) ab 06'55: (O-Ton) Werber: Keine Stellenstreichungen in Stuttgart, aber an den badischen Hochschulen. "Wenn ich Ihnen das als verantwortlicher Beamter sage, stehe ich gerade für". (0'30) ab 07'25: (O-Ton) Maier: Werber hat sich auf seine Beamteneigenschaft berufen, um seine Aussage zu stützen. Er ist nicht unter Berufung auf seine Beamteneigenschaft für die Trennung des Landes Württemberg-Baden eingetreten. Werber bezieht sich auf Etatberatungen von 1947. (2'15) ab 09'40: (O-Ton) Werber: War 1947 Teilnehmer einer Etatsitzung des Finanzausschusses des württemberg-badischen Landtags. Finanzministerium wollte Stellen streichen. Sämtliche mögliche Stellen wurde an den Universität Heidelberg und der TU Karlsruhe gestrichen. An der TU Stuttgart wurden die Stellen nicht gestrichen - Tumult. "Wenn ich Ihnen das als verantwortlicher Beamter sage, stehe ich gerade für". Wenn die vier badischen Hochschulen aus dem württembergischen Etat bezahlt werden müssen, dann wird es um drei badische Hochschulen "sehr schwer bestellt sein". (3'00) ab 12'40: (O-Ton) Maier: Darstellung von Werber ist falsch. In Karlsruhe wurde keine Stelle, in Heidelberg und Stuttgart dagegen wurden Stellen gestrichen. Verhalten von Werber hat eine verfassungsrechtliche und eine beamtenrechtliche Seite. Die politischen Rechte des Staatsbürgers Werber werden nicht angetastet. Beamtenrechtlich ist zu prüfen, ob er Informationen aus einer nichtöffentlichen Sitzung weitergeben durfte. Möglichkeit eines Dienststrafverfahrens. Große Anfrage stammt aus Baden: Badener beschweren sich über Badener. (4'35) ab 17'15: (O-Ton) Adolf Kühn, Landtagsabgeordneter der CDU: Stehen vielleicht vor einer Volksabstimmung über die Bildung eines Südweststaates. Abstimmung sollte so bald als möglich erfolgen. Beeinträchtigung der staatsbürgerlichen Rechte der Beamten. "Es geht um die elementarsten Grundrechte der gesamten Beamtenschaft". (2'00) ab 19'15: (O-Ton) Alex Möller, Landtagsabgeordneter der SPD: Es geht nicht um den Staatsbürger Werber, sondern um den Oberregierungsrat Werber. Frage ist, ob er die Wahrheit gesagt hat. Meinung, daß die Badener Interessen in Finanzfragen von Württembergern nicht berücksichtigt werden, ist "völlig falsch". Nordbaden ist "Kostgänger" Württembergs. "Man muß das doch wenigstens anerkennen". Angesichts dieser Tatsachen muß sich der Nordbadener fragen, was für ihn Heimatliebe bedeutet: Entscheidung für einen Südweststaat oder für Altbaden. Sich in der Politik nicht nach Gefühlen richten. (5'40) ab 24'55: (O-Ton) Johann Peter Brandenburg, Landtagsabgeordneter der DVP: Keine Versetzung von Werber in den Ruhestand. Werber würde daraus noch Kapital gegen den Südweststaat schlagen. Mit dieser Anfrage ist mehr verdorben worden. Nordbadener Presse könnte mit ihrer Berichterstattung zu einer gewissen Beruhigung beitragen. Vergiftung der Atmosphäre muß aufhören. (2'25)
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Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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21.11.2025, 15:26 MEZ
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