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Verein Notburgahaus e. V. (Bestand)
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Stadtarchiv Neuss (Archivtektonik) >> Nichtamtliches Archivgut >> Vereine und Verbände
1906-1965
Eingrenzung und Inhalt: Protokolle, Schriftgut
Vorwort: BestandsgeschichteDer Bestand Verein Notburgahaus e.V. (D.07.V.01) wurde im Februar 1970 vom damaligen Archivleiter Joseph Lange für das Stadtarchiv Neuss übernommen. Ein genaueres Zugangsdatum sowie eine Zugangsnummer ließ sich in den Zugangsbüchern nicht ermitteln. Ebenfalls ließ sich nicht ermitteln, ob der Bestand schon einmal geordnet wurde. Jedoch konnte ich feststellen, dass vier Akten bereits in Archivmappen umgebettet wurden. Der restliche Bestand war eine Mischung aus einerseits bereits bestehenden Akten, welche teilweise einen Aktentitel aufwiesen und andererseits aus loser Blattsammlung, die jedoch durch Trennblätter, teilweise mit Titel, getrennt worden war. Des Weiteren befanden sich bei dem Bestand sechs Stempel, die ich als Archiveinheit 106 verzeichnet habe. Der Bestand Verein Notburgahaus e. V., der den Zeitraum 1905-1962 umfasst, war in einem relativ gutem Zustand und bestand aus 15 Archivkartons (2 ½ Regalmeter) = 106 Archiveinheiten.Der Bestand wurde von Yvette Erlebach in der Zeit von Oktober bis Dezember 2006 im Rahmen eines Praxissemesters bearbeitet.Bearbeitung des BestandesNachdem ich mir einen Überblick über den Bestand verschafft hatte, habe ich mit dem Enteisen (Entfernen von Metall) und Umbetten der Archivalien in säurefreie Archivmappen begonnen. Während dieses Arbeitsabschnitts habe ich Doppelstücke, welche kassiert wurden, Karten und Pläne (aufgrund des Formates) und Stempel entnommen. Die von mir gebildeten Archiveinheiten erhielten eine vorläufige Nummer. Nachdem ich mit diesem Arbeitsschritt fertig war, habe ich mit der Verzeichnung der Archivalien vorerst auf Karteikarten begonnen. Belege über Rechnungen wurden kassiert, da diese im Kassenbuch oder bei den Kreditoren- und Debitorenrechnungen vermerkt waren. Weiterhin wurden Zeitungsausschnitte kassiert die keinen Hinweis auf ein genaues Datum sowie auf die Zeitung selbst gaben. Eine Klassifikation habe ich im Verlauf der Verzeichnung selbst erstellt. Bei der Verzeichnung stieß ich auf ein stark beschädigtes Blatt Papier, welches ich in die Werkstatt gegeben habe. Nachdem es entsprechend restauriert wurde, habe ich es an die entnommene Stelle zurück gelegt. Karten und Pläne wurden verzeichnet und aus dem Bestand entnommen. Bevor sie jedoch in das Magazin kamen und formatgerecht gelagert werden konnten, wurden sie in der Werkstatt noch von Schmutz und Kleberesten befreit. Für die entnommenen Stempel wurde eine Schachtel gebaut, diese befindet sich, als Archiveinheit 106, bei dem Bestand. In der Archiveinheit 55 befand sich ein Jubiläumsheft „110 Jahre Voss“, Vosswerke Sarstedt in Hannover, welches ich entnommen und dem Stadtarchiv Hannover zur Verfügung gestellt habe.Nachdem ich die Verzeichnung auf den Karteikarten abgeschlossen hatte, habe ich mit der Eingabe in das Archivprogramm Augias Archiv begonnen und gleichzeitig den Archivalien endgültige laufende Nummern vergeben. Neben der Eingabe in Augias habe ich die laufende Nummer auf der entsprechenden Akte unten links und oben rechts vermerkt. Anschließend habe ich die Archivkartons entsprechend mit der Bestandssignatur und den laufenden Nummern der darin befindlichen Archivalien gekennzeichnet.Geschichte des Verein Notburgahaus e. V.Den Anstoß zur Gründung des Vereins Notburgahaus e. V. 1905, gaben der Landeshauptmann der Rheinprovinz (1855-1936) Ludwig von Renvers, und der Geheime Regierungsrat Schmidt in Düsseldorf. Getragen wurde der Verein von dem Katholischen Gefängnis-Fürsorgeverein Düsseldorf und den Fürsorgevereinen für Mädchen, Frauen und Kinder von Neuss und Düsseldorf. Der damalige Landesrat und spätere Landeshauptmann Dr. Johannes Horion war der ersten Vorsitzenden. Neben den obengenannten Trägern des Vereines, entsandte auch der Erzbischöfliche Stuhl zu Köln einen Vertreter zu den Mitgliederversammlungen. Letzter erwarb mit der Unterstützung der Stadt Neuss, welche 18.000 Mark zur Verfügung stellt, ein Grundstück von 14 Morgen an der Preußenstraße. Hier sollte eine Erziehungsanstalt und ein Heim für schulentlassene weibliche Fürsorgezöglinge, sowie eine Zufluchtsstätte für gefährdete Mädchen errichtet werden. Für die Leitung des Notburgahauses wurden die Töchter vom Heiligen Kreuz (Mutterhaus in Aspel bei Rees) berufen, welche das Notburgahaus später auch pachteten. Der Anstaltsbau wurde von Professor Kleesattel geplant, und im Dezember 1908 soweit fertiggestellt, dass schon die ersten Schwestern einziehen konnten. Eingeweiht wurde das Haus aber erst am 15. Juni 1909, durch Kardinal – Erzbischof Dr. Antonius Fischer.Nach der Satzung des Vereins Notburgahaus e.V. waren die Schwestern für die Erziehung und Ausbildung der Mädchen bestimmt. Sie wurden von der rheinischen Provinzialverwaltung in das Notburgahaus überwiesen. Durch den Vertrag mit der Provinzialverwaltung, verpflichtete sich der Verein alle ihm überwiesenen Mädchen aufzunehmen, mochten sie noch so ungehorsam, starrköpfig und wenig besserungsfähig sein. Die Mädchen kamen überwiegend aus einem sozial schlechten Umfeld und aus zerrütteten Familien. Die Erziehung der Mädchen beruhte hauptsächlich auf religiöser, seelsorgerischer Einwirkung und Unterweisung. Neben dieser Erziehung bekamen sie auch Haushalts- und Fortbildungsunterricht. 1909 bekam das Notburgahaus mit Pater Augustin Nachtwey (1868-1959) aus dem St. Nikolauskloster einen ehemaligen Missionar aus Deutsch-Südwest-Afrika als Seelsorger. Er blieb dem Haus einige Jahrzehnte treu.Zeitweise war das Notburgahaus über seine Kapazitäten hinaus mit 150 Mädchen belegt. Da für die meisten Mädchen das Notburgahaus mit seinen Schwestern zur Familie geworden war, brachte man diese nach dem Ausscheiden aus dem Notburgahaus in den Kreisen Neuss, Grevenbroich und Krefeld unter, wo sich eine dafür bestellte Oberin als Fürsorgerin um die entlassenen Mädchen kümmerte. Aufgrund der Vielzahl der dem Notburgahaus überwiesenen Mädchen brachte ein Erweiterungsbau 1921/22 dem Haus Platz für 160 Zöglinge, weiterhin eine modernere Einrichtung und einen großen Festsaal.Zur Zeit der Nationalsozialisten blieb das Notburgahaus seiner eigentlichen Aufgabe treu, und auch die Schwestern durften bleiben. Der Verein Notburgahaus e.V. jedoch wurde „ausgelöscht“, und das Notburgahaus an den Provinzialverband in Düsseldorf verkauft. In dieser Zeit entstand auch eine Turnhalle und eine Psychopathenstation. An eine Rückübertragung des Hauses an den Verein Notburgahaus e.V. wurde erst nach dem II. Weltkrieg gedacht und rund drei Jahre später umgesetzt. In dem Rückkaufvertrag vom 26. Juli 1948 wurde noch einmal festgehalten, dass beide, sowohl der Verein Notburgahaus e.V. als auch der Provinzialverband sich darüber einig waren, „[...] dass der Verkauf der Anstalt durch den Verein “Notburgahaus“ nicht erfolgt wäre, wenn nicht die damaligen politischen Verhältnisse den Verein zum Abschluß des Kaufvertrages mit dem Provinzialverband veranlasst haben würden“ . Von Beginn des Zweiten Weltkrieges bis kurz nach Kriegsende wurde das Notburgahaus als Lazarett genutzt. In dieser Zeit wurden viele der Mädchen in andere Fürsorgeanstalten verlegt. Diejenigen Mädchen und Schwestern, die im Notburgahaus blieben, scheuten nicht vor körperlich schwerer Arbeit zurück. Wie jedes Jahr, fand auch im Juni 1944 die hauswirtschaftliche Prüfung der Mädchen statt, welche trotz der schwierigen Bedingungen in dieser Zeit ein gutes Ergebnis erzielten. Durch die zahlreichen Luftangriffe auf Neuss wurde das Notburgahaus stark beschädigt und stand im September 1942 in Flammen. Nachdem das Notburgahaus nun total beschädigt war, wurde das Lazarett vorübergehend nach Düsseldorf verlegt. Gegen Ende des Krieges, bevor am 2. März 1945 ein amerikanischer Hauptverbandsplatz das Notburgahaus belegte, befanden sich das Lazarett, die Schwesternklausur und die Mädchenunterkünfte im Keller. Ende März wurde das Notburgahaus dann als Krankenhaus für die Zivilbevölkerung genutzt, da im nahegelegenen Krankenhausbunker der Flecktyphus ausgebrochen war. Als der Festsaal wieder hergestellt war, tagte dort am 17. August 1945 der Bürgerausschuss, um eine neue Zeit einzuleiten.Da die alte Kapelle beim Brand nicht verschont blieb, stellte die Dreikönigen – Pfarre einen Altar und Bänke für eine Notkapelle zur Verfügung. Als die Dreikönigenkirche nicht mehr benutzbar war, wurde die Notkapelle des Notburgahaus für ihren Gottesdienst genutzt. Nun konnten auch die Schwestern wieder ihrer gewohnten Tätigkeit, der Erziehung und Fürsorge, nachgehen und eröffneten dazu noch einen Kindergarten. Für die Instandsetzung des Notburgahauses wurden bis zur Vollendung über 600.000 DM ausgegeben.1957 übernahmen die Schwestern vom Heiligen Kreuz eine Förderklasse, da die vom Provinzialverband überwiesenen Mädchen auf die Dauer das Haus nicht mehr auslasteten. Die Förderklasse war für spätrückgeführte, aus den Ostgebieten stammende, katholische, schulentlassene Mädchen, welche die deutsche Sprache lernen und mit der Kultur vertraut gemacht werden sollten. 1958 wurde das Notburgahaus zur Förderschule erweitert, da immer weniger Fürsorgezöglinge in das Haus kamen. Nach der Verlegung der Schule im Jahr 1959 und wegen des Schwesternmangels zogen sich die noch im Notburgahaus verweilenden Schwestern zurück.Nach mehreren Verhandlungen wurde das Notburgahaus im Dezember 1959 vom Verein Notburgahaus geräumt und vom Collegium Marianum bezogen. Käuflich erworben wurde es von dem Erzbistum Köln jedoch erst am 19. Januar 1960.Nachdem auf einer Mitgliederversammlung vom 29. November 1960 die Auflösung des Vereins einstimmig beschlossen worden war, blieb er jedoch bis zu seiner endgültigen Löschung aus dem Vereinsregister am 10. April 1969 als karitative – fürsorgerische Institution bestehen. Der Beschluss der Auflösung wurde in der Mitgliederversammlung am 20. Februar 1969 nochmals getroffen.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.