Wiederherstellung des alten Stadtregiments ("Confirmation der Alten Statordnung für die Stat Reuttlingen")
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A 2 b (Verfassung u.a.) Nr. A 2 b (Verfassung u.a.) Nr. B 72/29
A 2 b (Verfassung u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 7 u. 20)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 7 u. 20) >> Bd. 7 Kaiserliche Privilegien
1576 Juli 21
Regest: Wir Maximilian der Annder von Gottes genaden, Erwelter Romischer Kaiser, Zu allen zeitten Merer des Reichs, in Germanien, Zu Hungern, Behaim, Dalmatien, Croatien und Selauonien etc. Khünig, Ertzhertzog Zu Österreich, Hertzog zu Burgundt, Zu Brabant, Zu Steyr, Zu Kärndten, zu Crain, zu Lutzemburg, Zu Wirttemberg, Ober und Nieder Schlesien, Fürst Zu Schwaben. Marggraue des Hailligen Römischen Reichs Zu Burgau, Zu Marhern, Ober und Nider Laußing, Gefürster Graue Zu Hapspurg, zu Tyrol, Zu Pfierdt, Zu Khyburg und zu Gorn etc. Lanndtgraue zu Elsaß, Herr auf der Windischen Marckh zu Portenaw und zu Salins etc.
Bekhennen offentlich mit disem Brieff, unnd thuen khundt allermennigelich, Das unns unnsere unnd des Reichs liebe getrewen, N. Bürgermaister und Rath der Stat Reutlingen, unnderthenigelich Zuerkhennen gegeben. Wiewol Jre Vor Eltern und Sy. in bestellung gedachter unnser unnd des Reichs Statt Reutlingen Statt Regiment, als Järlicher Wahl eines Bürgermaisters oder Zunfftmaisters besatzung Raths und gerichts, und ander dergleichen Ämbter etc., auf die Zuuor im Dreyzehenhunderisten und Vierundsibentzigisten Jar erlangte Confirmation weylandt unnsers Vorfaren am Reich, Kaiser Karls des Vierten, löblicher gedechtnuß, ungeuerlich Nachuolgenden brauch und ordnung als die Sy gemainem Vatterlandt sonders annemblich und wolfürstendig erachtet angestellt, lange Jar gehalten unnd volgendts auf Jre Nachkhomblinge wie auch guettes thails Jre Zeit, ruewigelich hergebracht, genutzt und genossen, Nemblich da alle Jar auf den Sontag nach Ulrici, das ist ungeuer Viertzehen tag vor Jacobi, alle Ambter, als das Burgermaister, der Richter Vier Rattsherrn und Zunfftmaister und also Klainer unnd grosser Rath Ambt ledig worden das dann Yedwedere Zunfft deren Zwelff gewesen auff ire Stuben sich gentzlich unnd Volkomenlich versamblet, unnd anfangs ainen Zunfftmaister, den Sy dem Hailligen Reich unnd der Statt am tauglichisten und Nutzisten zu sein erachtet, unnd dabey yeden Zunfftmaister zwelff unterschiedliche Richter aus der Zunfftgemaindt, durch ain freye durchgeende Wahl zuegeordnet. Welche Zunfftgericht auf funff Pfundt Höller Wirtenberger wehrung, rechtlich zuerkhennen, daneben Jrer Zunfft zuegethane Hanndtweckher bey dero gerechtsame hanndtzuhaben befüegt gewesen, Volgenden tags hetten die Zunftmaister dem Klainen Rath (so gleichwol noch nit wider ernewert gewesen) geschworen, Und daneben Sy Zunfftmaister ainen Statt Schulthaissen zu handthabung der Statt und Burgerlicher gerechtsame zu Hauß und Veldt erwehlet, Nachgeendts aber ains andern tags sich Klaine und grosse Rathe versamblet, unnd von den Zwelff Zunfftmaistern Zwen aus den Zwelff Statt Richtern unnd Vier Rattsherrn unnd herwiderumb von denselbigen Stattrichtern und Rathsherrn, Zwen aus den Zunfftmaistern und von denselbigen Vieren noch ainer, als der Fünfft aus dem grossen Rath erwehlet worden, Welche Fünff herwiderumb vermittlst gelaisten sonderbaren ernstlichen Aydts Siben andere, als Drey aus den Zunfftmaistern und Vier des grossen Raths erkhieset, die dann auch auf zuuor erstatten Aydt die Zwelff Stattrichter, Vier Rattsherren, unnd die zwelff Junge Burger, so neben den Zunfftmaistern in den grossen Ratt gangen, erwehlt. Wann nun dise Siben solche beuolhene sachen, deren wichtigkhaitt nach ainen tag etlich beratschlagt unnd sich ainer Wahl entschlossen hetten Sy dieselbige vor klainen und grossen Räthen, (die Jnen zuuor fridt und glaidt zuesagen muessen) in gegenwertigkhait ainer gantzen Burgerschafft eröffnet, auff solches weren durch die Zwelff Stattrichter (ausserhalb des Yetzo abkhomenen Burgermaisters und Schulthaissen) die Vier Ratts Herrn und Zwelff Zunfftmaister sambt aines Yeden Zunfftmaisters zwen nechsten neben Richtern in Dreyen unterschiedlichen Wahlen Drey Manner des klainen Raths erkhoren, unnd nach demselbigen eroffnet, durch ain newe Wahl deren der ain selbigs Jars zu ainem Burgermaister erwehlt worden, dem dann der Alt oder abkhomne Burgermaister den Stab und Sigill ubergeben, unnd Jme klain und grosse Rath sambt der ganntzen Burgerschafft gepürendermassen gelobt und geschworen, Entlich so seie von dem Klainen Rath der Pfandtschulthaiß (der uber schuldt forderung zuerkhennen), erwelt worden etc. Welche ordnung von obbestimbter zeit an biß auf den Zwaintzigisten Januar des Zwayundfunfftzigisten Jars der wenigern Zall bey gemainer Stat Reutlingen beharrlich und unuerandert verbliben. So hette doch der Durchleuchtigist Fürst Herr Carl der Funfft, Römischer Kaiser etc. unnser geliebter Herr Vetter, Vatter und Schweher Gottselliger gedechtnuß bemelten Zwaintzigisten tag Januar desselben Funffundfunfftzigisten Jars durch Seiner Lieb und Kaiserliche Maiestat hiertzue verordneten Commissarien solche Alte Ordnung aufheben, unnd an deren statt volgende anstellen lassen, Nemblich das Järlich auf obbemelte Jarzeith (als Sebastiani) drey Burgermaister erwehlt werden, deren Yeder das Ambt Vier Monat lang tragen sollen, Welchem noch Zwen Gehaime Rath, unnd nachmallen denselbigen Fünffen noch anndere Viertzehen Rattsfreundt zuegeben, das also allein durch solliche Neuntzehen Personen und nit mehrere, der taglich gemain Rath auch das ober oder Statgericht und andere gemainer Stat Ambter und verwaltungen versehen sollen werden. Hieneben so sollen auch zu rechtlicher oder guettlicher erörtterung allerhandt fürgefallner Bürgerlichen Spänn so fünff Pfundt heller unnd was darunder gewesen etc. erloffen, Zwelff von der gemainen Burgerschafft sambt einem Schulthaissen oder Stabhalter erwehlt, denen noch Acht andere Burger zu Jrer ersatzung, als wan ainer oder mehr partheylichait halben abtretten müessen, Zuegeordnet die der groß Rath oder das undergericht genandt worden. Hergegen aber die Zwelff unnderschiedliche Zunfftgericht gentzlich aufgehebt und weitter nit, dann allein obbemelte Richter gelassen werden. Welche ob Sy gleichwol der Zunfftmaister Namen behalten, unnd sich Jr Yeder in ain sondere Zunfft erkhennt, sollen Sy doch neben obbemelter Rechtlichen erkhandtnuss weitter nichts dann das Sy die handtwerckher bey Jren herkhomen gepreuchen und gewonhaiten hanndthaben, zuuerwalten haben. Nachdem sich aber im werkckh befunden das durch dise Newe angestelte ordnung nit allain die Burgermaister deren Yeder allain auf Vier Monat bestelt gewesen Jr Ambt bißweillen etwas nachlessiger verrichtet, Jn dem Ye ainer seine beuolhene Verrichtung (so sonderlich was wichtigs und schweres vorgefallen) auf den andern gespart und aufgetzogen, sonder auch durch die geringere anzal der Neuntzehen Ratspersone gemainer Statt Ambter verwaltungen und Pflegschafften, der Notturfft nach nit genuegsam besetzt unnd etliche der gemainen Burger darzue erfordert werden muessen, des doch hieuor niemals im brauch gewesen dardurch dann eruolgt das die Ratsgehaimbnussen mehr dann guet gewesen, under den gemainen Mann außgebrait und offenbar worden Jn deme aber die gedachten Kaiserlichen Commissarien in anstellung diser ordnung dem zur selbigen zeit New bestettigtem Rath, unnd dessen nachkhommen gleich damaln auch Insonderhait per Expressum Zuegelassen unnd vorbehalten, Wa sich durch solche enderung was ereugen solte so zu Nachtail und schmellerung des gemainen nutzes raichen mochte, das ainem Rath Yeder Zeit frey steen und unbenommen sein solte bey hochgedachten Kaiser Carlen oder Seiner Lieb und Kaiserlichen Majestat nachkhommen am Reiche sich dessen zu beclagen und umb milderung oder Verpesserung solcher ordnung gehorsamblich anzusuechen. Weren Sy in getröstung solches vorbehalts, bewegt worden solcher beschwernussen sich gegen weylandt unsern geliebten Herrn und Vattern Kaiser Ferdinanden auch Hochloblichster gedechtnus, zu beclagen, darauf dann eruolgt, das ain Yeder Burgermaister das Ambt ain Jar lang tragen der Rath noch umb Funff Personen erhöhet, unnd also der Klain Rath mit Vierundzwaintzige Personen besetzt werden solte. Welche Burgermaisters Wahl und Rattsbesazzung, vermüg durch obgedachte Commissarien angestelter Newen ordnung volgendermassen zugeschehen pflegt, Nemblich auf obbestimte zeit Sebastiani oder in ainem tag Zween oder Drey Zuuor oder hernacher, kemmen die Gehaimen sambt den Klainen und grossen Räthen auf dem Rathauß zusamen, da sich dann die Fünff gehaime Räthe in ain besonder unnd die uberigen Neuntzehen Personen des Klainen Rats, auch in ain besonder Gemach verfuegen, unnd der überig Klain Rath Zwen aus den Gehaimen, unnd herwider die geheimen zwen aus dem Klainen Rath erwehlen, Wann dann solche Vier, dem grossen Rath, das ist dem Stabhalter unnd den Zwelff Richtern, Neben den anndern Acht personen zu dem undergericht bestellet, eröffnet, so werde von selbigen noch ain person aus dem Klainen Rath erwehlet Welche funff, nach erstattem Aydt, ainen klainen Rath erwöhlet. Die alßdann ainen Klainen und grossen Rath widerumb besetzen, unnd denselbigen nechsthernach volgenden Ratstag eroffnen, darauf dann von dem Klainen Rath allain das Burgermaister und andere Ambter durch ain freye Waal wider bestellet und außgethailt werden etc. Wiewol Sy nun dise angestelte ordnung in khainen weeg zu tadlen hetten, sonder vilmehr derselben gehorsame voltziehung zu thuen sich nit allain unnderthenigist schuldig unnd verpflicht erkhenneten sonder auch noch biß dahero gehorsamblich darbey verpliben, auch noch hinfüro dabey Zubleibenn genaigt werden, Jn dem und aber bey gewertem altem brauch die Räth, auch der Burgermaister und anndere gemainer Statt nottwendige Ämpter mit obertzelten sondern Solenniteten als durch ain freye weitleufftige unnd wolberathliche Wahl Klainer und grosser Rath auch der Zunfftrichtere erwehlt und bestellet auch nochmaln in gegenwertigkhait allgemainer Burgerschafft eröffnet worden, darzue auch die Zunfftmaister den täglich klainen Rath besuecht, (wölches doch Yetzo bey diser Newen ordnung nit also ansehentlich geschehe) So were dannenhero eruolget, das nit allain ain sonder hohe authoritet der öbergkhait dardurch geschöpfft und dieselbige Yederzeit von mennigelich mit aller Ehrerbiettung, in eintrechtigem gehorsam der gepür Reueriert unnd zu Vorderist gehalten worden. Sondern hett auch durch Sy die obrigkhait ain desto ernstlicher aufmerckhens gegen der Burgerschafft Jres übel oder wolhausens erbarn oder Ergerlichen lebens angestellt mögen werden, in dem Yeder Zunfftmaister in den täglichen Rathsversamblungen seiner Zunfftverwandten halben, wann die aus dringender selbs aignen nottdurfft oder sonst Jrethalben beschehnen, deseriern, daselbsten furkhommen, oder aber der Zunfftmaister fur sich selbs ratione officij, solches für nottwendig geacht etc. gepürenden gegenbericht oder zeitliche anzaig geben, und thuen sollen und khöndten, dardurch dann vilkhonfftige übl und unrath gestewert mögen werden Neben dem, das durch Jr der Zunfftmaister unnd deren Zuegeordnete Richter exercierte (doch obbemeltermassen Limittierte) jurisdiction die Burgerschaft in furbringung der gerichts und anderer händl gleichsam etwas Zur wolredenhait und gerichtlicher sachen erfahrung ain ander angeraitzt, unnd hierinen Ye ainer dem andern fürgetzogen wöllen werden, durch welche tägliche üebung dann, nachmaln zu bestellung der Höhern Ambtern und des Klainen Ratts, ain außbindige Wahl dichtiger Personen gefunden und gehabt mögen werden. So doch hergegen durch die abgeschaffte Zunfftgericht, unnd aslo bey dieser Yetzo angestellten ordnung die Junge Burgerschafft gantz hinlessig und unerfaren aufwechst unnd also der täglich Rath bißweilen gantz beschwerlich nach nottwndiger gebür besetzt mag werden, Demnach aber nit allain gedachter Rath zu Reuttlingen sonder zumal auch mit Jnen ain gantze allgemaine Burgerschafft, fürnemblich aber die Jenigen denen solche wolhergebrachte und lange Jhar geüebte alte ordnung bewist, darfür hielten, das gedachte Jr alte, unnd von weylendt hochgedachtem Kaiser Carl dem Vierten Confirmierte Ordnung, vil mehr dann die Yetzo angestellte Newe, zu eintrachtigen Bürgerlichen gehorsam auch allgemainer Burgerschafft und gantzer Statt mehr gluckhliechen aufnemen, fortgang unnd besserer wolfartt gedeyen möchte. Haben Sy unns darauf diemuettigelich angerueffen und gebetten, das wir, in erwegung obemelter wolgegründten ursachen, Jnen unnd Jren Nachkhomen und der Statt zu Reuttlingen, solche alte lobliche und guette gewonhaitten und brauch, so Jre Vorfaren inn besatzung der Statt Ämbter und Räth obertzeltermassen, Redlich unnd wolhergebracht, gegen einstellung diser Yetzigen, durch mehr hochgedachten Kaiser Karlen den Fünfften aufgerichter ordnung, wider gnedigist zubestettigen zuernewern zu Confirmiern unnd damit mildigelich zubegaben genedigelich geruechten. Des haben wir angesehen solch Jr diemüettig gehorsam zimblich bitt, auch die obeingefuertte Ursachen unnd daneben die unnerthenigen getrewen und willigen dienst, so Jre Vorfaren und Sie, weylendt unnsern Vorfaren am Reich Romischen Kaisern und Khünigen auch unns unnd dem Hailligen Reich in manigfeltige weeg gethan haben unnd Sy hinfüro wol thuen sollen unnd mögen, Und darumb mit wolbedachtem Muet guettem Rath und Rechter wissen der gemelten Statt Reuttlingen unnd Jren Nachkhomen zu gnaden und guettem, obeinuerleibte Jr alte unnd vom Kaiser Karlen dem Vierten Confirmierte Stattordnung, In allen Jren Puncten, Articuln, Clausulen, Innhaltungen Mainungen und begreiffungen, als Romischer Kaiser genedigelichen ernewert, confirmirt und bestaetigt, Dargegen aber die vom Kaiser Confirmiert und bestätt, dagegen aber die von Kaiser Carlen im Anno etc Funffundfünfftzig New aufgerichte ordnung dißmals unnd biß auf andere gelegenhait unnd unser widerrueffen eingestellet. Ernewern, Confirmiern und bestetten die Ait, unnd stellen dagegen die Newordnung ein alles von Romischer Kaiserlicher Machtvolkhomenhait wissentlich in Crafft dies Brieffs, was wir von Rechts und billigkhait wegen daran zuernewern Confirmiern und zubestetten auch eintzustellen haben, Unnd Mainen Setzen unnd wollen Das die obgemelte Jr Alte und durch Weylandt Kaiser Karlen den Vierten Confirmierte unnd biß in Anno etc. Funffundfunfftzig gebrauchte Ordnung, in obberüerten Puncten der Burgermaister Rats und ander Ambter, besetzung, nun hierfüro in allen und Yegelichen Wortten, Puncten Clauseln, Articuln Zuhaltungen Mainungen unnd begreiffungen wie oben ertzellt, gantz Chrefftig und mechtig dagegen aber die Newe eingestellt sein, Und die getrauten von Reuttlingen Jr Burger und Nachkhomen, bey derselben Alten ordnung geruehigelich bleiben, unnd sich deren aller gebrauchen und gemessen sollen und mogen von allermenigelich unuerhindert. Doch solle unns und unsern Nachkhomen am Reichs Romischen Kaisern und Khunigen, Yederzeit beuorsteen dise Alte Statordnung in ainem oder mehr Puncten, Zuuerandern, Zuwiderrueffen oder gar abzuthuen, auch die Newe, oder ain andere wider antzurichten, Und dann auch dieses alles uns und dem Hailigen Reich an unserer obrigkhait unschedlich sein. Unnd gebietten darauf allen und Yeden Churfursten, Fursten Gaistlichen und Welltlichen, Prelaten, Graven, Freyen, Herrn, Rittern, Khnechten, Haubtleutten, Lanndtuogten, Vitzdomben, Vögten, Pflegern, Verwesern, Ambtleutten, Landrichtern, Schulthaissen, Burgermaistern, Richtern, Räthen, Burgern, Gemainden, und sonst allen andern unnsern und des Reichs underthonen und getrewen. Jn was würden Standts oder wesens die seind Ernstlich und Vesstigelich mit disem brieff und wöllen Das Sy die genanten Burgermaister und Rath der Statt Reuttlingen Jr Burger und Nachkhomen, an den obbestimbten Jren unnd durch Kaiser Karlen den Vierten, auch durch uns Confermirn Alte Statordnung nicht hindern, noch Jrren sonder Sy darbey geruehigelich bleiben deren gebrauchen und gemessen lassen, und darwider nicht thuen, noch des Yemandts anderm zuthuen gestatten in khain week. Als lieb ainem Yeden sey unnser unnd des Reichs schwere Ungnad und Straff. Unnd dartzue ain Peen nemblich Viertzig Marckh lottigs Goldts zuuermeiden, die ain Yeder so offt Er frauenlich hiewider thette unns halb in unnser und des Reichs Camer, und den andern halben thail den genanten von Reutlingen und Jren Nachkhomen, unnachloßlich zu betzallen verfallen sein solle. Mit Urkhundt dits Brieffs behalt mit unserm Kaiserlichen anhangenden Insigl. Geben in unnser unnd des Reichs Statt Regenspurg, den Ainundzwaintzigisten tag des Monats July. Nach Christi umseres lieben Herrn gepurt. Fünfftzehenhundert unnd im Sechsundsibentzigisten, Unnserer Reiche des Romischen im Viertzehenden, des Hungerischen im Dreytzehenden, und des Behemischen im Acht und zwaintzigsten Jaren.
Bekhennen offentlich mit disem Brieff, unnd thuen khundt allermennigelich, Das unns unnsere unnd des Reichs liebe getrewen, N. Bürgermaister und Rath der Stat Reutlingen, unnderthenigelich Zuerkhennen gegeben. Wiewol Jre Vor Eltern und Sy. in bestellung gedachter unnser unnd des Reichs Statt Reutlingen Statt Regiment, als Järlicher Wahl eines Bürgermaisters oder Zunfftmaisters besatzung Raths und gerichts, und ander dergleichen Ämbter etc., auf die Zuuor im Dreyzehenhunderisten und Vierundsibentzigisten Jar erlangte Confirmation weylandt unnsers Vorfaren am Reich, Kaiser Karls des Vierten, löblicher gedechtnuß, ungeuerlich Nachuolgenden brauch und ordnung als die Sy gemainem Vatterlandt sonders annemblich und wolfürstendig erachtet angestellt, lange Jar gehalten unnd volgendts auf Jre Nachkhomblinge wie auch guettes thails Jre Zeit, ruewigelich hergebracht, genutzt und genossen, Nemblich da alle Jar auf den Sontag nach Ulrici, das ist ungeuer Viertzehen tag vor Jacobi, alle Ambter, als das Burgermaister, der Richter Vier Rattsherrn und Zunfftmaister und also Klainer unnd grosser Rath Ambt ledig worden das dann Yedwedere Zunfft deren Zwelff gewesen auff ire Stuben sich gentzlich unnd Volkomenlich versamblet, unnd anfangs ainen Zunfftmaister, den Sy dem Hailligen Reich unnd der Statt am tauglichisten und Nutzisten zu sein erachtet, unnd dabey yeden Zunfftmaister zwelff unterschiedliche Richter aus der Zunfftgemaindt, durch ain freye durchgeende Wahl zuegeordnet. Welche Zunfftgericht auf funff Pfundt Höller Wirtenberger wehrung, rechtlich zuerkhennen, daneben Jrer Zunfft zuegethane Hanndtweckher bey dero gerechtsame hanndtzuhaben befüegt gewesen, Volgenden tags hetten die Zunftmaister dem Klainen Rath (so gleichwol noch nit wider ernewert gewesen) geschworen, Und daneben Sy Zunfftmaister ainen Statt Schulthaissen zu handthabung der Statt und Burgerlicher gerechtsame zu Hauß und Veldt erwehlet, Nachgeendts aber ains andern tags sich Klaine und grosse Rathe versamblet, unnd von den Zwelff Zunfftmaistern Zwen aus den Zwelff Statt Richtern unnd Vier Rattsherrn unnd herwiderumb von denselbigen Stattrichtern und Rathsherrn, Zwen aus den Zunfftmaistern und von denselbigen Vieren noch ainer, als der Fünfft aus dem grossen Rath erwehlet worden, Welche Fünff herwiderumb vermittlst gelaisten sonderbaren ernstlichen Aydts Siben andere, als Drey aus den Zunfftmaistern und Vier des grossen Raths erkhieset, die dann auch auf zuuor erstatten Aydt die Zwelff Stattrichter, Vier Rattsherren, unnd die zwelff Junge Burger, so neben den Zunfftmaistern in den grossen Ratt gangen, erwehlt. Wann nun dise Siben solche beuolhene sachen, deren wichtigkhaitt nach ainen tag etlich beratschlagt unnd sich ainer Wahl entschlossen hetten Sy dieselbige vor klainen und grossen Räthen, (die Jnen zuuor fridt und glaidt zuesagen muessen) in gegenwertigkhait ainer gantzen Burgerschafft eröffnet, auff solches weren durch die Zwelff Stattrichter (ausserhalb des Yetzo abkhomenen Burgermaisters und Schulthaissen) die Vier Ratts Herrn und Zwelff Zunfftmaister sambt aines Yeden Zunfftmaisters zwen nechsten neben Richtern in Dreyen unterschiedlichen Wahlen Drey Manner des klainen Raths erkhoren, unnd nach demselbigen eroffnet, durch ain newe Wahl deren der ain selbigs Jars zu ainem Burgermaister erwehlt worden, dem dann der Alt oder abkhomne Burgermaister den Stab und Sigill ubergeben, unnd Jme klain und grosse Rath sambt der ganntzen Burgerschafft gepürendermassen gelobt und geschworen, Entlich so seie von dem Klainen Rath der Pfandtschulthaiß (der uber schuldt forderung zuerkhennen), erwelt worden etc. Welche ordnung von obbestimbter zeit an biß auf den Zwaintzigisten Januar des Zwayundfunfftzigisten Jars der wenigern Zall bey gemainer Stat Reutlingen beharrlich und unuerandert verbliben. So hette doch der Durchleuchtigist Fürst Herr Carl der Funfft, Römischer Kaiser etc. unnser geliebter Herr Vetter, Vatter und Schweher Gottselliger gedechtnuß bemelten Zwaintzigisten tag Januar desselben Funffundfunfftzigisten Jars durch Seiner Lieb und Kaiserliche Maiestat hiertzue verordneten Commissarien solche Alte Ordnung aufheben, unnd an deren statt volgende anstellen lassen, Nemblich das Järlich auf obbemelte Jarzeith (als Sebastiani) drey Burgermaister erwehlt werden, deren Yeder das Ambt Vier Monat lang tragen sollen, Welchem noch Zwen Gehaime Rath, unnd nachmallen denselbigen Fünffen noch anndere Viertzehen Rattsfreundt zuegeben, das also allein durch solliche Neuntzehen Personen und nit mehrere, der taglich gemain Rath auch das ober oder Statgericht und andere gemainer Stat Ambter und verwaltungen versehen sollen werden. Hieneben so sollen auch zu rechtlicher oder guettlicher erörtterung allerhandt fürgefallner Bürgerlichen Spänn so fünff Pfundt heller unnd was darunder gewesen etc. erloffen, Zwelff von der gemainen Burgerschafft sambt einem Schulthaissen oder Stabhalter erwehlt, denen noch Acht andere Burger zu Jrer ersatzung, als wan ainer oder mehr partheylichait halben abtretten müessen, Zuegeordnet die der groß Rath oder das undergericht genandt worden. Hergegen aber die Zwelff unnderschiedliche Zunfftgericht gentzlich aufgehebt und weitter nit, dann allein obbemelte Richter gelassen werden. Welche ob Sy gleichwol der Zunfftmaister Namen behalten, unnd sich Jr Yeder in ain sondere Zunfft erkhennt, sollen Sy doch neben obbemelter Rechtlichen erkhandtnuss weitter nichts dann das Sy die handtwerckher bey Jren herkhomen gepreuchen und gewonhaiten hanndthaben, zuuerwalten haben. Nachdem sich aber im werkckh befunden das durch dise Newe angestelte ordnung nit allain die Burgermaister deren Yeder allain auf Vier Monat bestelt gewesen Jr Ambt bißweillen etwas nachlessiger verrichtet, Jn dem Ye ainer seine beuolhene Verrichtung (so sonderlich was wichtigs und schweres vorgefallen) auf den andern gespart und aufgetzogen, sonder auch durch die geringere anzal der Neuntzehen Ratspersone gemainer Statt Ambter verwaltungen und Pflegschafften, der Notturfft nach nit genuegsam besetzt unnd etliche der gemainen Burger darzue erfordert werden muessen, des doch hieuor niemals im brauch gewesen dardurch dann eruolgt das die Ratsgehaimbnussen mehr dann guet gewesen, under den gemainen Mann außgebrait und offenbar worden Jn deme aber die gedachten Kaiserlichen Commissarien in anstellung diser ordnung dem zur selbigen zeit New bestettigtem Rath, unnd dessen nachkhommen gleich damaln auch Insonderhait per Expressum Zuegelassen unnd vorbehalten, Wa sich durch solche enderung was ereugen solte so zu Nachtail und schmellerung des gemainen nutzes raichen mochte, das ainem Rath Yeder Zeit frey steen und unbenommen sein solte bey hochgedachten Kaiser Carlen oder Seiner Lieb und Kaiserlichen Majestat nachkhommen am Reiche sich dessen zu beclagen und umb milderung oder Verpesserung solcher ordnung gehorsamblich anzusuechen. Weren Sy in getröstung solches vorbehalts, bewegt worden solcher beschwernussen sich gegen weylandt unsern geliebten Herrn und Vattern Kaiser Ferdinanden auch Hochloblichster gedechtnus, zu beclagen, darauf dann eruolgt, das ain Yeder Burgermaister das Ambt ain Jar lang tragen der Rath noch umb Funff Personen erhöhet, unnd also der Klain Rath mit Vierundzwaintzige Personen besetzt werden solte. Welche Burgermaisters Wahl und Rattsbesazzung, vermüg durch obgedachte Commissarien angestelter Newen ordnung volgendermassen zugeschehen pflegt, Nemblich auf obbestimte zeit Sebastiani oder in ainem tag Zween oder Drey Zuuor oder hernacher, kemmen die Gehaimen sambt den Klainen und grossen Räthen auf dem Rathauß zusamen, da sich dann die Fünff gehaime Räthe in ain besonder unnd die uberigen Neuntzehen Personen des Klainen Rats, auch in ain besonder Gemach verfuegen, unnd der überig Klain Rath Zwen aus den Gehaimen, unnd herwider die geheimen zwen aus dem Klainen Rath erwehlen, Wann dann solche Vier, dem grossen Rath, das ist dem Stabhalter unnd den Zwelff Richtern, Neben den anndern Acht personen zu dem undergericht bestellet, eröffnet, so werde von selbigen noch ain person aus dem Klainen Rath erwehlet Welche funff, nach erstattem Aydt, ainen klainen Rath erwöhlet. Die alßdann ainen Klainen und grossen Rath widerumb besetzen, unnd denselbigen nechsthernach volgenden Ratstag eroffnen, darauf dann von dem Klainen Rath allain das Burgermaister und andere Ambter durch ain freye Waal wider bestellet und außgethailt werden etc. Wiewol Sy nun dise angestelte ordnung in khainen weeg zu tadlen hetten, sonder vilmehr derselben gehorsame voltziehung zu thuen sich nit allain unnderthenigist schuldig unnd verpflicht erkhenneten sonder auch noch biß dahero gehorsamblich darbey verpliben, auch noch hinfüro dabey Zubleibenn genaigt werden, Jn dem und aber bey gewertem altem brauch die Räth, auch der Burgermaister und anndere gemainer Statt nottwendige Ämpter mit obertzelten sondern Solenniteten als durch ain freye weitleufftige unnd wolberathliche Wahl Klainer und grosser Rath auch der Zunfftrichtere erwehlt und bestellet auch nochmaln in gegenwertigkhait allgemainer Burgerschafft eröffnet worden, darzue auch die Zunfftmaister den täglich klainen Rath besuecht, (wölches doch Yetzo bey diser Newen ordnung nit also ansehentlich geschehe) So were dannenhero eruolget, das nit allain ain sonder hohe authoritet der öbergkhait dardurch geschöpfft und dieselbige Yederzeit von mennigelich mit aller Ehrerbiettung, in eintrechtigem gehorsam der gepür Reueriert unnd zu Vorderist gehalten worden. Sondern hett auch durch Sy die obrigkhait ain desto ernstlicher aufmerckhens gegen der Burgerschafft Jres übel oder wolhausens erbarn oder Ergerlichen lebens angestellt mögen werden, in dem Yeder Zunfftmaister in den täglichen Rathsversamblungen seiner Zunfftverwandten halben, wann die aus dringender selbs aignen nottdurfft oder sonst Jrethalben beschehnen, deseriern, daselbsten furkhommen, oder aber der Zunfftmaister fur sich selbs ratione officij, solches für nottwendig geacht etc. gepürenden gegenbericht oder zeitliche anzaig geben, und thuen sollen und khöndten, dardurch dann vilkhonfftige übl und unrath gestewert mögen werden Neben dem, das durch Jr der Zunfftmaister unnd deren Zuegeordnete Richter exercierte (doch obbemeltermassen Limittierte) jurisdiction die Burgerschaft in furbringung der gerichts und anderer händl gleichsam etwas Zur wolredenhait und gerichtlicher sachen erfahrung ain ander angeraitzt, unnd hierinen Ye ainer dem andern fürgetzogen wöllen werden, durch welche tägliche üebung dann, nachmaln zu bestellung der Höhern Ambtern und des Klainen Ratts, ain außbindige Wahl dichtiger Personen gefunden und gehabt mögen werden. So doch hergegen durch die abgeschaffte Zunfftgericht, unnd aslo bey dieser Yetzo angestellten ordnung die Junge Burgerschafft gantz hinlessig und unerfaren aufwechst unnd also der täglich Rath bißweilen gantz beschwerlich nach nottwndiger gebür besetzt mag werden, Demnach aber nit allain gedachter Rath zu Reuttlingen sonder zumal auch mit Jnen ain gantze allgemaine Burgerschafft, fürnemblich aber die Jenigen denen solche wolhergebrachte und lange Jhar geüebte alte ordnung bewist, darfür hielten, das gedachte Jr alte, unnd von weylendt hochgedachtem Kaiser Carl dem Vierten Confirmierte Ordnung, vil mehr dann die Yetzo angestellte Newe, zu eintrachtigen Bürgerlichen gehorsam auch allgemainer Burgerschafft und gantzer Statt mehr gluckhliechen aufnemen, fortgang unnd besserer wolfartt gedeyen möchte. Haben Sy unns darauf diemuettigelich angerueffen und gebetten, das wir, in erwegung obemelter wolgegründten ursachen, Jnen unnd Jren Nachkhomen und der Statt zu Reuttlingen, solche alte lobliche und guette gewonhaitten und brauch, so Jre Vorfaren inn besatzung der Statt Ämbter und Räth obertzeltermassen, Redlich unnd wolhergebracht, gegen einstellung diser Yetzigen, durch mehr hochgedachten Kaiser Karlen den Fünfften aufgerichter ordnung, wider gnedigist zubestettigen zuernewern zu Confirmiern unnd damit mildigelich zubegaben genedigelich geruechten. Des haben wir angesehen solch Jr diemüettig gehorsam zimblich bitt, auch die obeingefuertte Ursachen unnd daneben die unnerthenigen getrewen und willigen dienst, so Jre Vorfaren und Sie, weylendt unnsern Vorfaren am Reich Romischen Kaisern und Khünigen auch unns unnd dem Hailligen Reich in manigfeltige weeg gethan haben unnd Sy hinfüro wol thuen sollen unnd mögen, Und darumb mit wolbedachtem Muet guettem Rath und Rechter wissen der gemelten Statt Reuttlingen unnd Jren Nachkhomen zu gnaden und guettem, obeinuerleibte Jr alte unnd vom Kaiser Karlen dem Vierten Confirmierte Stattordnung, In allen Jren Puncten, Articuln, Clausulen, Innhaltungen Mainungen und begreiffungen, als Romischer Kaiser genedigelichen ernewert, confirmirt und bestaetigt, Dargegen aber die vom Kaiser Confirmiert und bestätt, dagegen aber die von Kaiser Carlen im Anno etc Funffundfünfftzig New aufgerichte ordnung dißmals unnd biß auf andere gelegenhait unnd unser widerrueffen eingestellet. Ernewern, Confirmiern und bestetten die Ait, unnd stellen dagegen die Newordnung ein alles von Romischer Kaiserlicher Machtvolkhomenhait wissentlich in Crafft dies Brieffs, was wir von Rechts und billigkhait wegen daran zuernewern Confirmiern und zubestetten auch eintzustellen haben, Unnd Mainen Setzen unnd wollen Das die obgemelte Jr Alte und durch Weylandt Kaiser Karlen den Vierten Confirmierte unnd biß in Anno etc. Funffundfunfftzig gebrauchte Ordnung, in obberüerten Puncten der Burgermaister Rats und ander Ambter, besetzung, nun hierfüro in allen und Yegelichen Wortten, Puncten Clauseln, Articuln Zuhaltungen Mainungen unnd begreiffungen wie oben ertzellt, gantz Chrefftig und mechtig dagegen aber die Newe eingestellt sein, Und die getrauten von Reuttlingen Jr Burger und Nachkhomen, bey derselben Alten ordnung geruehigelich bleiben, unnd sich deren aller gebrauchen und gemessen sollen und mogen von allermenigelich unuerhindert. Doch solle unns und unsern Nachkhomen am Reichs Romischen Kaisern und Khunigen, Yederzeit beuorsteen dise Alte Statordnung in ainem oder mehr Puncten, Zuuerandern, Zuwiderrueffen oder gar abzuthuen, auch die Newe, oder ain andere wider antzurichten, Und dann auch dieses alles uns und dem Hailigen Reich an unserer obrigkhait unschedlich sein. Unnd gebietten darauf allen und Yeden Churfursten, Fursten Gaistlichen und Welltlichen, Prelaten, Graven, Freyen, Herrn, Rittern, Khnechten, Haubtleutten, Lanndtuogten, Vitzdomben, Vögten, Pflegern, Verwesern, Ambtleutten, Landrichtern, Schulthaissen, Burgermaistern, Richtern, Räthen, Burgern, Gemainden, und sonst allen andern unnsern und des Reichs underthonen und getrewen. Jn was würden Standts oder wesens die seind Ernstlich und Vesstigelich mit disem brieff und wöllen Das Sy die genanten Burgermaister und Rath der Statt Reuttlingen Jr Burger und Nachkhomen, an den obbestimbten Jren unnd durch Kaiser Karlen den Vierten, auch durch uns Confermirn Alte Statordnung nicht hindern, noch Jrren sonder Sy darbey geruehigelich bleiben deren gebrauchen und gemessen lassen, und darwider nicht thuen, noch des Yemandts anderm zuthuen gestatten in khain week. Als lieb ainem Yeden sey unnser unnd des Reichs schwere Ungnad und Straff. Unnd dartzue ain Peen nemblich Viertzig Marckh lottigs Goldts zuuermeiden, die ain Yeder so offt Er frauenlich hiewider thette unns halb in unnser und des Reichs Camer, und den andern halben thail den genanten von Reutlingen und Jren Nachkhomen, unnachloßlich zu betzallen verfallen sein solle. Mit Urkhundt dits Brieffs behalt mit unserm Kaiserlichen anhangenden Insigl. Geben in unnser unnd des Reichs Statt Regenspurg, den Ainundzwaintzigisten tag des Monats July. Nach Christi umseres lieben Herrn gepurt. Fünfftzehenhundert unnd im Sechsundsibentzigisten, Unnserer Reiche des Romischen im Viertzehenden, des Hungerischen im Dreytzehenden, und des Behemischen im Acht und zwaintzigsten Jaren.
Archivale
Ausstellungsort: Regensburg
Bemerkungen: Original: HStA Stuttgart B 201 U 30
Gegenüberlieferung: Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Reichsregisterbücher (Maximilian II.), Bd. XVIII, S. 455
Literatur:
C. F. Gayler: Historische Denkwürdigkeiten (...), Reutlingen 1840, Bd. 1, S. 559 ff.
OAB Reutlingen 2. Bearb (1893) Teil 2, S. 123 ff.
Markus Bauer: Kompendium (1994), S. 85
Genetisches Stadium: Abschrift
Verweis: Kopie: S 161 Nr. 20 U 30. Abschrift: Privilegienbuch I (vorl. Nr. 6), fol. 63
Bemerkungen: Original: HStA Stuttgart B 201 U 30
Gegenüberlieferung: Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Reichsregisterbücher (Maximilian II.), Bd. XVIII, S. 455
Literatur:
C. F. Gayler: Historische Denkwürdigkeiten (...), Reutlingen 1840, Bd. 1, S. 559 ff.
OAB Reutlingen 2. Bearb (1893) Teil 2, S. 123 ff.
Markus Bauer: Kompendium (1994), S. 85
Genetisches Stadium: Abschrift
Verweis: Kopie: S 161 Nr. 20 U 30. Abschrift: Privilegienbuch I (vorl. Nr. 6), fol. 63
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ