SS-Einheiten in Württemberg (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, PL 506
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Deposita, nichtstaatliche Archive und Nachlässe >> Nichtstaatliche Archive (ohne Deposita) >> Nationalsozialistische (NS-)Organisationen
1897-1946
Inhalt und Bewertung
Der Bestand unfasst v.a. Ausweise von fördernden Mitgliedern der SS (Kreise Aalen, Göppingen, Backnang, Öhringen, Esslingen, Stuttgart, Waiblingen), verschiedene personenbezogene Karteien (u.a. 1./2. Nachrichtenstandarte, Kartei des Rasse- und Siedlungshauptamts), Personalakten von Verwaltungsführern und Schulungsleitern (A-Z), weitere nach Personen angelegte Büschel (Provenienz teilweise Ergänzungsamt Waffen-SS), Sachakten, u.a. Rechenschaftsberichte von Schulungsleitern, Ausbildungspläne, Geschäftsverteilung.
Vorbemerkung: Die Schutzstaffeln (SS) der NSDAP verkörperte wie keine andere Institution des Dritten Reiches die nationalsozialistische Herrenmenschen-Ideologie. 1923 als "Stabswache" begründet und 1925 in "Schutzstaffeln" umbenannt, lagen ihre Aufgaben zunächst im Schutz der Parteiprominenz, im Versammlungsschutz, und in Werbeaktionen für die NSDAP. Ihre eigentliche Geschichte beginnt mit der Ernennung Heinrich Himmlers zum Reichsführer SS (RFSS) 1929, der Expansion ihrer Mitgliederzahl und dem Aufbau eines Sicherheitsdienstes (SD), wodurch die SS Funktionen einer Parteipolizei übernahm; zugleich dokumentierte die Errichtung eines Rasse- und Siedlungsamtes Himmlers Absicht, aus der SS auf der Basis "biologischer Auslese" einen Führungsorden zu machen. Zur Sicherstellung der Finanzierung der SS wurde das Instrument der "Fördernden Mitgliedschaft" geschaffen. Im Dritten Reich entwickelte sich die SS durch de Übernahme von Partei- und Staatsfunktionen mehr und mehr zu einer "Führerexekutive". Die Bewährung in dieser Rolle während des "Röhm-Putsches" trug der SS die Emanzipation von der SA-Führung emanzipiert und die Aufwertung zur "selbständigen Organisation" der NSDAP ein. Danach wurde - im Zuge der Ernennung Himmlers zum Chef der Deutschen Polizei sowie der Errichtung des Hauptamtes Ordnungspolizei und des Reichssicherheitshauptamtes - die Verzahnung von SS und Polizei weiter vorangetrieben. Die Reorganisation der z.T. erst 1934 von der SA übernommenen Konzentrationslager führte zu einer Zentralisierung und strafferen Kontrolle der Lager und ihrer Wachmannschaften, der SS-Totenkopf-Verbände, und zu einer effektiveren Ausbeutung der Häftlingsarbeit. Mit den schon 1933 entstandenen "Politischen Bereitschaften", die 1934 mit der "Leibstandarte Adolf Hitler" zur SS.-Verfügungstruppe zusammengefasst wurden, besaß die SS schon früh militärisch organisierte Freiwilligenverbände. Aus ihrer Verschmelzung mit den Totenkopf-Verbänden, den Junkerschulen, der aus Kräften der Ordnungspolizei aufgestellten Polizeidivision sowie den Angehörigen der zuständigen Zentraldienststellen (v.a. Ergänzungsamt) ging die Waffen-SS hervor, die rasch an Umfang und Gewicht gewann. In der NS-Besatzungs-, Germanisierungs- und Vernichtungspolitik spielte die SS eine dominierende Rolle. Die territoriale Gliederung der SS änderte sich mehrfach. An der Spitze standen Oberabschnitte, gefolgt von Abschnitten mit je zwei bis vier Standarten, die ihrerseits aus Sturmbannen bestanden, in denen einzelne SS-Stürme zusammengefasst waren. Wiederholt wurden Umstrukturierungen vorgenommen. Ins Staatsarchiv Ludwigsburg gelangten Registraturreste verschiedener SS-Einheiten vor allem des SS-Oberabschnitts Südwest zwischen 1971 und 1978 über das Document Center Berlin, das Bundesarchiv und das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Die Akten wurden unter der Signatur PL 506 zu einem eigenen Bestand formiert. Zwischen 1974 und 1978 verzeichneten Dr. Robert Uhland und Dr. Wolfgang Schmierer etwa 4/5 des Bestandes. Die Zuordnung bzw. Verzeichnung des Restbestandes erfolgte zwischen Mai 2004 und Februar 2007 durch Dr. Carl-Jochen Müller im Zuge eines von der Stiftung Kulturgut finanzierten Projekts zur Erschließung der Beständegruppe PL 501-523. Der Bestand umfasst 185 Einheiten = 3,2 lfd. m. Ludwigsburg, im Februar 2007 Dr. Müller
Der Bestand unfasst v.a. Ausweise von fördernden Mitgliedern der SS (Kreise Aalen, Göppingen, Backnang, Öhringen, Esslingen, Stuttgart, Waiblingen), verschiedene personenbezogene Karteien (u.a. 1./2. Nachrichtenstandarte, Kartei des Rasse- und Siedlungshauptamts), Personalakten von Verwaltungsführern und Schulungsleitern (A-Z), weitere nach Personen angelegte Büschel (Provenienz teilweise Ergänzungsamt Waffen-SS), Sachakten, u.a. Rechenschaftsberichte von Schulungsleitern, Ausbildungspläne, Geschäftsverteilung.
Vorbemerkung: Die Schutzstaffeln (SS) der NSDAP verkörperte wie keine andere Institution des Dritten Reiches die nationalsozialistische Herrenmenschen-Ideologie. 1923 als "Stabswache" begründet und 1925 in "Schutzstaffeln" umbenannt, lagen ihre Aufgaben zunächst im Schutz der Parteiprominenz, im Versammlungsschutz, und in Werbeaktionen für die NSDAP. Ihre eigentliche Geschichte beginnt mit der Ernennung Heinrich Himmlers zum Reichsführer SS (RFSS) 1929, der Expansion ihrer Mitgliederzahl und dem Aufbau eines Sicherheitsdienstes (SD), wodurch die SS Funktionen einer Parteipolizei übernahm; zugleich dokumentierte die Errichtung eines Rasse- und Siedlungsamtes Himmlers Absicht, aus der SS auf der Basis "biologischer Auslese" einen Führungsorden zu machen. Zur Sicherstellung der Finanzierung der SS wurde das Instrument der "Fördernden Mitgliedschaft" geschaffen. Im Dritten Reich entwickelte sich die SS durch de Übernahme von Partei- und Staatsfunktionen mehr und mehr zu einer "Führerexekutive". Die Bewährung in dieser Rolle während des "Röhm-Putsches" trug der SS die Emanzipation von der SA-Führung emanzipiert und die Aufwertung zur "selbständigen Organisation" der NSDAP ein. Danach wurde - im Zuge der Ernennung Himmlers zum Chef der Deutschen Polizei sowie der Errichtung des Hauptamtes Ordnungspolizei und des Reichssicherheitshauptamtes - die Verzahnung von SS und Polizei weiter vorangetrieben. Die Reorganisation der z.T. erst 1934 von der SA übernommenen Konzentrationslager führte zu einer Zentralisierung und strafferen Kontrolle der Lager und ihrer Wachmannschaften, der SS-Totenkopf-Verbände, und zu einer effektiveren Ausbeutung der Häftlingsarbeit. Mit den schon 1933 entstandenen "Politischen Bereitschaften", die 1934 mit der "Leibstandarte Adolf Hitler" zur SS.-Verfügungstruppe zusammengefasst wurden, besaß die SS schon früh militärisch organisierte Freiwilligenverbände. Aus ihrer Verschmelzung mit den Totenkopf-Verbänden, den Junkerschulen, der aus Kräften der Ordnungspolizei aufgestellten Polizeidivision sowie den Angehörigen der zuständigen Zentraldienststellen (v.a. Ergänzungsamt) ging die Waffen-SS hervor, die rasch an Umfang und Gewicht gewann. In der NS-Besatzungs-, Germanisierungs- und Vernichtungspolitik spielte die SS eine dominierende Rolle. Die territoriale Gliederung der SS änderte sich mehrfach. An der Spitze standen Oberabschnitte, gefolgt von Abschnitten mit je zwei bis vier Standarten, die ihrerseits aus Sturmbannen bestanden, in denen einzelne SS-Stürme zusammengefasst waren. Wiederholt wurden Umstrukturierungen vorgenommen. Ins Staatsarchiv Ludwigsburg gelangten Registraturreste verschiedener SS-Einheiten vor allem des SS-Oberabschnitts Südwest zwischen 1971 und 1978 über das Document Center Berlin, das Bundesarchiv und das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Die Akten wurden unter der Signatur PL 506 zu einem eigenen Bestand formiert. Zwischen 1974 und 1978 verzeichneten Dr. Robert Uhland und Dr. Wolfgang Schmierer etwa 4/5 des Bestandes. Die Zuordnung bzw. Verzeichnung des Restbestandes erfolgte zwischen Mai 2004 und Februar 2007 durch Dr. Carl-Jochen Müller im Zuge eines von der Stiftung Kulturgut finanzierten Projekts zur Erschließung der Beständegruppe PL 501-523. Der Bestand umfasst 185 Einheiten = 3,2 lfd. m. Ludwigsburg, im Februar 2007 Dr. Müller
185 Büschel (4,4 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:40 PM CET
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