Anordnungen zum Bau eines Rondells zwischen der Mühle und dem Diecktor zu Abwehr der spanischen Truppen
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Telgte A, 818
Telgte A
Telgte A >> Militärsachen >> Anordnungen und Edikte
1588 August 4
Enthält: u.a. Ludger von Raesfeld zu Hameren, Droste zu Wolbeck und Sassenberg, erläßt genaue Anordnungen zum Bau eines Rondells zwischen der Mühle und dem Diecktor zur Abwehr der spanischen Truppen. Bürgermeister und Rat der Stadt Telgte hatten im Jahre 1587, als die spanischen Befehlshaber Hon Seansio de Leyva und Emanuel de Vega sich mit ihren Truppen im Stift Münster einquartierten, Ludger von Raesfeld zu Hameren, Drosten zu Wolbeck und Sassenberg, und hernach die verordneten Statthalter des Stifts angezeigt, daß ihre Stadt besonders zwischen der Ems und dem Mühlenhof sehr schwach befestigt sei. Gleichzeitig habe sie beantragt, daß man ihnen gestatte, auf ihre eigenen Kosten ein Rondell anzulegen, um sich eines möglichen Überfalls desto besser zu erwehren. Das Rondell soll im Garten der Müllerin errichtet werden, wofür diese nach dem Erbieten der Stadt eine doppelte Erstattung bekommen soll. Nachdem der Rentmeister Balthasar von Amelunxen den Platz besichtigt hat, wird der Stadt bewilligt, das Rondell in dem Bezirk zwischen der Ems und dem Teich zu bauen. Dafür soll die Stadt der Müllerin bzw. dem jeweiligen Mühleninhaber ein Stück Gartenland eingeben, und zwar jenes, das jetzt Georg Kerkman benutzt und mit einem Ende auf den Garten der Müllerin stößt und zwischen Wibke Richters und der Ems liegt. Die Überweisung des Gartens geschieht mit diesem Vertrag. Ferner sollen die Telgter unterhalb des Pferdeschuppens an der Seite zum Rondell eine Pforte, auch längs der Mühlenhofmauer einen Gang anlegen, soweit das äußerste Dach des Schuppens [reicht] bis an den Pfahl nach dem Rondell hin, so daß man mit einem Karren auf das Rondell fahren kann; den Gang sollen sie mit einem Planket versehen, so hoch wie das jetzt noch stehende Glind des Mühlenhofs ist. Dadurch soll der Müller bei Brand, Übersteigen usw. möglichst wenig in Gefahr geraten. [usw.] Ferner sollen die Telgter ohne Kosten der Müllerin eine Pforte anlegen, wodurch sie Wagen, Pferde und Vieh bis auf den Baumgarten fahren kann. Zu dieser Pforte sollen die Mühleninhaber den Schlüssel führen, im Verzug von Gefahr jedoch die von Telgte. Dann haben die Telgter nach einem früheren Rezess auch das Stankett im Baumgarten von dem Mühlengarten bis zum Stadttor instandzuhalten. In Zukunft dürfen sie nicht mehr, wie dies im letzten Jahr geschehen ist, den Mühlenhof mit einquartierten Stiftssoldaten belegen, denn der ist davon befreit und steht nur dem Landesfürsten, den Räten und dem Amtmann zur Verfügung. Wenn die Telgter diesem Vertrag nicht nachkommen, müssen sie das Rondell wiederabreißen und den Platz wieder in den früheren Zustand versetzen. Ankündigung des Drosten- und des Stadtsiegels.
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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