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LLA 007/032
LLA Lindenschmit, Ludwig d. Ä.
Lindenschmit, Ludwig d. Ä. >> Ausstellungen >> Externe Ausstellungen >> Wiener Weltausstellung 1873
1873-05-24
Inhalt/Beschreibung/Darin: "Wien 24. Mai 1873.
Sonntag, Abend.
Mein liebster Onkel!
Kaum will ich anfangen
mich ein wenig auf meinen Lorbeeren auszuruhen,
so stachelt mich Ihr heute angekommenes Schreiben
vom 23. Mai sogleich wieder zu neuer Tigerswuth.
Doch das muß näher erklärt werden ([...]). -
Gestern Abend ließ ich noch ein Telegramm
an Sie vom Stapel: "Soeben mit Auspacken und
Aufstellen fertig. Nichts zerbrochen. - Sie werden
es hoffentlich erhalten haben. Heute (Samstag) Frühe
war ich schon um 4 Uhr auf den Beinen und zu Fuß
hinaus in die Ausstellung unter schauderhaftem Sturm
und Regen. Ich hatte nämlich gestern Abend, als ich,
[als] Letzter, unseren Saal verließ, in der Müdigkeit
und freudigen Aufregung über das Glück des Tages
meinen Schlüsselbund, sowie Notizbuch mit Creditbrief
unter meinen Kisten aufzulesen vergessen. Sie
können sich denken, welchen Abend und welche
Nacht ich zubrachte. Heute früh also war ich der
Erste welcher mit den Aufsehern den Saal betrat
und fand beides am alten Platz (5 ½ Uhr Morgens).
Nun wieder froh mit Hoffnung und um 7 Uhr an
die Arbeit. Da hatte ich nur noch hin u. her zu ordnen
und den Rest der Nummerungszettel aufzustecken.
Um 11 Uhr war ich fertig. Und denken Sie sich,
Dank der meisterhaften Verpackung nicht nur
Nichts, gar Nichts zerbrochen, sondern nicht einmal,
die geringste Lädirung an irgendeinem Stücke.
Das nenne ich Glück! - Mittlerweile hatte
sich der Schrank durch das Gewicht der schweren
Holzdecke u. großen Urnen und zahlreichen
Gegenständen gesetzt und wollte nicht mehr schließen.
Ich jage in der ganzen Ausstellung nach meinen
Franzosen, welche ich nach einer vollen Stunde
Suchens bei den Japanisten - aux Japans -
treffe und herüber mit ihnen.
Es ist nichts anders zu machen, als daß die
4 schweren Fenster mit Stahlrahmen wieder
herausgenommen, die großen Urnen abgehoben,
die Decke entfernt und mit Feile und Hammer
in den Schloßriegel p.p. gearbeitet werde.
O meine schöne Ausstellung! Klappt die schwere
nur mit Holz aufgestützte Decke zu, tümpeln
alle Töpfe in die unteren Etagen p.p. oder die
losgelösten Stahlstangen der Rahmen fallen auf
Schwerter & Lanzen, Schmuckstücke p.p.p. Auch
diese Stunden der wahrhaft marternden Aufre-
gung gingen vorüber; meine Franzosen sind
diables, die Fenster hineingehoben, die Decke
herab, die Töpfe hinauf und jetzt gehen
die Schlösser wie [Seifen?] und ich habe den
Schlüssel im Sack! -
Also ich bin fertig - soweit - Alles steht
und hängt, der Schrank in seinem weißen
Tapetenverputz sieht elegant aus hinter den
farbigen Plâtres und Alles, das ihn sieht,
bewundert. - Nun Ihre neuen Umtriebe! -
In den Schrank gehen die "Alterthümer"
nicht, schon deswegen nicht, weil derselbe
nicht geöffnet werden darf, wenn nicht Staub
und die noch größere Gefahr der cassé
der Sammlung drohen soll. Ich muß mich
also nach einem Pult umsehen, sowohl
für die Alterthümer, in welchen man doch
wohl soll blättern können, als auch für die
Kataloge. Und da fällt mir ein, daß sich
mir heute Abend ein Herr vorgestellt hat
mit den schmeichelhaftesten Complimenten für
unsere Ausstellung, namens Obermüller, Se-
cretär. Irre ich nicht, so habe ich aus seinen
Andeutungen entnommen, daß er derselbe
"schlecht aussehende" Mann ist, welchem
[...] in Gegenwart des Doctors unsere
Ausstellung anempfohlen hat. Den Doctor
hat der "schlecht aussehende" Mann für Sie gehalten.
Als ich ihm begreiflich machte, daß er unser Prä-
sident war, fiel ihm Manches von der damaligen
Verhandlung wieder ein und er bat mir auf´s Neue
seine Dienste an. Ich bin jedoch froh, daß ich schon so
weit bin, denn er sieht wirklich "recht schlecht" aus.
Wenigstens jedoch wird er mir zu einem Pulte ver-
helfen können.
Uebrigens habe ich noch an einen Anderen gedacht,
an Fink, den ich ebenfalls darüber interpelliert!
Gar nicht [...]. Ich habe nämlich heute Abend im
Vorbeisehen im Museum meine Karte abgegeben
und werde Morgen früh Herrn Eitelberger dort
aufsuchen und Reverenz machen. Vielleicht daß
er uns einen überflüssigen Museumspult
leiht. Sie sehen ich bin jetzt mit allen Händen
gefragt. Und wenn es auch da nicht geht, werde
ich mich an Herrn v. Rabené wenden, welchen
ich abends, wie jenem preuß. Asseßor, S. Excellenz
den Herrn Grafen Usedom u. den Kronprinz un-
ter die Nase gerieben habe, daß ich vielleicht
noch einen kleinen Pariser Glaspult erhalte.
Noch vom Katalog und Inschriften keine
Anmeldung. Fink meint, es sei auch noch
nicht möglich, da einzelne Kolli unter Wagons
oft verladen und dadurch ihre Ankunft sehr
verzögert werde.
3-4 Tage will ich diesen beiden Gegen-
ständen hier noch in Wien zu liebe
bleiben, dann aber abbauen u. dann, um
mit Max Wirth zu reden - später wird´s
immer später!
Wie ist's nun mit dem Schlüssel unseres
Schrankes. Geöffnet darf er nicht werden u.
das Abstauben vertragen unsere Gegenstände
nur von der Hand eines Jehring. Also was
soll der Schlüssel hier in Wien. Soll ich ihn
Fink oder einem anderen Comissar überlaßen,
damit es mit ihm geht, wie mit der Pause
unseres Schrankes, welche ich von ihm verlangte
und die niergends zu finden war, so daß ich selbst,
während er suchte, in die ziemlichste Verlegenheit
gerieth? Ich denke ich nehme ihn am besten
mit nach Hause. Und doch, was soll im Falle
eines Naturereignisses geschehen, in Folge dessen
einige Töpfe fallen und ihre Scherben [...]
[...] und weit verstreuen. Da gibt es aber
Schlosser. Also antworten Sie mir hierüber.
Im Ganzen, sowohl wie im Einzelnen, dürfte unser
Vorstand, dürfte ich, mit der Art meiner Ge-
schäftsführung nicht gerade unzufrieden sein.
Ich scheue mich selbst dabei so wenig, daß ich z.B.
heute früh um 6 Uhr gefrühstückt und bis
heute Abend 5 ½ Uhr (parole d'honneur)
keinen Bissen und keinen Tropfen über die
Lippen gebracht und doch dabei den ganzen
Tag nicht ¼ Stunde gesessen habe. Damit
will ich nicht großthuen; es ist die Aufregung, die
mich nicht ruhen läßt und die Erkenntniß, daß
wer hier ausschläft, hinten dran ist. Doch habe
ich mich lange nicht so wohl gefühlt und schmeckt
es mir Abends ganz fürchterlich. Ich habe dann
so großen Durst, daß ich nach dem Essen wohl
im Stande bin in 3-4 Wasserhäusern, durch die Stadt
wandernd, Wasser zu saufen. In unserem Saale
sind 2 Aufseher, ein Berliner und ein Münchner,
welche ich [...] für unsere Ausstellung Sorge zu
tragen theils durch ergangene Trinkgelder theils durch
Versprechungen gewonnen habe. Einer gibt dabei
zugleich auf den anderen Acht. In die Provision der zu
verkaufenden Kataloge werde ich sie wohl in gleichen
Theilen gehen lassen müssen. Das will ich mir jedoch noch
überlegen.
Ihre [Verdachts...] bezüglich des Öffnens der
Inschriftkiste, will ich wie gesagt hier lassen, wie Sie denn wohl
jetzt überzeugt sein werden, daß ich unseren [...] beisammen habe.
Viele herzliche Grüße an Alle, auch an Doctor
Ihr treuer Heinrich"
Sonntag, Abend.
Mein liebster Onkel!
Kaum will ich anfangen
mich ein wenig auf meinen Lorbeeren auszuruhen,
so stachelt mich Ihr heute angekommenes Schreiben
vom 23. Mai sogleich wieder zu neuer Tigerswuth.
Doch das muß näher erklärt werden ([...]). -
Gestern Abend ließ ich noch ein Telegramm
an Sie vom Stapel: "Soeben mit Auspacken und
Aufstellen fertig. Nichts zerbrochen. - Sie werden
es hoffentlich erhalten haben. Heute (Samstag) Frühe
war ich schon um 4 Uhr auf den Beinen und zu Fuß
hinaus in die Ausstellung unter schauderhaftem Sturm
und Regen. Ich hatte nämlich gestern Abend, als ich,
[als] Letzter, unseren Saal verließ, in der Müdigkeit
und freudigen Aufregung über das Glück des Tages
meinen Schlüsselbund, sowie Notizbuch mit Creditbrief
unter meinen Kisten aufzulesen vergessen. Sie
können sich denken, welchen Abend und welche
Nacht ich zubrachte. Heute früh also war ich der
Erste welcher mit den Aufsehern den Saal betrat
und fand beides am alten Platz (5 ½ Uhr Morgens).
Nun wieder froh mit Hoffnung und um 7 Uhr an
die Arbeit. Da hatte ich nur noch hin u. her zu ordnen
und den Rest der Nummerungszettel aufzustecken.
Um 11 Uhr war ich fertig. Und denken Sie sich,
Dank der meisterhaften Verpackung nicht nur
Nichts, gar Nichts zerbrochen, sondern nicht einmal,
die geringste Lädirung an irgendeinem Stücke.
Das nenne ich Glück! - Mittlerweile hatte
sich der Schrank durch das Gewicht der schweren
Holzdecke u. großen Urnen und zahlreichen
Gegenständen gesetzt und wollte nicht mehr schließen.
Ich jage in der ganzen Ausstellung nach meinen
Franzosen, welche ich nach einer vollen Stunde
Suchens bei den Japanisten - aux Japans -
treffe und herüber mit ihnen.
Es ist nichts anders zu machen, als daß die
4 schweren Fenster mit Stahlrahmen wieder
herausgenommen, die großen Urnen abgehoben,
die Decke entfernt und mit Feile und Hammer
in den Schloßriegel p.p. gearbeitet werde.
O meine schöne Ausstellung! Klappt die schwere
nur mit Holz aufgestützte Decke zu, tümpeln
alle Töpfe in die unteren Etagen p.p. oder die
losgelösten Stahlstangen der Rahmen fallen auf
Schwerter & Lanzen, Schmuckstücke p.p.p. Auch
diese Stunden der wahrhaft marternden Aufre-
gung gingen vorüber; meine Franzosen sind
diables, die Fenster hineingehoben, die Decke
herab, die Töpfe hinauf und jetzt gehen
die Schlösser wie [Seifen?] und ich habe den
Schlüssel im Sack! -
Also ich bin fertig - soweit - Alles steht
und hängt, der Schrank in seinem weißen
Tapetenverputz sieht elegant aus hinter den
farbigen Plâtres und Alles, das ihn sieht,
bewundert. - Nun Ihre neuen Umtriebe! -
In den Schrank gehen die "Alterthümer"
nicht, schon deswegen nicht, weil derselbe
nicht geöffnet werden darf, wenn nicht Staub
und die noch größere Gefahr der cassé
der Sammlung drohen soll. Ich muß mich
also nach einem Pult umsehen, sowohl
für die Alterthümer, in welchen man doch
wohl soll blättern können, als auch für die
Kataloge. Und da fällt mir ein, daß sich
mir heute Abend ein Herr vorgestellt hat
mit den schmeichelhaftesten Complimenten für
unsere Ausstellung, namens Obermüller, Se-
cretär. Irre ich nicht, so habe ich aus seinen
Andeutungen entnommen, daß er derselbe
"schlecht aussehende" Mann ist, welchem
[...] in Gegenwart des Doctors unsere
Ausstellung anempfohlen hat. Den Doctor
hat der "schlecht aussehende" Mann für Sie gehalten.
Als ich ihm begreiflich machte, daß er unser Prä-
sident war, fiel ihm Manches von der damaligen
Verhandlung wieder ein und er bat mir auf´s Neue
seine Dienste an. Ich bin jedoch froh, daß ich schon so
weit bin, denn er sieht wirklich "recht schlecht" aus.
Wenigstens jedoch wird er mir zu einem Pulte ver-
helfen können.
Uebrigens habe ich noch an einen Anderen gedacht,
an Fink, den ich ebenfalls darüber interpelliert!
Gar nicht [...]. Ich habe nämlich heute Abend im
Vorbeisehen im Museum meine Karte abgegeben
und werde Morgen früh Herrn Eitelberger dort
aufsuchen und Reverenz machen. Vielleicht daß
er uns einen überflüssigen Museumspult
leiht. Sie sehen ich bin jetzt mit allen Händen
gefragt. Und wenn es auch da nicht geht, werde
ich mich an Herrn v. Rabené wenden, welchen
ich abends, wie jenem preuß. Asseßor, S. Excellenz
den Herrn Grafen Usedom u. den Kronprinz un-
ter die Nase gerieben habe, daß ich vielleicht
noch einen kleinen Pariser Glaspult erhalte.
Noch vom Katalog und Inschriften keine
Anmeldung. Fink meint, es sei auch noch
nicht möglich, da einzelne Kolli unter Wagons
oft verladen und dadurch ihre Ankunft sehr
verzögert werde.
3-4 Tage will ich diesen beiden Gegen-
ständen hier noch in Wien zu liebe
bleiben, dann aber abbauen u. dann, um
mit Max Wirth zu reden - später wird´s
immer später!
Wie ist's nun mit dem Schlüssel unseres
Schrankes. Geöffnet darf er nicht werden u.
das Abstauben vertragen unsere Gegenstände
nur von der Hand eines Jehring. Also was
soll der Schlüssel hier in Wien. Soll ich ihn
Fink oder einem anderen Comissar überlaßen,
damit es mit ihm geht, wie mit der Pause
unseres Schrankes, welche ich von ihm verlangte
und die niergends zu finden war, so daß ich selbst,
während er suchte, in die ziemlichste Verlegenheit
gerieth? Ich denke ich nehme ihn am besten
mit nach Hause. Und doch, was soll im Falle
eines Naturereignisses geschehen, in Folge dessen
einige Töpfe fallen und ihre Scherben [...]
[...] und weit verstreuen. Da gibt es aber
Schlosser. Also antworten Sie mir hierüber.
Im Ganzen, sowohl wie im Einzelnen, dürfte unser
Vorstand, dürfte ich, mit der Art meiner Ge-
schäftsführung nicht gerade unzufrieden sein.
Ich scheue mich selbst dabei so wenig, daß ich z.B.
heute früh um 6 Uhr gefrühstückt und bis
heute Abend 5 ½ Uhr (parole d'honneur)
keinen Bissen und keinen Tropfen über die
Lippen gebracht und doch dabei den ganzen
Tag nicht ¼ Stunde gesessen habe. Damit
will ich nicht großthuen; es ist die Aufregung, die
mich nicht ruhen läßt und die Erkenntniß, daß
wer hier ausschläft, hinten dran ist. Doch habe
ich mich lange nicht so wohl gefühlt und schmeckt
es mir Abends ganz fürchterlich. Ich habe dann
so großen Durst, daß ich nach dem Essen wohl
im Stande bin in 3-4 Wasserhäusern, durch die Stadt
wandernd, Wasser zu saufen. In unserem Saale
sind 2 Aufseher, ein Berliner und ein Münchner,
welche ich [...] für unsere Ausstellung Sorge zu
tragen theils durch ergangene Trinkgelder theils durch
Versprechungen gewonnen habe. Einer gibt dabei
zugleich auf den anderen Acht. In die Provision der zu
verkaufenden Kataloge werde ich sie wohl in gleichen
Theilen gehen lassen müssen. Das will ich mir jedoch noch
überlegen.
Ihre [Verdachts...] bezüglich des Öffnens der
Inschriftkiste, will ich wie gesagt hier lassen, wie Sie denn wohl
jetzt überzeugt sein werden, daß ich unseren [...] beisammen habe.
Viele herzliche Grüße an Alle, auch an Doctor
Ihr treuer Heinrich"
2 Blatt
Papier
Brief
Deutsch
Weitere Ortsrollen: Wien (Österreich): Erwähnt
Lindenschmit,
Heinrich - Absenderin, Absender
Wirth, Max - Erwähnt
Obermüller - Erwähnt
Wien (Österreich) - Absendeort
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.05.2026, 11:29 MESZ