Gut Ledenburg (Bestand)
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NLA OS, Dep 115 b
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.4 Adels- und Gutsarchive
1509-1987
Geschichte des Bestandsbildners: Die in der Gemeinde Nemden gelegene "Neue Holter Burg" war bis 1423 im Besitz der Herren von Varendorf-Holte. Vermutlich um 1450 gelangte sie in den gemeinsamen Besitz der Osnabrücker Familien von Leden und von Ahlen und ging noch vor 1499 in den alleinigen Besitz derer von Leden über, denen das Gut seinen Namen verdankt. In diesem Jahr erklärte nämlich Kaiser Maximilian I. die Güter des Heinrich von Leden - die Ledenburg, den in der Stadt Osnabrück gelegenen Ledenhof und das im Kirchspiel St. Johann gelegene Erbe Brinkhaus - für exemt als Dank für seinem Vater, Kaiser Friedrich III., geleistete Dienste.
Durch die Heirat des Heinrich von Leden mit Margarete von Bar gelangte dieser außerdem in den Besitz der Güter Arenshorst und Langelage. Heinrichs männliche Erben starben kinderlos, so dass die Güter an seine Töchter übergingen. Ledenburg kam zunächst an Margarethe, verheiratet mit Herbort von Ennigloh genannt Pladiese, und ging nach deren Tod an die Kinder ihrer Nichte Margarethe von Fickensolt aus deren erster Ehe mit Wilken von Pladiese über. Nachdem die beiden Söhne aus dieser Ehe kinderlos verstorben waren, gelangte die Ledenburg sowie die Hälfte von Gut Arenshorst 1622 an Margarethe Christine, die mit Johann von Grothaus zu Krietenstein und Kronenburg verheiratet war. Nach dessen Tod erbte der zweitälteste Sohn Liborius das Gut Ledenburg, der um 1668 starb. Seine Witwe, Caspara von Lipperheide zu Schörling, verwaltete das Gut noch bis zu ihrem Tod 1685. Dann folgte der Sohn Johann Jobst Heinrich von Grothaus als Besitzer und nach dessen Tod 1728 sein Sohn Ernst. Aus dessen Ehe mit Anna Friederike von Oldershausen stammte Eleonore Elisabeth Helene Sophie von Grothaus, die nach dem Tod des Vaters im Jahr 1776 Gut Ledenburg in ihre Ehe mit Georg Hermann von Münster brachte.
Geschichte des Bestandsbildners: Die nachfolgenden Besitzer waren Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster (1766-1839), der 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben und später hannoverscher Staats- und Kabinettsminister wurde. Er erhielt von König Georg IV. das Kloster Derneburg samt Besitzungen geschenkt. Dann folgten Georg Herbert Fürst zu Münster (1820-1902, 1899 Erhebung in den Fürstenstand), Alexander Graf von Münster (1909 Verleihung der Fürstenwürde) und ab 1922 Friedrich Graf zu Münster (gest. 1942). 1951 wurde das Gut an den Dissener Fabrikanten Hugo Homann verkauft.
Die Ledenburg brannte im Jahr 1618 vollständig nieder und der Neubau wurde durch Margarethe Christine von Leden und Johann von Grothaus bis 1627 errichtet. Das landtagsfähige Gut besaß die niedere Jagdgerechtigkeit auf den eigenen Gründen und die niedere Koppeljagd in den Kirchspielen Gesmold, Melle, Riemsloh, Westeroldendorf und Wellingholzhausen im Amt Iburg, die Fischereigerechtigkeit in der Hase von der Krusen Mühle bis zum Kahlen Ort, ausgedehnte Markengerechtigkeiten, die Holzgrafschaft über die Holter Mark und das Patronatsrecht über die Holter Kirche.
Bestandsgeschichte: Der Aktenbestand gelangte als Akzession 2000/002 in das Staatsarchiv Osnabrück. Er umfasst 934 Verzeichnungseinheiten; die Nummern 110, 215, 264, 393, 394, 567, 617, 706, 819, 938 und 954 sind nicht belegt. Aufgrund des Brandes von 1618 setzt die Überlieferung erst im 17. Jahrhundert ein, wobei der Schwerpunkt der Unterlagen bei der Guts- und Forstverwaltung sowie bei Pachtsachen liegt.
Die Verzeichnung besorgten die Archivreferendarin Isabelle Guerreau und die Archivreferendare Dr. Daniel Baumann und Jörg Voigt im Jahr 2009.
Osnabrück, Juli 2010 Dr. Stephanie Haberer
Durch die Heirat des Heinrich von Leden mit Margarete von Bar gelangte dieser außerdem in den Besitz der Güter Arenshorst und Langelage. Heinrichs männliche Erben starben kinderlos, so dass die Güter an seine Töchter übergingen. Ledenburg kam zunächst an Margarethe, verheiratet mit Herbort von Ennigloh genannt Pladiese, und ging nach deren Tod an die Kinder ihrer Nichte Margarethe von Fickensolt aus deren erster Ehe mit Wilken von Pladiese über. Nachdem die beiden Söhne aus dieser Ehe kinderlos verstorben waren, gelangte die Ledenburg sowie die Hälfte von Gut Arenshorst 1622 an Margarethe Christine, die mit Johann von Grothaus zu Krietenstein und Kronenburg verheiratet war. Nach dessen Tod erbte der zweitälteste Sohn Liborius das Gut Ledenburg, der um 1668 starb. Seine Witwe, Caspara von Lipperheide zu Schörling, verwaltete das Gut noch bis zu ihrem Tod 1685. Dann folgte der Sohn Johann Jobst Heinrich von Grothaus als Besitzer und nach dessen Tod 1728 sein Sohn Ernst. Aus dessen Ehe mit Anna Friederike von Oldershausen stammte Eleonore Elisabeth Helene Sophie von Grothaus, die nach dem Tod des Vaters im Jahr 1776 Gut Ledenburg in ihre Ehe mit Georg Hermann von Münster brachte.
Geschichte des Bestandsbildners: Die nachfolgenden Besitzer waren Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster (1766-1839), der 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben und später hannoverscher Staats- und Kabinettsminister wurde. Er erhielt von König Georg IV. das Kloster Derneburg samt Besitzungen geschenkt. Dann folgten Georg Herbert Fürst zu Münster (1820-1902, 1899 Erhebung in den Fürstenstand), Alexander Graf von Münster (1909 Verleihung der Fürstenwürde) und ab 1922 Friedrich Graf zu Münster (gest. 1942). 1951 wurde das Gut an den Dissener Fabrikanten Hugo Homann verkauft.
Die Ledenburg brannte im Jahr 1618 vollständig nieder und der Neubau wurde durch Margarethe Christine von Leden und Johann von Grothaus bis 1627 errichtet. Das landtagsfähige Gut besaß die niedere Jagdgerechtigkeit auf den eigenen Gründen und die niedere Koppeljagd in den Kirchspielen Gesmold, Melle, Riemsloh, Westeroldendorf und Wellingholzhausen im Amt Iburg, die Fischereigerechtigkeit in der Hase von der Krusen Mühle bis zum Kahlen Ort, ausgedehnte Markengerechtigkeiten, die Holzgrafschaft über die Holter Mark und das Patronatsrecht über die Holter Kirche.
Bestandsgeschichte: Der Aktenbestand gelangte als Akzession 2000/002 in das Staatsarchiv Osnabrück. Er umfasst 934 Verzeichnungseinheiten; die Nummern 110, 215, 264, 393, 394, 567, 617, 706, 819, 938 und 954 sind nicht belegt. Aufgrund des Brandes von 1618 setzt die Überlieferung erst im 17. Jahrhundert ein, wobei der Schwerpunkt der Unterlagen bei der Guts- und Forstverwaltung sowie bei Pachtsachen liegt.
Die Verzeichnung besorgten die Archivreferendarin Isabelle Guerreau und die Archivreferendare Dr. Daniel Baumann und Jörg Voigt im Jahr 2009.
Osnabrück, Juli 2010 Dr. Stephanie Haberer
Bestand
Literatur: - Rudolf vom Bruch: Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück - A.L. Meyer: Die Holter Burgen und die Holter Kirche, in: OM 14 (1889), S. 293-345.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 10:42 AM CEST