A Rep. 250-06-06 Silvana-Lichtspiele (Bestand)
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A Rep. 250-06-06
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1905 - 1954
Vorwort: A Rep. 250-06-06 Silvana-Lichtspiele
1. Firmengeschichte
Die Silvana-Lichtspiele waren ein Kinobetrieb im Gebäude Baumschulenstraße 78 in Berlin-Treptow.
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Seitenflügel im Erdgeschoss des Gebäudes Baumschulenstraße 78 ein Vergnügungsbetrieb mit Bühne eingerichtet worden.
1928 übernahm Hermann Zacher die Räumlichkeiten und richtete den „Filmpalast Berlin-Baumschulenweg“ ein. Er betrieb das Kino gemeinsam mit seiner Ehefrau Grete als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
Wegen der Randlage des Kinos wurden ihm besondere Aufführungsrechte zugestanden, so dass schon in der ersten Woche im Anschluss an Uraufführungen hier die neuen Filme zur Aufführung gelangen durften. Diese Unabhängigkeit von anderen Kinos in Berlin-Treptow sorgte für eine stabile wirtschaftliche Basis.
Zacher übertrug die Konzession 1936 an seine Ehefrau Grete Zacher allein. Sie benannte das Kino 1938 in „Silvana“-Lichtspiele um.
Hermann Zacher (*11.11.1886) und Grete geb. Peiler (*30.06.1893) waren seit dem 5. August 1914 verheiratet. Das Ehepaar lebte zunächst in Eichwalde bei Berlin, Bismarckstraße 17. Im Juli 1940 bezogen sie das neu erbaute Haus Lübbenauer Weg 2 in Berlin-Karolinenhof.
Das Ehepaar lebte in Gütertrennung. 1941 wurde die Ehe geschieden. Grete Zacher behielt das Kino in der Baumschulenstraße 78; Hermann Zacher die „Capitol-Lichtspiele“, Berlin-Adlershof, Bismarckstraße 29.
Grete Zacher ließ ihren Kinobetrieb durch Geschäftsführer leiten.
Während der NS- bzw. Kriegszeit erhielt sie den Kinobetrieb in den Silvana-Lichtspielen aufrecht, bis 1944 ein Kriegssachschaden die vorläufige Einstellung von Vorführungen erzwang.
Am 27. Mai 1945 konnte das Kino wieder eröffnen. Mit 10 Angestellten wurde der Betrieb organisiert; mit 538 Sitzplätzen gehörte das Kino zu den so genannten Erstaufführungstheatern.
Bis 1949 ist Ihre Geschäftstätigkeit nachzuweisen.
Am 20. Dezember 1949 heiratet Grete Zacher erneut, den selbständiger Kaufmann Walter Brunner, der auch im Haus Lübbenauer Weg 2 einzog.
Aufgrund einer Verurteilung vom 3. Februar 1956 wegen Verstoßes gegen die Verordnung zur Regelung des innerdeutschen Zahlungsverkehrs wurde das Vermögen von Walter und Elisabeth Brunner 1956 eingezogen und in Volkseigentum übernommen, darunter auch die „Silvana“-Lichtspiele.
In diesem Zusammenhang hat die mit der Vermögenseinziehung beauftragte Behörde - Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen -, Akten in Verwahrung genommen und in ihrem so genannten Wirtschaftsarchiv aufbewahrt.
2. Bestandsgeschichte
Die Überlieferung des Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen - Wirtschaftsarchiv wurde an das damalige Verwaltungsarchiv des Magistrats von Berlin abgegeben und gelangte von dort 1991 im Rahmen der Fusion der Berliner staatlichen Archive an das Landesarchiv Berlin.
2004 wurde der Bestand bearbeitet und unter der Repositurnummer A Rep. 250-06-06 in die Gesamtüberlieferung im Landesarchiv Berlin eingegliedert.
Insgesamt umfasst der Bestand 34 [AE] 0.30 [lfm] aus den Jahren 1905 - 1954.
Die Benutzung erfolgt über Datenbank.
Einzelne Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, A Rep. 250-06-06 - Silvana-Lichtspiele, Nr.
3. Literatur- und Quellenverzeichnis
Boeger, Peter: Architektur der Lichtspieltheater in Berlin. Bauten und Projekte 1919-1930. - Arenhövel (1993).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Signatur: 94/0016
Zechlin, Hans Josef: Lichtspieltheater - Architekturteil (1952) .- Präsenzbibliothek Landesarchiv Signatur: Zs 490(1952)
Gabler, Werner: Das Lichtspieltheater dargestellt in seinen technichen Grundlagen. - Knapp (1950).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 699
Zur Entwicklung des Berliner Lichtspieltheaterwesens (1936).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: Zs 315(1936)
Herkt, Günther: Neuzeitliche Lichtspielhäuser (1929).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: 10094
Wilms, Fritz: Lichtspiel-Theater Neue Arbeiten der Architekten Lessing und Bremer. - M. Maul (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: Kunst A 320
Zucker, Paul: Theater und Lichtspielhäuser.- Wasmuth (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 698
Schaefer, Paul: Lichtspieltheater von Architekt Fritz Wilms, Berlin (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 320
Schliepmann, Hans: Lichtspieltheater eine Sammlung ausgeführter Kinohäuser in Groß-Berlin. - Wasmuth (1914).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 74
Reichs-Kino-Adreßbuch 1939 unter Benutzung amtlichen Materials. - Lichtbildbühne (1939).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: 03740
http://www.allekinos.com/berlin.htm (Stand 13.04.2012)
http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Treptow_Silvana_(Lichtspiele_Treptow%2C_Lichtspielhaus) (Stand 13.04.2012)
http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt96/9610gesd.htm (Stand 13.04.2012).- Ulrich Werner Grimm: Die überklebte »Krebsjauche«.
Berlin, Juni 2004 Dr. Heike Schroll
1. Firmengeschichte
Die Silvana-Lichtspiele waren ein Kinobetrieb im Gebäude Baumschulenstraße 78 in Berlin-Treptow.
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Seitenflügel im Erdgeschoss des Gebäudes Baumschulenstraße 78 ein Vergnügungsbetrieb mit Bühne eingerichtet worden.
1928 übernahm Hermann Zacher die Räumlichkeiten und richtete den „Filmpalast Berlin-Baumschulenweg“ ein. Er betrieb das Kino gemeinsam mit seiner Ehefrau Grete als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
Wegen der Randlage des Kinos wurden ihm besondere Aufführungsrechte zugestanden, so dass schon in der ersten Woche im Anschluss an Uraufführungen hier die neuen Filme zur Aufführung gelangen durften. Diese Unabhängigkeit von anderen Kinos in Berlin-Treptow sorgte für eine stabile wirtschaftliche Basis.
Zacher übertrug die Konzession 1936 an seine Ehefrau Grete Zacher allein. Sie benannte das Kino 1938 in „Silvana“-Lichtspiele um.
Hermann Zacher (*11.11.1886) und Grete geb. Peiler (*30.06.1893) waren seit dem 5. August 1914 verheiratet. Das Ehepaar lebte zunächst in Eichwalde bei Berlin, Bismarckstraße 17. Im Juli 1940 bezogen sie das neu erbaute Haus Lübbenauer Weg 2 in Berlin-Karolinenhof.
Das Ehepaar lebte in Gütertrennung. 1941 wurde die Ehe geschieden. Grete Zacher behielt das Kino in der Baumschulenstraße 78; Hermann Zacher die „Capitol-Lichtspiele“, Berlin-Adlershof, Bismarckstraße 29.
Grete Zacher ließ ihren Kinobetrieb durch Geschäftsführer leiten.
Während der NS- bzw. Kriegszeit erhielt sie den Kinobetrieb in den Silvana-Lichtspielen aufrecht, bis 1944 ein Kriegssachschaden die vorläufige Einstellung von Vorführungen erzwang.
Am 27. Mai 1945 konnte das Kino wieder eröffnen. Mit 10 Angestellten wurde der Betrieb organisiert; mit 538 Sitzplätzen gehörte das Kino zu den so genannten Erstaufführungstheatern.
Bis 1949 ist Ihre Geschäftstätigkeit nachzuweisen.
Am 20. Dezember 1949 heiratet Grete Zacher erneut, den selbständiger Kaufmann Walter Brunner, der auch im Haus Lübbenauer Weg 2 einzog.
Aufgrund einer Verurteilung vom 3. Februar 1956 wegen Verstoßes gegen die Verordnung zur Regelung des innerdeutschen Zahlungsverkehrs wurde das Vermögen von Walter und Elisabeth Brunner 1956 eingezogen und in Volkseigentum übernommen, darunter auch die „Silvana“-Lichtspiele.
In diesem Zusammenhang hat die mit der Vermögenseinziehung beauftragte Behörde - Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen -, Akten in Verwahrung genommen und in ihrem so genannten Wirtschaftsarchiv aufbewahrt.
2. Bestandsgeschichte
Die Überlieferung des Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen - Wirtschaftsarchiv wurde an das damalige Verwaltungsarchiv des Magistrats von Berlin abgegeben und gelangte von dort 1991 im Rahmen der Fusion der Berliner staatlichen Archive an das Landesarchiv Berlin.
2004 wurde der Bestand bearbeitet und unter der Repositurnummer A Rep. 250-06-06 in die Gesamtüberlieferung im Landesarchiv Berlin eingegliedert.
Insgesamt umfasst der Bestand 34 [AE] 0.30 [lfm] aus den Jahren 1905 - 1954.
Die Benutzung erfolgt über Datenbank.
Einzelne Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, A Rep. 250-06-06 - Silvana-Lichtspiele, Nr.
3. Literatur- und Quellenverzeichnis
Boeger, Peter: Architektur der Lichtspieltheater in Berlin. Bauten und Projekte 1919-1930. - Arenhövel (1993).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Signatur: 94/0016
Zechlin, Hans Josef: Lichtspieltheater - Architekturteil (1952) .- Präsenzbibliothek Landesarchiv Signatur: Zs 490(1952)
Gabler, Werner: Das Lichtspieltheater dargestellt in seinen technichen Grundlagen. - Knapp (1950).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 699
Zur Entwicklung des Berliner Lichtspieltheaterwesens (1936).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: Zs 315(1936)
Herkt, Günther: Neuzeitliche Lichtspielhäuser (1929).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: 10094
Wilms, Fritz: Lichtspiel-Theater Neue Arbeiten der Architekten Lessing und Bremer. - M. Maul (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: Kunst A 320
Zucker, Paul: Theater und Lichtspielhäuser.- Wasmuth (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 698
Schaefer, Paul: Lichtspieltheater von Architekt Fritz Wilms, Berlin (1926).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 320
Schliepmann, Hans: Lichtspieltheater eine Sammlung ausgeführter Kinohäuser in Groß-Berlin. - Wasmuth (1914).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: B 74
Reichs-Kino-Adreßbuch 1939 unter Benutzung amtlichen Materials. - Lichtbildbühne (1939).- Präsenzbibliothek Landesarchiv Berlin Signatur: 03740
http://www.allekinos.com/berlin.htm (Stand 13.04.2012)
http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Treptow_Silvana_(Lichtspiele_Treptow%2C_Lichtspielhaus) (Stand 13.04.2012)
http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt96/9610gesd.htm (Stand 13.04.2012).- Ulrich Werner Grimm: Die überklebte »Krebsjauche«.
Berlin, Juni 2004 Dr. Heike Schroll
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ