Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Flugblattsammlung, Teil 2: Chronologische Flugblattsammlung (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Eberhard Karls Universität Tübingen, UB - Universitätsarchiv
Bestand
UAT S 4d/
Universitätsarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> S Sammlungen und Selekte >> Sa Schriftliche Dokumente
1967-1994
Bestandsbeschreibung: Angelegt 1967.
Vorbemerkung
Am 1. Juni 1967 begann das Universitätsarchiv Tübingen mit der systematischen Sammlung der im zentralen Universitätsbereich verteilten Flugblätter (UAT S 3 und 4). Als diese Sammlung zum Jahresende 1997 eingestellt wurde, war die Studentenbewegung der 1960er schon längst Gegenstand einer Zahl von Publikationen. Hingewiesen sei auf das Standardwerk: Die Studentenproteste der 60er Jahre. Archivführer - Chronik - Bibliographie. Hg. von Thomas P. Becker und Ute Schröder, Bonn 2000).
2001 wurde Teil 1 des Repertoriums zur Flugblattsammlung des Universitätsarchivs vorgelegt (UAT S 3) (Flugblattsammlung, Teil 1: Studentische Periodika (1950-) 1967 - 1998, bearb. von Christian Dieterich und Irmela Bauer-Klöden, Tübingen 2001) und als Online-Repertorium zugänglich gemacht. Es enthält eine Einleitung, auf die an dieser Stelle verwiesen werden kann. Ergänzende bibliographische Informationen bietet die universitätshistorische Online-Bibliographie des Universitätsarchivs sowie die 2009 ebenfalls online zugängliche gemachte ausführliche Zeittafel. (Siehe Studentischer Protest in Tübingen "1968" - Eine Chronik, bearb. von Michael Wischnath, Tübingen 2009)
Zwar ist die systematische Sammlung von Flugblättern eingestellt, die im Rahmen von Übernahmen an das Archiv gelangenden Flugblätter ohne Provenienzzusammenhang sowie außerordentliche Flugblattsammlungen privater Herkunft werden weiter hier verzeichnet.
Am Bestand UAT S 4 - an der Sammlung der Flugblätter, der archivischen Erschließung und der Einarbeitung späterer Übernahmen - haben viele Archivare und Hilfskräfte des Universitätsarchivs mitgewirkt. 2004 wurde das maschinenschriftlich vorliegende Repertorium konvertiert und anschließend die Erschließungsinformationen überarbeitet. Dabei musste sich die inhaltliche Erschließung idR. auf knappe Titelangaben beschränken.
Die Ordnung des Bestandes gliedert sich in drei Hauptäste. Flugblätter nach Provenienz (Klassifikationspunkt 1) verzeichnet Flugblätter nach einzelnen Herausgebern. Flugblätter nach Pertinenz (Klassifikationspunkt 2) dagegen formiert die Verzeichnungseinheiten nach inhaltlichen Betreffen, so dass in den Einheiten Flugblätter von verschiendenen Herausgebern zusammenstehen. Sammlungen dritter (Klassifikationspunkt 3) schließlich verzeichnet Flugblattsammlungen, die geschlossenen und ohne archivseitige Ordnungsarbeiten von anderen Flugblattsammlern übernommen wurden.
Im Sommer 2005 wurde die Serie "Flugblätter nach Pertinenz" - 56.170 Blatt im Umfang von rund 10 Regalmetern entsäuert und neu verpackt. Anschließend wurde auch der restliche Teil der Sammlung neu verpackt. Einzelne größere Einheiten wurden dabei geteilt.
Als bei seiner Entstehung zur Veröffentlichung bestimmtes Material unterliegen Flugblätter keinen archivischen Schutzfristen. Bei der Benutzung, insbesondere bei Veröffentlichung von Reproduktionen sind aber die Rechte der jeweiligen Urheber zu achten.
Tübingen, im Mai 2018
Stefan Fink
Literaturhinweise
• Dossow, Erich: Studentenbewegung in Tübingen seit 1967 - Avantgarde in der Provinz. In: "... helfen zu graben den Brunnen des Lebens, Tübingen 1977, S. 372ff.
• Roos, Peter: Genius loci. Gespräche über Literatur und Tübingen. Tübingen 1978.
• Geschichte der Fachschaft ev. Theol. von 1925-1978/79. Dokumentation. Hrsg.: Arbeitskreis Dokumentation der Geschichte der Fachschaft evangelische Theologie von 1925 bis 1978. Tübingen 1979, 174 S. (Behandelt fast ausschließlich den Zeitabschnitt 1969-1979 (S. 14-174).)
• Begov, Franz: Unruhige Jahre am Institut für Leibesübungen oder: Persönliche Anmerkungen zur Studentenbewegung am Institut. In: 150 Jahre Gymnastik, Turnen und Sport an der Universität Tübingen (1839-1989), S. 60-65.
• Hartmann, Rolf: Als sie rot sahen: Die APO-Jahre am Uhland-Gymnasium. In: Schola anatolica. Tübingen 1989, S. 17-25.
• Sieger, Ralph: Flugblatt-Rhetorik. Darstellungsformen und Funktionen Tübinger Flugschriften aus der Zeit der Studentenbewegung: Vom Tod Benno Ohnesorgs bis zum Attentat auf Rudi Dutschke (2. Juni 1967 - 11. April 1968). Magisterarbeit im Fach Allg. Rhetorik bei Prof. Gert Ueding. 2 Bde., davon ein Quellenband, 1990
• Sieger, Ralph: Studentische Politik, wie sie 1967 auf dem Flugblatt stand: Warum der Rektor nicht marschierte. Die wilden Jahre der deutschen Studentenschaft in der papiernen Gegenöffentlichkeit. In: Schwäbisches Tagblatt, 15.12.1990.
• Oesterle, Kurt: Tübinger Hochschullehrer erinnern sich bewegter Zeiten: Indianerspiel oder brauner Mob? Die Studentenrevolte und ihr Erbe erregen heute noch Professoren-Gemüter. In: Schwäbisches Tagblatt vom 23.2.1991 (Sonderbeilage). (Behandelt die Studentenbewegung von "1968" und geht u. a. auf Rolle der Professore Walter Jens, Günter Dürig, Hermann Bausinger, Dieter Pohmer ein.)
• N.N.: Die Chefs von morgen. Herbert Lang über Studenten und Pedellen anno '68. In: Schwäbisches Tagblatt vom 23.2.1991 (Sonderbeilage).
• N.N.: Aufbruchsstimmung der Endsechziger: In zwei Wochen haben wir die die Revolution. Das Tagblatt sprach mit SDS- und Zeitgenoss(inn)en über die bewegten Jahre an der Tübinger Uni. In: Schwäbisches Tagblatt vom 23.2.1991 (Sonderbeilage).
• Lotterer, Regine: Die Studentenbewegung in Tübingen von 1967 bis 1970. Zwischen antiautoritärem Protest und kommunistischen Kaderorganisationen. Tübingen 1995 (Magisterarbeit im Fach Geschichte).
• Sander, Ortwin: On Route 66 - Die 68er und das Kolleg. In: "Studium generale, Studium sociale - Das Leibniz Kolleg 1948-1998, hrsg. von Michael Beha und Friedemann Schmoll, Tübingen 1998, S. 70-82.
• Peiffer, Jürgen: Vergangenheit, gebrochener Spiegel. Erinnerungen. Tübingen 2000. (Behandelt S. 186-193 "Tübingen und die Reformdiskussion vor 1968", S. 194-210 die Zeit der Studentenbewegung und der Hochschulreform und seines Rektorats 1970-1971.)
• Koenen, Gerd: Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine Deutsche Kulturrevolution 1967-1977. Köln 2001. (Koenen begann 1967 in Tübingen mit dem Studium der Geschichte und Politik und gehörte bis 1982 dem KBW an, zeitweise als Mitglied des ZK und Redakteur der Kommunistischen Volkszeitung (KZV). Tübingen wird in seiner Darstellung nur en passant erwähnt: Der "liebenswürdig vergammelte" SDS-Keller und Ernst Blochs "sporadische Besuche" dort 1967/68; ein Besuch der Tübinger SDS-Teilnehmer am Berliner Vietnam-Kongreß im Februar 1968 bei Rudi Dutschke; das Seminar "Demokratie und Sozialismus" des Tübinger AStA mit slowakischen Studentenfunktionären in Preßburg im März 1968; der Besuch eines Vertreters des "Ausschusses zur Wiederzulassung der KPD" im Frühjahr 1968 "im Originalkostüm eines FDJ-Funktionärs der frühen fünfziger"; der Vorlesungsstreik im Mai 1968; das nächtliche Hissen der roten Fahme auf der Neuen Aula zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution; die Gründung des Kommunistischen Arbeiterbundes Deutschlands (KABD) "im Spannungsfeld Stuttgart-Tübingen" und ein Ehemaligentreffen Tübinger SDSler im Juni 1998 in Schwäbisch Hall; die Funktion Tübingens und der benachtbarten Kleinstädte für den KABD als "ergiebiges Reservoir, aus dem Kader zur Verschickung in große Industriebetriebe oder entlegene Albdörfer rekrutiert werden konnten".)
• Koenen, Gerd: Vesper, Ensslin, Baader. Urszenen des Terrorismus. 3. Auflage Köln 2003. (Bernward Vesper studierte 1961-1964 in Tübingen Germanistik und lernte hier Gudrun Ensslin kennen. Beide wohnten im Studentenhotel "Hirsch" in Dusslingen.)
• Kapellen, Michael: "... wo sich so vieles entschieden hatte". Bernward Vesper in Tübingen.. Marbach 2004 (=Spuren 68)
• Kapellen, Michael: Doppelt leben. Bernward Vesper und Gudrun Ensslin. Die Tübinger Jahre. Tübingen 2005.
• Hille, Rolf: Ein "Pietkong" erinnert sich: persönliche Randbemerkungen zur 68er Revolution an der Tübinger Universität und im Evangelischen Stift. In: Zwischen Reform und Revolution. Evangelische Kirche in Württemberg in den sechziger Jahren. Hrsg. von Hermann Ehmer, Stuttgart 2007, S. 204-212.
• Schwenninger, Walter: Die wilden 1968er in Tübingen. In: Tübinger Blätter 94 (2007/2008), S. 128-131.
Bestandsstruktur, -geschichte:
Die laufend der "Dokumentationsstelle für unkonventionelle Literatur" der Bibliothek für Zeitgeschichte, Stuttgart, zur Verfügung gestellten Doubletten werden dort in einer Datenbank formal erfasst und durch Verschlagwortung erschlossen.
Inhalt:
UAT S 4d: Chronologische Flugblattsammlung: (UAT S 4d/1-139: 139 Nrn, 1982-1994)
Überlieferung in anderen UAT-Beständen
UAT 117E: Akademisches Rektoramt / Zentrale Verwaltung, Sachakten
UAT 117E/1245: Studentische Aktionen, Kundgebungen, 1956-1964.
UAT 117E/1249: Studentische Aktionen, Kundgebungen, 1969-1970.
UAT 117E/1519: Senatskommission für Fragen der politischen Aktivität der Studenten, Allgemeines, 1967-1969.
UAT 117E/1520: Aktivität der Studentenschaft. Allgemeine politische Fragen - Außenpolitik - Innenpolitik, 1967-1968.
UAT 117E/1246: Studentische Aktionen und Kundgebungen, 1965-67.
UAT 117E/1247: Studentische Aktionen und Kundgebungen, 1968.
UAT 117E/1248: Studentische Aktionen und Kundgebungen, 1969.
UAT 117E/1521: Hochschulgesetz, Hochschulreform, Hochschulverfassung, 1967-1968.
UAT 117E/1522: Politische Aktivität der Studentenschaft im Wintersemester 1967/68.
UAT 117E/1523: Aktivität der Studentenschaft: Allgemeine politische Fragen- Außenpolitik- Innenpolitik im Sommersemester 1968.
UAT 117E/1524: Hochschulgesetz, Hochschulreform, Hochschulverfassung, Sommersemester 1968.
UAT 117E/1525: Politische Aktivität der Studentenschaft im Sommersemester 1968.
UAT 117E/1526: Aktivität der Studentenschaft: Allgemeine politische Fragen-, Außenpolitik-, Innenpolitik, Wintersemester 1968/69.
UAT 117E/1527: Hochschulgesetz, Hochschulreform, Hochschulverfassung, Wintersemester 1968/69.
UAT 117E/1528: Politische Aktivität der Studentenschaft im Wintersemester 1968/69.
UAT 117E/1529: Aktivität der Studentenschaft: Allgemeine politische Fragen- Außenpolitik- Innenpolitik, Sommersemester 1969.
UAT 117E/1531: Politische Aktivität der Studentenschaft im Sommersemester 1969.
UAT 117E/1533: Aktivität der Studentenschaft im Wintersemester 1969/70.
UAT 117E/1534: Politische Aktivität der Studentenschaft im Wintersemester 1969/70.
UAT 117E/1535: Senatskommission für Fragen der studentischen Mitwirkung, 1967.
UAT 596: Zentrale Verwaltung, Sachakten
UAT 596/2658-2660: Studentische Aktionen, Kundgebungen. Allgemeines I-III, 1970-1973.
UAT 596/2655-2656: Studentische Aktionen, Kundgebungen. Einzelfälle I-III, 1972-1979.
UAT 319: Presseausschnittsammlung des Akademischen Presseamtes
UAT 319/152: Demonstrationen, Streiks, Notstandskampagne, Ostermarschierer 1968-1970.
UAT 319/153: Demonstrationen und Streiks, 1966-1970.
UAT 319/154: Demonstrationsrecht und Amnestiegesetz, 1968-1970.
UAT 319/156: Studentenprozesse, 1968-1970.
4,50 lfm
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.