Militärischer Nachlass von Dr. Richard Dannecker, Obergeneralarzt, *1854 +1937 (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/076
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1879-1934
1. Zur Biografie Dr. Richard Danneckers: Der Obergeneralarzt Dr. Karl Richard Theodor Dannecker wurde am 24. August 1854 als Sohn des königlichen Kammerdieners Christian Wilhelm Dannecker und seiner Ehefrau Marie Luise, geb. Röser, in Stuttgart geboren. Nach dem Besuch des Königlichen Gymnasiums in Stuttgart begann er 1873 ein Medizinstudium in Tübingen. Am 1. April 1875 unterbrach Dannecker seine Ausbildung, um als Einjährig-Freiwilliger in das Infanterie-Regiment Nr. 125 einzutreten. Knapp ein halbes Jahr später, am 1. September 1875, wurde er zur Reserve des Sanitätskorps entlassen. Er setzte sein Studium der Medizin zunächst in Tübingen, dann in Leipzig fort und schloss es am 1. März 1878 in Leipzig mit der Promotion ab. In der Zeit von April bis August 1878 absolvierte Dr. Dannecker den Rest seiner militärischen Dienstzeit als Einjährig-Freiwilliger Arzt beim Grenadier-Regiment Nr. 119. Am 1. September 1878 wurde er als Unterarzt zur Reserve entlassen. In den Jahren von 1878 bis 1880 war Dr. Richard Dannecker als Hilfsarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau (Baden) tätig, bevor er am 8. November 1880 eine Anstellung als Assistenzarzt beim Ulanen-Regiment Nr. 20 erhielt. Dort wurde er am 7. November 1881 zum Oberarzt befördert. Am 7. Dezember 1885 erfolgte seine Versetzung als Stabs- und Bataillonsarzt zum Infanterie-Regiment Nr. 121. Dr. Dannecker wurde am 18. Juli 1896 zum Garnisonsarzt in Ludwigburg ernannt und übte seit seiner Beförderung zum Oberstabsarzt am 15. Mai 1897 die Funktion eines Regimentsarztes im Infanterie-Regiment Nr. 121 aus. Am 25. Februar 1908 kehrte Dr. Dannecker zum Ulanen-Regiment Nr. 20 zurück, wo er genau drei Jahre später, am 25. Februar 1911, den Charakter als Generaloberarzt erhielt. Im selben Jahr, am 3. August 1911, wurde er unter Beförderung zum Generaloberarzt zum Divisionarzt der 26. Division ernannt. Während des Ersten Weltkriegs nahm Dr. Dannecker als Arzt der 54. Reserve-Division, der 2. Landwehr-Division und des XIII. Armeekorps an den Kämpfen in Belgien und Frankreich teil. Er erlangte am 25. Februar 1915 den Charakter als Generalarzt. Nach dem Ende des Kriegs nahm Dannecker am 4. März 1919 seinen Abschied vom Militärdienst und erhielt am 24. September 1920 noch den Charakter als Obergeneralarzt. Seinen Ruhestand verlebte Dr. Richard Dannecker in Stuttgart, wo er am 4. August 1937 starb. Er war seit dem 3. Juli 1891 mit Klara, geb. Höring, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter, Elisabeth und Marianne, hervor.
2. Zum Nachlass Dr. Richard Danneckers: Der Nachlass Dr. Richard Danneckers wurde dem Heeresarchiv Stuttgart im November 1938 übergeben und gelangte nach der Auflösung der Heeresarchivverwaltung 1945 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Er enthält insgesamt drei Büschel und hat einen Umfang von 0,02 laufenden Metern. Eine erste Verzeichnung des Nachlasses Dannecker erfolgte im Januar 1951 durch Alfons Beiermeister. Der Bestand M 660/076 wurde im Januar 2010 durch die Anwärterin Nina Koch unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle neu erschlossen.
3. Quellenhinweise: - Personalakte Danneckers: M 430/2 Bü 326; - Biografische Dokumente über Dannecker: M 743/2 Bü 82; - Fotografien von Dannecker: M 707 Nr. 239. Stuttgart, im Januar 2010 Nina Koch Dr. Wolfgang Mährle
2. Zum Nachlass Dr. Richard Danneckers: Der Nachlass Dr. Richard Danneckers wurde dem Heeresarchiv Stuttgart im November 1938 übergeben und gelangte nach der Auflösung der Heeresarchivverwaltung 1945 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Er enthält insgesamt drei Büschel und hat einen Umfang von 0,02 laufenden Metern. Eine erste Verzeichnung des Nachlasses Dannecker erfolgte im Januar 1951 durch Alfons Beiermeister. Der Bestand M 660/076 wurde im Januar 2010 durch die Anwärterin Nina Koch unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle neu erschlossen.
3. Quellenhinweise: - Personalakte Danneckers: M 430/2 Bü 326; - Biografische Dokumente über Dannecker: M 743/2 Bü 82; - Fotografien von Dannecker: M 707 Nr. 239. Stuttgart, im Januar 2010 Nina Koch Dr. Wolfgang Mährle
0,02
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ