Sebastian Waibel, gewesener Kastkeller zu Tübingen, daselbst gef., jedoch auf Bitten seiner Söhne, Vettern und Schwiegersöhne freigel., schwört U. und gelobt eidlich, 1000 fl an die fürstliche Rentkammer zu bezahlen, davon 500 fl sofort und 500 fl binnen eines Jahres nach Ausstellung dieser Urkunde; sein Leben lang im Fürstentum Württemberg, besonders in der Vogtei Tübingen, zu bleiben, und letztere nur mit Erlaubnis zu verlassen; mit seiner Person und mit Hab und Gut der Strafe gewärtig zu sein, falls sich der Verdacht bestätigen sollte, daß er seine frühere Stellung in Gernsbach aufgab, um 1000 fl aus den Gefällen der Kellerei Tübingen zur Bezahlung seiner Schulden in der Markgrafschaft Baden zu entwenden, und daß er sein Hab und Gut unrechtmäßig erwarb; auch seine Verpflegung im Gefängnis zu bezahlen. Er war schlechter und untreuer Amtsführung überführt worden: Er ließ zu, daß das Umgeld in Tübingen mehrmals im Jahr und mit großen Unkosten für die Besteuerten eingezogen wurde; in seinen Jahresrechnungen legte er Urkunden vor, bezahlte aber den betreffenden Leuten - darunter einigen Schultheißen - das Geld später nicht aus; vor Ablegung seiner Jahresrechnung lieh er sich von einigen Kornkäufern, so von den Müllern zu Reutlingen und Kirchentellinsfurt Geld, um sie hernach mit herrschaftlichem Korn zu entschädigen; beim Bau seines Hauses nahm er sich von seiner Herrschaft und vom Barfüßerkloster Steine, Holz und anderes Baumaterial; er lieh den Weingärtnern von Unterjesingen und Wendelsheim Frucht aus dem Kasten und ließ dafür Wein in seinen Keller bringen; er verkaufte seine eigene Frucht und nahm diejenige für seinen eigenen Bedarf aus dem Kasten, und durch seine Nachlässigkeit kamen die herrschaftlichen Weinberge in Abgang. Er stellt zehn Bürgen, die sich verpflichten, im Falle des Bruchs dieser Verschreibung 2000 fl an die fürstliche Rentkammer in Stuttgart zu bezahlen. - Bürgen: Für je 300 fl seine Söhne Hans und Sebastian sowie seine beiden Schwiegersöhne Ambrosius Holtzinger 'zue der Enntz' (?) und Christoph Sachs zu Tübingen; mit 200 fl sein Vetter Bechtold Bogk, B. zu Stuttgart; für zusammen 400 fl Magister Matthias Garbitz Illiricus, Dekan der Universität Tübingen, Sebastian Ege, zur Zeit Keller zu Balingen, und Bernhard Roser zu Schorndorf; für je 100 fl Georg Balinger, gewesener Konventual zu Hirsau, und Wolf von Gültlingen, Burgvogt im Schönbuch.