Johann Westerborgh, Offizial des Bonner Propstes, Gottschalk von Nievenheim (Nyuenhem), Seniorkanoniker, und Mathias Weißman von Blankenberg (Blanckenbergh), Vikar der Kollegiatkirche St. Cassius zu Bonn, die Testamentsvollstrecker des + Johann Buchel, Scholasters und Kanonikers von St. Cassius, erstellten ein Inventar der Hinterlassenschaft Johanns. Zuerst betraten sie das Wohnhaus Johanns. In der Küche fanden sie folgende Utensilien, die Johann größtenteils seiner Dienerin Grete vermacht hat: 11 zinnerne Schüsseln, große und kleine; 12 Gemüseschüsseln; 6 zinnerne Schüsseln gen. kumpger; 8 zinnerne Schüsseln sanapum; 3 Zinnkrüge von je 3 Pinten; 4 Zinnkrüge von je 1/2 Quart; 4 Zinntöpfe zum Brauen; 3 zinnerne Salzgefäße; 4 zinnerne Maßkrüge; 3 zinnerne Fässchen, von denen eines nach Aussage der Dienerin im Haus des Jakob Buchel war; 3 Zinnleuchter; 2 Bronzeleuchter; 8 unterschiedlich große Kessel; 1 kupfernes Sieb; 3 bronzene Bütten; 2 bronzene Waschschüsseln; 1 Bronzetopf gen. geck; 11 große und kleine Kupfertöpfe; 6 eiserne Tiegel; 2 eiserne Löffel; 2 kupferne Dreifüße gen. dichell und einen eisernen; 4 eiserne Roste; 1 Pendel; 1 Zange; 2 eiserne Fackelträger; 1 alten Topf gen. kesselduppen; 1 alten Tisch; 1 Triforium gen. anricht; 1 hölzernes Pökelgefäß; 1 carallum mit Holzschüsseln; etwa 20 Holzlöffel und etwa ebenso viele Messer und Holzteller; etwa 20 irdene Töpfe; 1 Essigfass; 2 Messer gen. kochmettzer; 1 Eisendreifuß; 9 Stücke Pökelfleisch; 5 Stücke Rindfleisch; 10 Stücke Schaffleisch; dieses Fleisch hat der Erblasser seiner Dienerin Grete testamentarisch vermacht. Im Durchgang zur Küche fanden sie eine Kiste, die der Dienerin gehörte; ferner 6 Tonkrüge. Dann gingen sie in die Vorratskammer bei der Küche. Dort fanden sie 6 Talente Kerzen aus Talg. Von dort gingen sie in den Saal des Hauses. Dort fanden sie 2 Falttafeln und eine bemalte Tafel [gen.] veruyst; 1 Triforium, worin 12 gläserne Vasen waren; 2 Kisten mit ungebundenen Büchern aus den Bereichen Logik, Physik und Geschichte; ein Behältnis mit 12 Zinnmessern, 1 Dolch und 1 Schwert; 1 Spinnrocken; 2 Messer gen. hackmetzer; 12 minderwertige Kissen aus Fell; 12 Kissen gen. stoilkussen; 2 zinnerne Waschbecken; 2 Zinnleuchter; 1 Salzgefäß; 2 eiserne Dreifüße; 6 Stühle; Bücher verschiedenen Inhalts: Bibel, Katholicon, De proprietate verborum, Ortum sanitatis, Decretum summi Pisani, [alle] auf Papier gedruckt; 1 Buch mit Logicalia, auf Pergament geschrieben; die Practica nova des Petrus Ferronensis; das Buch gen. Memoriale super decretales des Baldus; das Opusculum repertorii pronosticationis in mutatione aeris; 1 kleines Buch der Satire des Juvenal; die Libri sexti decretalium mit den kaiserlichen Institutionen; 1 altes Brevier; ein Behältnis mit ungebundenen Büchern mathematischen Inhalts; noch 1 Zinnwaschbecken; 1 Schrank mit verschiedenen Gewändern: 1 Tunika aus Seide gen. kammelott, gefüttert mit schwarzen Leinen; 1 Tunika von rotem Tuch; 1 Tunika von Tuch gen. monteualerß; 1 Tunika von Seide gen. kammelott, unterlegt mit Pelzen gen. yß; 1 damastfarbene Tunika, gefüttert mit alten Pelzen gen. foegen; 1 kleine Tunika von Seide gen. worstein, unterlegt mit Pelzen gen. foyenkellen; 1 einfache schwarze Tunika; noch 1 schwarze Tunika, gefüttert mit Pelzen gen. merderen; 2 Baumwollhemden mit schwarzer Seide; 1 blutrote einfache Tunika; 1 gefüttertes Birett; 1 rote Beff. Dann gingen sie in eine andere Kammer, wo sie viele unterschiedliche Gläser fanden. Dann gingen sie in das Sterbezimmer des Testators. Dort fanden sie 1 Lager mit Federbett, 2 Linnen und Bettstatt; eine Truhe mit vielen Linnen, Tüchern, Leinengewändern und 2 Superpellicea, sowie 2 Kissen; eine weitere Truhe mit verschiedenen Briefschaften betreffend Behandigungsrechte verschiedener Personen; ferner fanden sich darin 2 silberne Phiolen; eine kleine Schachtel mit 2 Korallenrosenkränzen; 1 Goldring und 1 Silberlöffel; in einer anderen Kapsel 14 Rheinische Gulden, 4 Goldkronen, 1 Horner Gulden, 1 Johannes-Goldschild, 1 Doppel-Golddukaten, 1 Karlsgulden, 5 Mark, 1 Gulden derselben Münze, 20 Albus; 1 Leinenbeutel mit Silbergeld; daraus empfingen die Exekutoren nacheinander 30 Gulden, 4 Mark, wie aus ihrem Ausgabenregister hervorgeht; ein weiteres Kästchen mit Urkunden, Quittungen und anderen Rechtsgeschäften; ein weiteres Kästchen mit Urkunden über Benefizien des Testators; ein weiteres Kästchen mit Urkunden über Ordinationen der Brüder des Testators; in derselben Truhe fanden sie ein Kästchen mit Urkunden über Rechte des + Heinrich Strombergh; ferner eine Quittung über 130 Gulden wegen eines Hauses in Köln gen. zom Sloissel, worin eine weitere Quittung über 8 Gulden, empfangen von + Gottschalk Komer, Steinmetz am Kölner Dom, enthalten war; ein weiteres rundes Kästchen und noch ein anderes enthielten verschiedene Quittungen; in einer anderen Kapsel waren verschiedene Instrumente und Bullen über Benefizien und Pensionen des Testators. Hiernach unterbrachen die Exekutoren die Inventarisation wegen anderer dringender Geschäfte bis zum folgenden Tag. - Am folgenden Tag, Mittwoch, dem 20. Mai, fuhren sie mit jener Truhe fort. Sie fanden des weiteren darin eine große besiegelte Urkunde betreffend Konrad Geilenkirchen (Gylen-) und Johann von Strombergh; ein Instrument über die Pfarrkirche in Berkum (Berchem); ein Manuale des + Johann von Strombergh; Missiven von Magister Johann Buren aus Rom und von Wilhelm Heister; Quittungen über die Pfarrkirche in Lontzen (Loyntzem); eine große Pergamenturkunde, besiegelt von den Schöffen in Erpel (-ll) über eine Ewigrente von 3 Gulden; ein Instrument über den Verzicht auf den 4. Teil eines Hofes in Witterschlick (-slick); ein Prokuratorium für Framburg von der Heidenn; Missiven Emund Buchels an die Äbtissin zu Rolandswerth (in insula Rolandi) über den Verzicht der Sukzession; eine Urkunde über den Kauf von 12 Maltern Hafer in Altendorf (Aldendorp); eine Rekognitionsurkunde Emund Buchels mit Annotation Johann Buchels; Akten der Agnes, Witwe Johann Buchels, gegen den Abt zu Heisterbach; Testamentszusatz des Heinrich von Strombergh und Register des Johann von Strombergh; Testament des Heinrich von Michelbach und seiner Tochter Else; Chirograph des Jakob von Buchel über 19 Mark und 1 Albus; Kopie der Urkunde über den Verzicht der Sukzession in Engelthal (virginum Vallis angelorum); Instrument der Einigung mit Catherine von Orsbeck (Oers-); Quittung der Fabrikmeister der Kirche in Hachenburg (-bergh), mit 4 Siegeln besiegelt; Urkunde über die Schenkung des Konrad Geilenkirchen des Jüngeren eines Drittels der mobilen Güter seiner Schwester, der Ehefrau Clypgins; Urkunde der Investitur der Pfarrkirche in Berkum (Berchen); Urkunde des Hofs Godorf (Goirdorp), jetzt Hof des Kapitels von St. Severin zu Köln; ein weiteres bemaltes Kästchen mit kleinen Perlen, eingewickelt in Leinentuch; 1 Goldring mit einem Edelstein; andere kleine Edelsteine mit Gold (cum quodam punctali aureo). In derselben Kammer in einer kleinen Truhe fanden sie 2 rote Birette und 1 schwarzes. Von dem vorgenannten Geld empfing der Exekutor Gottschalk 4 Gulden, um sie in Lüttich (Leodie) in einem Gerichtsverfahren auszugeben; von demselben Geld erhielt Mathias Weißman das Notwendige für verschiedene Ausgaben. Ferner fanden sich dort 2 Breviere, 1 kupferner Mörser, 1 Reisetasche gen. wettzer und 1 Dolch. Danach gingen sie in eine andere Kammer über der Stube. Dort fanden sie 2 halbvolle Tonnen Salz und verschiedene irdene Töpfe von geringem Wert. Dann gingen sie in die Kammer über der Küche. Dort fanden sie ein Lager von 10 und 9 Streifen mit Federkissen, 2 Linnen und anderem Erforderlichen; 2 Superpellicea; 1 wollene Tunika von Schiefersteinfarbe, gefüttert mit weißen Pelzen; 1 schwarze pelzgefütterte Tunika gen. foyenkellen; eine schlichte schwarze Tunika; 2 kanonikale Beffe aus Fell; 1 rote und 1 schwarze Tunika und noch 1 damastene, alle schlicht; 2 Fackelträger. In der nächsten Kammer fanden sie ein Lager von 10 und 9 Streifen mit Federkissen und sonstigem Zubehör; 1 Lade mit 3 alten Leintüchern; 1 alte graue Tunika, mit weißen Pelzen unterlegt, 1 weitere kleine Tunika von schwarzem Leinen. In einer Kammer auf dem Speicher wurden 2 Malter Hopfen gefunden. Wieder hinabsteigend betraten sie die Kammer der Dienerin, wo sie ein Bett mit Zubehör und andere ihr gehörige Dinge fanden. Danach gingen sie in ein anderes Haus in derselben Kurie. Sie betraten eine Kammer, in der Kohlen lagen. In der nächsten Kammer fanden sie ein Bett von geringem Wert sowie 3 Faszikel gen. gespann reiffen. In einer weiteren Kammer fanden sie eine alte Fahne von Leinen gen. kedel und 5 Sester Malz. Dann gingen sie in den Stall des Brauers. Dort fanden sie 2 große und 2 kleine Behälter und den kleinen Kessel des Brauers. Danach gingen sie in das Kelterhaus. Dort fanden sie 4 große und kleine Behälter und Hölzer. Vor diesem Haus waren 2 Weinfässer. Im Pferdestall fanden sie spaltbares Brennholz. Im Keller des Hauses des Erblassers fanden sie etwa 8 Fuder Rot- und Weißwein und etwa 2 1/2 Fuder Bier. Anschließend gingen sie zum Haus der Scholasterie. In dessen Hof fanden sie 3 Fuderfässer und viele andere leere Fässer, die die Dienerin des Erblassers als ihr gehörig bezeichnete; ferner 16 Schafe und gewisse Hühner, ebenfalls der Dienerin gehörig. Zuerst gingen sie in den ersten Keller dieses Hauses. Dort waren 3 Fuder Weißwein. Im zweiten Keller waren 2 Fuder Rotwein und 4 Ahm Weißwein. In der Küche des Scholasteriehauses, im Saal und den anderen Kammern des Untergeschosses fanden sie nichts. In der Stube war ein quadratischer Tisch und in den übrigen Kammern nichts. Auf dem Speicher fanden sie in 2 Kammern 20 Malter Korn bzw. 8 Malter Weizen. Vom Scholasteriehaus gingen sie zur Kirche St. Cassius durch deren Chor zu einem verschlossenen Turm, den sie öffneten und betraten. Darin fanden sie ein verschlossenes Behältnis. Sie öffneten es. Darin war eine kleine Börse, und darin waren 18 englische Goldgulden gen. Angelot (engelotten), 2 halbe Angelot, 4 doppelte Golddukaten, 4 einfache Golddukaten, 3 Goldnobel, 2 Goldlöwen und 29 Goldkronen; in einer weiteren Börse waren 43 Goldgulden, 2 Wilhelms-Goldschilde, 3 Goldkronen, 39 Karlsgulden zu 20 Albus; davon gaben sie dem Notar und jedem Zeugen 1 Karlsgulden; 23 Karlsgulden zu 30 Albus. In demselben Behältnis fanden sie in einer Doppelbörse 1200 Goldgulden, wie sie in einem darin befindlichen Zettel, geschrieben vom Testator, lasen. Nach Abschluss der gesamten Erfassung und Aufzeichnung der Hinterlassenschaft und nach Wiederverschluss derselben ersuchten die Exekutoren den Notar um Instrumentierung. - Zeugen: Gottschalk von Nievenheim der Jüngere, Kanoniker, und Heinrich Eschke, Vikar von St. Cassius. ... 1523 indictione undecima die vero Martis decima nona mensis Maii ... eadem die sequente, que fuit dies Mercurii vicesima predicti mensis Maii ... Acta fuerunt et sunt hec Bonne successive ...

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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