Tagebucheintrag
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37 Seiten 63-64
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17.10.1906
enthaelt: 1. Seite 63: Eine Woche nach der anderen geht dahin. Ach es sind jetzt der trüben // Tage so viel, doch dem langen Winter folgt ein neuer Frühling // nach. Das ist auch meine Hoffnung in beiderlei Sinn. // Ach lieber Gott hilf, daß nur zwischen unsere eheliche Liebe // kein Schatten kommt, erhalte sie uns so wie bisher. Das andere // ist dann noch nicht das schwerste. Ach wenn vielleicht Nachkommen // diese Zeilen lesen, ich rate ihnen in keine Ehe einzugehen, wo // noch unversorgte Eltern vielmehr Geschwister sind. Das // ist nur bei Landleuten möglich wo noch Arbeit da ist, doch bei // einen Beamten nicht, und wenn sie dazu so wenig Einsicht // und Verstand haben. Die Liebe macht blind, die Ehe sehend.
Seite 64: Ach ich bin manchmal recht trübe gestimmt. Doch läßt mir der Herr immer // wieder Trost zukommen. Gestern habe ich begonnen, allerlei Kleinigkeiten // zu nähen, für das zu erwartende Kindchen, daß uns der liebe Gott // in Gnaden schenken wolle. Ich bin dabei still glücklich und auch oft // recht tief bewegt. Ach was wird die Zukunft bringen? Der Herr // wird helfen tragen! Schon lange war ich nicht mehr daheim. Das // Kommen und Gehen regt mich immer recht auf. Ach und weinen darf // ich nicht. Tränen sind meinen Mann verhaßt, und ich habe die // letzte Zeit so viele vergossen. Stehe ich doch zwischen Ihn u[nd] seiner // Mutter, ich fühle es immer deutlicher. Ach es ist wirklich nicht leicht. // Ach lieber Gott ich danke Dir, daß Du mir bisher meine lieben Eltern am // Leben erhalten hast. Sie helfen mir ja in allerlei. Du wirst Ihre Arbeit // und Liebe nicht ungelohnt lassen.
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4. 17. Oktober 1906.
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Seite 64: Ach ich bin manchmal recht trübe gestimmt. Doch läßt mir der Herr immer // wieder Trost zukommen. Gestern habe ich begonnen, allerlei Kleinigkeiten // zu nähen, für das zu erwartende Kindchen, daß uns der liebe Gott // in Gnaden schenken wolle. Ich bin dabei still glücklich und auch oft // recht tief bewegt. Ach was wird die Zukunft bringen? Der Herr // wird helfen tragen! Schon lange war ich nicht mehr daheim. Das // Kommen und Gehen regt mich immer recht auf. Ach und weinen darf // ich nicht. Tränen sind meinen Mann verhaßt, und ich habe die // letzte Zeit so viele vergossen. Stehe ich doch zwischen Ihn u[nd] seiner // Mutter, ich fühle es immer deutlicher. Ach es ist wirklich nicht leicht. // Ach lieber Gott ich danke Dir, daß Du mir bisher meine lieben Eltern am // Leben erhalten hast. Sie helfen mir ja in allerlei. Du wirst Ihre Arbeit // und Liebe nicht ungelohnt lassen.
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Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
17.06.2025, 13:31 MESZ