(1) J 1759 (2)~Kläger: Als Curator ad lites der Juden Gumpert und Isaak Behrens in Hannover Sylvester Carl Schrader, Advokat, wahrscheinlich Hannover, (3)~Beklagter: Graf Simon Henrich Adolf zur Lippe (4)~Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Justus Faber 1728 ( Subst.: Dr. J. H. Scheurer Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Hofmann (sen.) [1719] 1728 ( Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann (5)~Prozessart: Citationis ad videndum exigi debitum et se condemnari Streitgegenstand: Der Kläger ist in der Konkurssache der Brüder Behrens als deren Curator ad lites bestellt. Er klagt die Auszahlung von noch ausstehenden 6129 Rtlr. aus einem Kapital von ursprünglich 23969 Rtlr. ein und wendet sich an das RKG, da er auf gütliche Anmahnungen keine Antwort, geschweige denn das Geld bekommen habe. Der Beklagte bestätigt die Schuld, erklärt aber, die Brüder Behrens hätten die Obligation bereits 1719 an Berend Lehmann, Schutzjude in Halberstadt, abgetreten. Er sieht diesen als seinen Gläubiger an und fordert, er (= Lehmann) müsse ihn (= Graf) in diesem Sinne vor Gericht vertreten und solle daher ad assistendum litem vor das RKG geladen werden. Der Kläger verweist dagegen darauf, die Obligation liege im Konkurs vor, so daß die Cession nicht glaubwürdig sei; zudem habe Lehmann selbst Ansprüche im Konkurs geltend gemacht, die offenbar nicht durch die Cession abgegolten seien. Nach letzten Handlungen 1730 abschließender Completum-Vermerk vom 8. Oktober 1808. (6)~Instanzen: RKG 1728 - 1808 (1719 - 1729) (7)~Beweismittel: Cession der Forderung von Kapital und Zinsen gegenüber Graf Simon Henrich Adolf zur Lippe durch die Brüder Gumpert und Isaak Behrens an Berend Lehmann, königlich polnischer und kursächsischer Resident, 1719 (Q 3). Botenlohnquittung (Q 9). (8)~Beschreibung: 38 Bl., lose; Q 1 - 13. Lit.: Guenter, Juden, S. 168.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Ostwestfalen-Lippe
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