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Nachlass Proebst, Hermann (Bestand)
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1904-1999
Nachlass Hermann Proebst: Hermann Proebst, geboren am 25. Februar 1904 in München, gelangte nach seinem Geschichts- und Germanistikstudium sowie Tätigkeiten am Institut für Zeitungswissenschaft in Köln im Jahre 1929 zum Rundfunk. Seit 1930 arbeitete er für die "Berliner Funkstunde", war später Referent für die Sendungen der aktuellen Abteilung des Reichssenders Berlin und wurde schließlich Leiter des Zeitfunks. 1936 schied Proebst dort aus und war für einige Jahre als freier Schriftsteller tätig.
Im April 1941 ging Proebst im Gefolge der Wehrmacht in das von den Deutschen aufgelöste Königreich Jugoslawien, wo er in Zagreb, der Hauptstadt des neuen faschistischen Ustaschastaates Unabhängiger Staat Kroatien (kurz USK) für die deutsche Propaganda bzw. Besatzungspolitik tätig war. Proebst wurde unter anderem Herausgeber der in Zagreb beheimateten Wochenzeitung "Neue Ordnung". Gleichzeitig war er Hauptschriftleiter der in Zagreb erscheinenden Deutschen Zeitung.
Ab 1946 hatte Proebst den Posten des außenpolitischen Redakteurs der Rheinischen Zeitung in Köln inne, kam 1948 als Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bayerischen Staatskanzlei nach München, wechselte aber bereits 1949 als Leiter des innenpolitischen Ressorts in die Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Im Jahr 1960 übernahm Proebst als Nachfolger von Werner Friedmann die Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, die er bis zu seinem plötzlichen Tod am 15. Juli 1970 innehatte.
Hermann Proebst hatte in den 30er/ 40er Jahren den Vorsitz der Deutschen Studentenschaft und die Leitung des Auslandsamtes der Deutschen Studentenschaft inne und war später Mitglied der katholischen Studentenverbindung Aenania München. Zudem war er Mitglied der Columbus-Gesellschaft e.V. München (Deutsch-Amerikanische Gesellschaft), später auch deren deutscher Präsident.
Der Nachlass bietet ein buntes Potpouri an persönlichen Papieren, umfangreichen Korrespondenzen, Veröffentlichungen, Rundfunkbeiträgen und Reden, zahlreichen Fotografien sowie Druckschriften mannigfaltigen Inhalts. Insbesondere hervorzuheben sind die Korrespondenzserien mit seiner Frau Erika (geb. Tiehsen, verheiratet seit 1933), mit der er im Zuge seiner vielen Reisen und Tätigkeiten im In- und Ausland in regem Schriftwechsel stand. Erika Proebst hatte den Nachlass ihres Mannes bis zu ihrem Tod am 31. Oktober 1999 immer wieder ergänzt und angereichert, so dass dieser deutlich über das Jahr 1970 hinausreicht. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die einzelnen Korrespondenzpartner nur in Ausnahmefällen namentlich aufgeführt sind, dies gilt analog auch für das Personenregister.
Die Auffindung des Nachlasses und seine Vermittlung an das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist Dr. Alexander Korb, Lecturer in Modern European History an der University of Leicester zu verdanken, der derzeit eine Habilitationsschrift über Hermann Proebst und das Medienmilieu in Deutschland der Nachkriegszeit verfasst.
26. Oktober 2015
Joachim Glasner
Inhalt:
Persönliche Unterlagen (u.a. Personenstandsdokumente, Ausweise, Mitgliedskarten, Familienunterlagen, auch von Ehefrau Erika geb. Tiehsen, Geburtstagsglückwünsche, Ableben, Kondolenzschreiben); Korrespondenz (u.a. Ehefrau Erika Proebst, Hjalmar Schacht, Paul von Hindenburg, Walter Höfner, Eduard Spranger, Theodor Maunz, Werner Egk, Bernhard Mutius, Peter Härlin, Franz Mariaux, Wilhelm Maurin, Ernst-Christoph Schepky, Albert Maucher, Wilhelm Hausenstein, Franz Sulke, Hans Schweikart, Stefan Andres, Franz Josef Schöningh, Otto Gritschneder, Max Spindler, Hans-Jochen Vogel); Tätigkeit für den Reichssender Berlin, stv. Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Vorsitz der Dt. Studentenschaft und Leiter des Auslandsamtes der Dt. Studentenschaft, Veröffentlichungen, Rundfunkbeiträge und Reden (u.a. Gedichte, Aufsatz über Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, Rundfunkbeiträge der 1930er und 1960er Jahre, Artikel in verschiedenen Zeitungen; Herausgabe "Denk ich an München" mit Karl Ude, Festrede für Prof. Alfred Marchionini 1965); Ehrungen; Fotos (u.a. Erland Erlandsen, Alfred Marchionini, Jose Ortega y Gasset, Fritz Kortner, Werner Egk, Theodor von Uzorinac-Kohary, Hans Bernd Gisevius); Materialsammlung
85
Bestand
Akten
deutsch
1,05;2015
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.