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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 2 Magistrat der Stadt Berlin >> A 2.4 Nachgeordnete städtische Behörden und Einrichtungen >> A Rep. 020-03 bis A Rep. 020-ff Städtische Schulen
1897 - 1938
Vorwort: A Rep. 020-25 Viktoria-Luise-Schule
1. Schulgeschichte
Aus einer privaten 1890 gegründeten Schule wurde 1897 eine öffentliche höhere Mädchenschule in Wilmersdorf etabliert. 1899/1900 wurden die Grundstücke Gasteiner Straße / Uhlandstraße per Beschluss der Gemeinde Deutsch-Wilmersdorf zum Zwecke eines Schulbaues erworben. Die stetig steigenden Schülerinnenzahlen (1900: 382 Schülerinnen, 1901: 443 Schülerinnen und 1902 waren es bereits 526 Schülerinnen) erforderten den Aufbau der Viktoria-Luisenschule zu einer zehnklassigen höheren Mädchenschule mit Oster- und Michaeliscöten.
Für die Benennung erhielt man vom Kaiser Wilhelm II. die Erlaubnis, diese Institution mit dem Namen seiner einzigen Tochter, Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, zu versehen.
Im August 1903 unterrichtete man der Viktoria-Luisen-Schule bereits 19 Klassen mit 627 Mädchen. Mit der Anstalt war ein Lehrerinnenseminar verbunden, welches das Ziel verfolgte, seine Besucherinnen an der so genannten Übungsschule theoretisch und praktisch soweit auszubilden, das sie den in der Prüfungsordnung vom 24. April 1874 bzw. 31. Mai 1894 gestellten Anforderungen genügen konnten.
1903 wurde die I. öffentliche Höhere Mädchenschule (Viktoria-Luisen-Schule) in Deutsch-Wilmersdorf, Kreis Teltow, gemeinsam mit der damit verbundenen Lehrerinnen-Bildungsanstalt aus dem Geschäftsbereich der Königlichen Regierung in Potsdam in den des Königlichen Provinzial-Schulkollegium in Berlin überführt. Durch Verfügung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten vom 22. Januar 1903 verlieh man der Lehrerinnen-Bildungsanstalt der Schule die Berechtigung zur Abhaltung der Entlassungsprüfung. Am 13. September 1903 wurde der Grundstein auf dem Grundstück Uhlandstraße Ecke Gasteiner Straße nach Plänen von Otto Herrnring gelegt.
Im Oktober 1904 wurde das Gebäude fertig gestellt und fand auf Grund seiner Verzierungen selbst in der Presse seinen Niederschlag. Foyer, Treppenhaus, die verzierte Decke der Aula und die Orgel, die vom Kaiserlichen Hoforgelbaumeister Wilhelm Sauer stammte, wurden besonders hervorgehoben. Die Aula fungierte zeitweise als provisorischer Sitzungsraum der Stadtverordnetenversammlung von Deutsch-Wilmersdorf.
Einschließlich der drei Seminarklassen und der vierklassigen Übungsschule (Volksschule) umfasste die Viktoria-Luisen-Schule im Jahr 1907 nun 27 Klassen.
An Schulgeld waren pro Jahr zu zahlen für einheimische Schülerinnen der Klassen IX - VII 100 Mark, für solche der Klassen VI - I und für einheimische Seminaristinnen 120 Mark, für auswärtige Schülerinnen der Klassen IX - VII 130 Mark, für solche der Klassen VI - I 150 Mark, für auswärtige Seminaristinnen 160 Mark. Für das Schuljahr 1907/08 waren 20 1/2 Freistellen bewilligt.
Das Kuratorium für die höheren Schulen der Stadt Deutsch-Wilmersdorf beschloss am 14. Mai 1907 die Erteilung des jüdischen Unterrichts in zwei Stufen mit je einer Wochenstunde an den höheren Schulen. Eine besondere Ehrung erfuhr die Anstalt am 3. Juni 1907 durch den Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria. Die im Februar 1906 und im März 1907 abgehaltenen Prüfungen am Lehrerinnenseminar bestanden sämtliche Seminaristinnen in dem von ihnen erstrebten Umfange. Dadurch erwarben jeweils 19 Damen die Berechtigung zum Unterricht an mittleren und höheren Mädchenschulen, eine Dame die Qualifikation als Volksschullehrerin.
An festangestellten Lehrkräften wirkten bis März 1908 neben dem Direktor Dr. Gruber sechs Oberlehrer, drei ordentliche Lehrer, ein Gesanglehrer, vier Oberlehrerinnen und 14 Lehrerinnen.
1908 wurden im Rahmen der Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Preußen diese Mädchenschulen als höhere Lehranstalten gleichberechtigt neben die höheren Lehranstalten für Knaben gestellt. Um dem dadurch gestiegenen Anforderungen im Unterrichtspensum Folge leisten zu können, wurden im November 1908 von der Stadt Deutsch-Wilmersdorf für eine neu zuschaffende Oberlehrerstelle Mittel bereitgestellt.
Im Januar und Februar 1909 fanden die schriftlichen und mündlichen Entlassungsprüfungen des Lehrerinnenseminars statt.
Zu Ostern 1911 wurde die bisher bei der Viktoria-Luisen-Schule bestehende Übungsschule (Volksschule) in eine Mädchen-Mittelschule umgewandelt.
Die Schülerinnenzahl sank von 883 (1911), 882 (1912), 859 (1913) auf 842 im Jahr 1914 in 24 Klassen. Davon waren allerdings vier Klassen mit 103 Schülerinnen eines mit der Viktoria-Luisen-Schule verbundenen Oberlyzeums. 1916
1919 wurden im Schulgebäude Uhlandstraße 91/93 unter Leitung des Geheimen Studienrates Dr. Gruber 24 Klassen mit 783 Schülerinnen unterrichtet.
Ostern 1922 wurde mit der Umwandlung des Oberlyzeums (Lehrerinnenseminar) der Viktoria-Luisen-Schule mit der Mädchen-Mittelschule als Übungsschule in eine dreiklassige Studienanstalt oberrealer Richtung begonnen. Die Schule selbst konnte 1922 ihr 25jähriges Bestehen feiern.
Die von der Viktoria-Luisen-Schule zu Ostern 1924 losgelöste Mädchenmittelschule (ehemalige Übungsschule) sollte ursprünglich als selbstständige Mittelschule weitergeführt werden. Da die Schülerinnenzahlen der Mädchenmittelschule II rückläufig waren, vereinigte man diese Anstalt mit der Übungsschule der Viktoria-Luisen-Schule im dortigen Schulgebäude Gasteiner Straße 21/25 zur Mittelschule II. Ebenfalls zu Ostern 1924 wurde die letzte Lehramtsprüfung abgehalten, so dass damit das Oberlyzeum als Lehrerinnenausbildungsanstalt einging. Es wurde nun als Oberlyzeum der Oberrealschulrichtung weitergeführt.
Von 1928 bis 1936 übernahm Oberstudiendirektor Schulze die Leitung der Viktoria-Luisen-Schule. In den Jahren 1937 und 1938 leiteten vertretungsweise Studienrätin Bandau und Studienrat Dr. Henke die Schule.
Mit der Neugestaltung des höheren deutschen Schulwesens durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 erfolgte die Umbenennung der Viktoria-Luisen-Schule in Viktoria-Luise-Schule. Hintergrund war der Versuch, eine Vereinheitlichung der verschiedenen deutschen Schulformen vorzunehmen, wobei die Oberschule zukünftig die Regelform darstellen sollte. Per Definition handelte es sich bei der "Viktoria-Luise-Schule" um eine Oberschule für Mädchen mit sprachlicher Ausrichtung.
Auf Grund der zurückgehenden Schülerzahlen durch den starken Geburtenrückgang wurde die Viktoria-Luisen-Schule unter der Leitung von Oberstudiendirektor Schwedtke am 31. März 1939 aufgelöst. Das Gebäude Gasteiner Straße 21/25 wurde dem "Konservatorium der Reichshauptstadt" zur Nutzung übergeben.
Die Kriegsschäden am Gebäude hielten sich in Grenzen und am 21. Mai 1945 probten die Berliner Philharmoniker bereits in der Aula der Schule für ein Konzert im Titania-Palast.
Das Gebäude wurde dann von den beiden ehemaligen Schulen Bismarck-Gymnasium und Goethe-Schule genutzt.
Heute befindet sich dort seit 1949 das Goethe-Gymnasium.
Die Schulakten wurden im Jahr 2000 als Zugang 5517 dem Landesarchiv Berlin vom BIL (Gutachterstelle für deutsches Schul- und Studienwesen im Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung früher Pädagogisches Zentrum) übergeben.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand enthält 48 Akten (2,10 lfm) mit der Laufzeit 1897 - 1938. Er beinhaltet Akten über die Abgänge der Schülerinnen und über die Reifeprüfungen. Einige Personalakten von Lehrerinnen und Lehrern runden neben dem Verzeichnis der Schülerinnen den Bestand ab.
Der Bestand wurde mit der Software Augias Archiv 8.1. verzeichnet und ist nun über die Findmittel Datenbank und Findbuch zugänglich.
Nr. 25 herausgelöst, beinhaltet Cecilienschule. Bötticher 23.11.2012; Akten bearbeitet und Findbuch im Mai 2009 erstellt. Bötticher
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 039-08 Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Berlin und seine Bauten - Teil V Band C (Schulen), Hrsg.: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin, Berlin 1991.
Berliner Bezirkslexikon Charlottenburg-Wilmersdorf, Hrsg.: Hans-Jürgen Mende und Kurt Wernicke.- Edition Luisenstadt, Berlin 2005.
Verwaltungsberichte der Stadt Deutsch- Wilmersdorf für die Zeit vom 1. April 1906 bis 31. März 1908, für die Zeit vom 1. April 1908 bis 31. März 1909, Hrsg.: Magistrat, Deutsch-Wilmersdorf 1909 und 1910.
Verwaltungsberichte des Verwaltungsbezirkes Wilmersdorf (aus den Jahren 1920-1924, 1924-1927, 1932-1936), Hrsg.: von der Stadtgemeinde Berlin, Berlin 1924, 1927, 1936.
Wilmersdorfer Blätter 1903
Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen, Hrsg.: Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten, Berlin 1903.
Berlin, Juli 2009 Kerstin Bötticher
Fußnote
Viktoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte Prinzessin von Preußen, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Hannover, Königliche Prinzessin von Großbritannien und Irland, bis 1918 Königliche Hoheit, (* 13. September 1892 im Marmorpalais zu Potsdam; † 11. Dezember 1980 in Hannover) war siebtes Kind und einzige Tochter Kaiserin Auguste Viktorias und Kaiser Wilhelms II.
Sie wurde ab 1904 von Elisabeth von Saldern, der späteren Äbtissin des evangelischen Damenstifts Kloster Stift zum Heiligengrabe, erzogen. Am 18. Oktober 1909 wurde sie in der Friedenskirche von Potsdam konfirmiert. Am 22. Oktober 1909, dem Geburtstag ihrer Mutter Kaiserin Auguste Viktoria, wurde sie zum 2. Regimentschef des 2. Leibhusaren-Regiments, Standort Danzig-Langfuhr, ernannt; 1. Regimentschef war ihr Vater, Wilhelm II.
Die Verlobung mit Prinz Ernst August III. von Hannover fand am 11. Februar 1913 in Karlsruhe statt. Die Heirat am 24. Mai 1913 mit dem jüngsten Sohn des Kronprinzen von Hannover und Herzogs von Cumberland Ernst August bedeutete das Ende des seit 1866 bestehenden Konflikts zwischen hannoverschen Welfen und den Hohenzollern. Dadurch fiel der Braunschweiger Herzogthron wieder an die Welfen. Die Hochzeit war eines der letzten Großereignisse im gesellschaftlichen Leben des europäischen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg; der Einzug des Paares in Braunschweig 1913 wurde umjubelt. Die Regentschaft war jedoch kurz und endete mit der Abdankung des Ehemanns am 8. November 1918. Als junge Frau von 24 Jahren wurde sie Mitglied des geheimen Alexander-Ordens pour le Mérite, der vorwiegend Männern vorbehalten war. Sie blieb dem Orden auch nach dem Ende der Monarchie im Herzogtum Braunschweig verbunden und wurde später Ordenskanzlerin. Bedeutende weitere Stationen während des Zweiten Weltkriegs waren die Flucht aus Braunschweig, das Exil im oberösterreichischen Gmunden, die Rückkehr nach Blankenburg im Harz und schließlich die Flucht nach Schloss Marienburg bei Hannover.
Nach dem Tod des Ehemanns kam es 1954 zum Konflikt mit ihrem Sohn, Ernst August IV. Sie verließ Schloss Marienburg und siedelte sich, unterstützt vom "Braunschweiger Freundeskreis", im Ortsteil Riddagshausen an. Mit Rückhalt dieses Kreises war Viktoria Luise bis ins hohe Alter in zahlreichen Initiativen zur heimatlichen Traditionspflege tätig. 1965-1974 gelangte sie mit sieben Büchern über ihr Leben letztmalig ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Im Herbst 1980 zog sie in ein Stift in Hannover, wo sie am 11. Dezember 1980 im Alter von 88 Jahren starb. (Quelle: Wikipedia)
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 039-08 Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin
Zugangsbestimmungen: Einige Akten sind aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es gesonderter Zustimmung des Landesarchivs.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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