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Kabale und Liebe
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Weimarer Zeitung, Nr. 63, 16.03.1858, S. 251: „Trefflich wurde, wie nicht anders zu erwarten, der alte Miller (Herr Genast) gespielt; auch die Frau Miller (Fr. Seidel) genügte ihrer weniger dankbaren Aufgabe wohl. Sehr gut im Charakter der nicht leichten Rolle gehalten war der Präsident (Herr Locher) – nur daß vielleicht noch etwas mehr Geschmeidigkeit und Unbefangenheit der Bewegungen zu der, recht treu wiedergegebenen, eisigen Kälte des Hofmanns hinzutreten möchte. Teuflisch genug war der Secretär Wurm (Herr Kaibel), wogegen wir den Hofmarschall Kalb (Herr Hermann) ein klein Wenig anders nüancirt gewünscht hätten. Gerade hier scheint uns jede, auch die leiseste Uebertreibung sorgsam zu vermeiden und das Maß des Lächerlichen, welches schon an sich in der peinlichen Beobachtung und der ungebührlichen Werthschätzung bedeutungsloser äußerer Formen liegt, aufs Allerstrengste einzuhalten […]. Herr Grans als „Ferdinand“ war in der übeln Lage, eine Heftigkeit des Pathos entwickeln zu müssen, deren Uebertreibungen der Zuschauer leicht dem Schauspieler, nicht der Rolle, zur Last legt: wir haben aber nicht gefunden, daß er über die Intention des Dichters hinausgegangen wäre, und glauben nicht, daß diese Rolle eine andere, ruhigere Auffassung verträgt. Doppelt schwer mag die Rolle der „Luise“ sein, da sie so ganz jener Naivetät entbehrt, welche man bei Frauen fast noch weniger, als bei Männern, missen mag, aber freilich zeigte sich auch die Darstellerin (Frl. Carlsen aus Erfurt) nicht befähigt, diese Schwierigkeit zu bewältigen. Das Gleiche müssen wir von Frau Feldern als Lady Milford sagen, welche überdies in den ersten Scenen so leise sprach, daß sie nur mit Anstrengung zu verstehen war. Aber auch abgesehen davon schien uns diese ihre zweite Leistung gegen die erste (in der „Fiammina“) keinen Fortschritt zu verrathen, sondern eher das Gegentheil.“