Chronik der katholischen Volksschule Sigmaringen unter Schulleiter Keller (1924 - 1933)
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Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Nr. 40
Akten Nr. 30/S. 1-236
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950)
Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950) >> Schulen und Lehrer
Vorbemerkung:
Die von mir hier aufgezeichneten Schulnachrichten der Jahre 1924/ 1933 nahm ich bei meinem Abgang von der Schule vom 1.10.1933 in Verwahr, weil ich körperlich und seelisch zusammengebrochen fürchtete, mein Nachfolger W., ein hundertprozentiger Nazi und großer Schaumschläger, könnte mir, ob einiger politischer Bemerkungen über den Nationalsozialismus Schwierigkeiten bereiten. So war ich im Oktober 1933 gezwungen, eine nochmalige, allerdings viel kürzer gefasste Abschrift der Schulchronik zu schreiben und diese meinem Nachfolger zu übergeben. Dieselbe ist, wie der stellvertretende Schulleiter Lorch mitteilt, noch vorhanden, während sämtliche Einträge von Oktober 1933 bis Mai 1945 herausgeschnitten seien. Ich habe die Chronik gut verwahrt und gebe sie nun mit den Akten meines Nachlasses in das Eigentum der Stadt zurück. Wenn hinter den Aufzeichnungen die leeren Blätter herausgenommen sind, geschah es nur, um etwas besseres Papier für die weiteren heimatkundlichen Arbeiten zu gewinnen, die der Stadt zugute kommen werden. Bemerken möchte ich noch, dass viele Hinweise dieser Chronik auf andere Schulakten, Konferenzen, Arbeitsgemeinschaften, schulärztliche Untersuchungen, Filmvorführungen, Schulbücher u. a. mehr, hinfällig geworden, weil diese Schulakten vernichtet wurden. Sind doch im Mai 1945 zwei Lastwagen, gefüllt mit Büchern, Zeitschriften und Schulakten der Volksschule Sigmaringen, am Waldrande Tiergarten durch Feindbesatzung verbrannt worden. Vielleicht wäre auch dieser schöne Ledereinband, eine Handarbeit von Hofbuchbinder E. Kromer, angefertigt um 1890, in sieben gleichen Stücken für jede Schulklasse, zum Zwecke der Eintragung der Prüfungsrezesse dem Feuer zum Opfer gefallen. Ich ließ die Rezesse, es waren nur wenige, eingetragen, herausnehmen und legte dieselben wieder zu den Schulakten der Mittelklasse. Diese Schulchronik enthält, S. 1 - 236, auch Zeitungsberichte eingefügt und ist nach Jahren und Sachgebieten geordnet
Sigmaringen, den 15.8.1947. Keller
Die von mir hier aufgezeichneten Schulnachrichten der Jahre 1924/ 1933 nahm ich bei meinem Abgang von der Schule vom 1.10.1933 in Verwahr, weil ich körperlich und seelisch zusammengebrochen fürchtete, mein Nachfolger W., ein hundertprozentiger Nazi und großer Schaumschläger, könnte mir, ob einiger politischer Bemerkungen über den Nationalsozialismus Schwierigkeiten bereiten. So war ich im Oktober 1933 gezwungen, eine nochmalige, allerdings viel kürzer gefasste Abschrift der Schulchronik zu schreiben und diese meinem Nachfolger zu übergeben. Dieselbe ist, wie der stellvertretende Schulleiter Lorch mitteilt, noch vorhanden, während sämtliche Einträge von Oktober 1933 bis Mai 1945 herausgeschnitten seien. Ich habe die Chronik gut verwahrt und gebe sie nun mit den Akten meines Nachlasses in das Eigentum der Stadt zurück. Wenn hinter den Aufzeichnungen die leeren Blätter herausgenommen sind, geschah es nur, um etwas besseres Papier für die weiteren heimatkundlichen Arbeiten zu gewinnen, die der Stadt zugute kommen werden. Bemerken möchte ich noch, dass viele Hinweise dieser Chronik auf andere Schulakten, Konferenzen, Arbeitsgemeinschaften, schulärztliche Untersuchungen, Filmvorführungen, Schulbücher u. a. mehr, hinfällig geworden, weil diese Schulakten vernichtet wurden. Sind doch im Mai 1945 zwei Lastwagen, gefüllt mit Büchern, Zeitschriften und Schulakten der Volksschule Sigmaringen, am Waldrande Tiergarten durch Feindbesatzung verbrannt worden. Vielleicht wäre auch dieser schöne Ledereinband, eine Handarbeit von Hofbuchbinder E. Kromer, angefertigt um 1890, in sieben gleichen Stücken für jede Schulklasse, zum Zwecke der Eintragung der Prüfungsrezesse dem Feuer zum Opfer gefallen. Ich ließ die Rezesse, es waren nur wenige, eingetragen, herausnehmen und legte dieselben wieder zu den Schulakten der Mittelklasse. Diese Schulchronik enthält, S. 1 - 236, auch Zeitungsberichte eingefügt und ist nach Jahren und Sachgebieten geordnet
Sigmaringen, den 15.8.1947. Keller
Archivale
Kromer, Eugen; Buchbinder, Sigmaringen
Lorch, Schulleiter, Sigmaringen
Sigmaringen SIG; Schulen
Sigmaringen SIG; Volksschule
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 13:45 MESZ
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