Mainz, 1571.02.21. (Richter Theodor Selbach). Kaspar Schmück und seine Frau Eva machen, beide gesund, ihr Testament: 1) Sie widerrufen alle früheren Abmachungen. 2) Begräbnis zu St. Quintin im St. Michaelschörlein unter dem Stein, "so mit dreien S im wappen verzeichnet ist". 3) Er vermacht seiner Frau: Das freieigene Haus zum Volker, zwischen dem Haus, das der Gerichtsschreiber Johann Königstein innegehabt; zwei Zinsbriefe über je 2000 fl. (je 15 Batzen) Kapital, den einen auf dem Zoll zu Höchst (Zins auf Mariä Lichtmeß), den anderen auf dem B. Heinrich Paulus (Zins auf St. Bartholomäi); die Hälfte des gemeinen Hausrats, alle zu ihrem Leib gehörigen Kleider und alles ihr von ihm Zugebrachte an Kleinodien, Weingarten und ererbtem Geld, auf 164 fl. schlechtes Geld ertragend; 1 1/2 M. Weingarten vor der Gauepforten, zwischen Storm Schneider und Peter Weissel, Lizenziat; eine goldene Kette mit den breiten Ringen. 4) Sie vermacht ihrem Mann ihren ganzen Besitz, ausgenommen 200 fl., die nach seinem Tod ihren 8der Frau) Erben zuzustellen sind. 5) Er vermacht all sein Übriges zu Mainz und anderswo nach Zahlung der Schulden den Enkeln seiner + Schwester Magdalena Schmückin, in vier Stämmen von folgenden Kindern der Verstorbenen geboren: a) Jakob Müller zu Obersaulheim (Kinder: Leonhard, Elisabeth, Anastasius, Margreth, Barbara), b) Hilarius Müller zu Niedersaulheim (Kinder: Helena und Barbara), c) Margreth zu Mainz (Kind: Barbara), d) Barbara zu Mainz (Kinder: Kaspar, Lorenz, Christina). 6) Er vermacht ferner: Dem Bau von St. Quintin einen Zinsbrief über 2 1/2 fl. Zins, zahlbar durch Gerhart Heilmann zu Finthen auf Mariä Himmelfahrt von 50 fl., den armen Kranken im Hinterhaus des Heiliggeistspitals auf 4 fl. in die Hand; die Hälfte des Hausrats seinen Basen Margreth und Barbara zu Mainz; diesen auch eine goldene Kette mit den kleinen Ringen; seinem Schwestersohn und Vetter Philipp Müller 50 fl., den Sondersiechen zu Mainz 2 fl. und jedem 2 Pfennig in die Hand; seinen Basen Margreth und Barbara zu Mainz sein Haus zum Libeneck und Stalleck in Mainz zur Erstattung einiger Erbteile für Barbara, das einzige Kind Margreths; seinem alten Diener Paul Nebling sein Haus und Gärtlein beim Bock gegen die Vilzbacher Pforte, bei Rollers Elsen, und einen Zinsbrief über 5 fl. Zins, zahlbar von Jakob Frank zu Essenheim auf Mariä Lichtmeß von 100 fl. Kapital.7) Testamentsvollstrecker: Die Herrn Johann Diether Weidman, Dr. jur., und Daniel Dechan, B. zu Mainz; sie erhalten für ihre Bemühung jeder ein Trinkgeschirr im Wert von 2 Mark Silber. Z.: Gerhart Ebersheim, Zimmermann, Kaspar Behm, Buchdrucker, Konrad Vockenberger, Schreiner, Dniel Machert, Sattler, Thilman Gerlach, Best Han, beide Bender, Jakob Kraus, Wirt, Hans Beck von Rodtheim, Bäcker. Geschehen im Haus zum Staleck gegenüber dem Rindtsfueß, in der untern Stube neben der Küche.

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