Elsbetha Negeler, Witwe des Hans Scherlin [oder Scherler] zu Hart (Hard), ergibt sich gemeinsam mit ihren noch ledigen ehelichen Söhnen Hans und Michel Scherlin Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten und Ochsenhausen, sowie dem Konvent des Gotteshauses Weingarten in die Leibeigenschaft. Wie die Ausstellerin ausführt, wäre sie hierzu schon vor etlichen Jahren, anlässlich ihrer Eheschließung, verpflichtet gewesen, und die wegen dieser Unterlassung eigentlich fällige Strafe ist nur durch die Fürsprache des Lienhard Mertz, des klösterlichen Syndikus und Amtmanns zu Tannheim, abgewendet worden. Deshalb gelobt sie jetzt auch namens ihrer Kinder und mit Rat, Vorwissen, Bewilligung und im Beisein ihres Bruders Hans Negeler, Ammann zu Woringen, und des Jakob Schalck zu Hard, verordneten Pflegern der Söhne, dem Kloster künftig mit Leib und Gut vollständig gehören und demselben ebenso treu, gehorsam, botmäßig, steuer-, fall- und dienstbar sein zu wollen wie deren sonstige leibeigenen Leute. Doch ist der Negeler und ihren Söhnen aus Gnaden das Recht des Freikaufs um jeweils 10 fl rh, wann und aus welchem Grund es einem jeden von ihnen auch immer gelegen sein mag, zugestanden worden. Abschließend bekräftigen die beiden Vormünder noch einmal ihr Einverständnis mit vorstehender Rechtshandlung.
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Elsbetha Negeler, Witwe des Hans Scherlin [oder Scherler] zu Hart (Hard), ergibt sich gemeinsam mit ihren noch ledigen ehelichen Söhnen Hans und Michel Scherlin Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten und Ochsenhausen, sowie dem Konvent des Gotteshauses Weingarten in die Leibeigenschaft. Wie die Ausstellerin ausführt, wäre sie hierzu schon vor etlichen Jahren, anlässlich ihrer Eheschließung, verpflichtet gewesen, und die wegen dieser Unterlassung eigentlich fällige Strafe ist nur durch die Fürsprache des Lienhard Mertz, des klösterlichen Syndikus und Amtmanns zu Tannheim, abgewendet worden. Deshalb gelobt sie jetzt auch namens ihrer Kinder und mit Rat, Vorwissen, Bewilligung und im Beisein ihres Bruders Hans Negeler, Ammann zu Woringen, und des Jakob Schalck zu Hard, verordneten Pflegern der Söhne, dem Kloster künftig mit Leib und Gut vollständig gehören und demselben ebenso treu, gehorsam, botmäßig, steuer-, fall- und dienstbar sein zu wollen wie deren sonstige leibeigenen Leute. Doch ist der Negeler und ihren Söhnen aus Gnaden das Recht des Freikaufs um jeweils 10 fl rh, wann und aus welchem Grund es einem jeden von ihnen auch immer gelegen sein mag, zugestanden worden. Abschließend bekräftigen die beiden Vormünder noch einmal ihr Einverständnis mit vorstehender Rechtshandlung.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 U 2903
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 II Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe
Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe >> Leibeigenschaftsbriefe >> 1500-1549
1548 September 19
27,3 x 36 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Elsbetha Negeler
Empfänger: Kloster Weingarten
Siegler: Wilhelm Besserer, Stadtammann zu Memmingen; Jörg Meurer, Stadtschreiber zu Memmingen
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 Siegel abgegangen, 1 Siegel (nur Fragmente) anhängend
Vermerke: Rückvermerk
Empfänger: Kloster Weingarten
Siegler: Wilhelm Besserer, Stadtammann zu Memmingen; Jörg Meurer, Stadtschreiber zu Memmingen
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 Siegel abgegangen, 1 Siegel (nur Fragmente) anhängend
Vermerke: Rückvermerk
Besserer, Wilhelm
Mertz, Lienhard
Meurer, Jörg
Negeler, Elsbetha
Negeler, Hans
Schalck, Jakob
Scherlin, Hans
Scherlin, Hans, d. J.
Scherlin, Michel
Hart : Memmingen MM
Memmingen MM
Tannheim BC
Woringen MN
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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