1415, als der Heilige Stuhl vakant war und das Konzil zu Konstanz (Costancz) deswegen tagte, erschien "des nunczehenden dages des Augstes" zur Zeit der Non vor der äußeren Pforte auf der Brücke der Burg zu Kirrweiler (Kirwilre), die Raban Bischof von Speyer (Spire) gehörte, vor dem unterzeichneten Notar und den genannten Zeugen Elisabeth Gräfin zu Sp. und Vianden, Herzoginwitwe in Bayern (Beyern), ernannte Ulrich von Layen (Leyen) zu ihrem Fürsprecher und ließ die Lehen fordern, die ihre Vorfahren und ihr + Vater Graf Simon vom Stift Speyer gehabt hatten. Da der Bischof nicht im Lande, sondern auf dem Konzil zu Konstanz war und ihr deshalb niemand die Lehen geben konnte, ging die Gräfin zu dem an der kleinen Tür der Pforte hängenden Ring, schüttelte diesen mit eigener Hand dreimal und forderte mündlich, die Lehen zu erhalten, die ihr von Rechts wegen zustünden. Sie hätte, so sagte sie, dies bereits früher nach dem Tod des Vaters tun wollen, sei aber durch Krankheit und andere, wichtige Angelegenheiten verhindert gewesen. Da niemand erschien, der ihrem Wunsch nachkommen konnte, ließ sie durch ihren Schreiber Heinrich dem Pförtner fünf Weißpfennige geben zum Beweis, daß sie dagewesen sei. Wenig später, zur Zeit der Vesper, erschien Elisabeth dann vor dem Notar und den Zeugen beim großen Tor am Dom zu Speyer bei den Glockensträngen und wiederholte ihre Forderungen. Wieder war niemand zugegen. Sie ging zum linken Flügel des Tores, durch das man in den Dom geht, schüttelte den Ring dreimal mit eigener Hand und forderte die Belehnung von Rechts wegen. Ulrich von Layen bat den Notar, darüber ein Instrument anzufertigen. Zeugen in Kirrweiler: Johann (Hans) Kranch von Kirchheim (Kircheim), Mann des Stiftes Speyer, Johann (Henseln) Liechtenstein, Schaffner zu Kirrweiler, und Dietrich Gunstetter, Vogt des Bischofs von Speyer zu Landeck (Landecke); in Speyer: Heinrich von Helmstatt (Helmstad), Dompropst zu Speyer, Johann Kranch von Kirchheim und Werner zum Jungen von Mainz (Mentze). An beiden Orten waren dabei: der Ritter Hermann von Udenheim (-heym), die Knappen Brenner und Rudwin von Stromberg (Strumburg) sowie Meinhard von Koppenstein (Coppen-). (1) Hermann, (2) Brenner, (3) Rudwin und (4) Meinhard kündigen zum Zeichen dessen ihre Siegel an. Johann von Trimberg (Drymperg), Kleriker des Bistums Mainz und kaiserlicher Notar, war bei allem anwesend, hat alles gesehen und gehört, dieses Instrument geschrieben und mit seinem Signet versehen.

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Bayerisches Hauptstaatsarchiv
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