NL 84: Verein Altstadt (Bestand)
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NL 84
Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe nach Nummern, NL 51-100
1883 - 1922
Der Südöstliche Bezirksverein entstand, als nach dem Abschluß des Stadterweiterungsvertrags von 1872 die Neustadt emporwuchs. Unmittelbarer Anlaß zur Gründung war die bevorstehende Verlegung des Zentralbahnhofs der Hessischen Ludwigseisenbahn von der Alt- in die Neustadt und die Auflösung der Mainzer Station der Nassauischen Eisenbahn für Personen- und Güterverkehr. Am 19. Juli 1883 riefen 200 Bürger einen "Verein zur Wahrung und Förderung der öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils" ins Leben. Die Vereinsmitglieder sahen durch die Verlegung des Bahnhofs und die Bebauung der Neustadt große Nachteile für die Bewohner der Altstadt voraus. Sie befürchteten ein Herabsinken zum vernachlässigten Randgebiet, zumal die Stadtverwaltung für die Neustadt große Mittel bereitstellen mußte. Nach den Statuten von 1883 hatte der Verein den Zweck, "die öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils zu wahren und zu fördern". 1901 dehnte er seine Tätigkeit auf die gesamte Altstadt - den "alten Stadtteil" - aus und änderte seinen Namen in "Verein Altstadt Mainz" um. Die Aktivitäten des Vereins umfaßten Fragen der Verkehrsanbindung aller Art, der Ansiedlung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, der Hebung des Fremdenverkehrs, der Verbreiterung von Straßen für den modernen Verkehr, der Straßenbeleuchtung, Sonntagsruhr, Entfestigung und Kinderspielplätze. Mitglieder des Vereins, den man eher als Interessenvertretung denn als Bürgerinitiative im heutigen Sinn bezeichnen muß, waren fast ausnahmslos Geschäftsleute und Hausbesitzer in der Altstadt. In seinen Aktivitäten war der Verein vor allem um eine "Modernisierung" der Altstadt besorgt, historische Gesichtspunkte, zum Beispiel die Erhaltung gewachsener Bausubstanz, waren ihm weitgehend fremd. Langjähriger und eifriger tätiger Vorsitzender war der Fabrikant Ludwig Buder von der Schokoladen- und Konservenfabrik Joh. Ph. Wagner u. Co., Neutorstraße 8. Nach seinem Tod 1917 folgte der Privatier Fritz Schäfer, Holzstraße 1, dann (etwa 1924) der Privatier Ludwig Kaiser, Gutenbergplatz 4 1/10, und schließlich noch einmal (vor 1928) Fritz Schäfer. Der Verein bestand bis etwa 1928/29, das Registraturgut endet allerdings 1922/23, die Hauptaktivitäten des Vereins lagen in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Am 5. April 1929 gelangte die gutgeführte Registratur ins Stadtarchiv Mainz. 1982 wurde sie von Herrn Schütz neugeordnet und verzeichnet.
verzeichnet 1982, 1983
Nr. 1 des Bestandes enthält einen gedruckten Bericht von 1908 über die Tätigkeit des Vereins in den ersten 25 Jahren seines Bestehens. Einzelne gedruckte Jahresberichte und Reste der Korrespondenz mit der Stadtverwaltung sind im Bestand 70/XIX (Vereine) überliefert. Auch im Moguntinenkatalog der Stadtbibliothek unter G 514 sind die gedruckten Jahresberichte sowie einige Zeitungsartikel zur Jubiläumsfeier von 1908 aufgeführt.
Form und Inhalt: Der Südöstliche Bezirksverein entstand, als nach dem Abschluß des Stadterweiterungsvertrags von 1872 die Neustadt emporwuchs. Unmittelbarer Anlaß zur Gründung war die bevorstehende Verlegung des Zentralbahnhofs der Hessischen Ludwigseisenbahn von der Alt- in die Neustadt und die Auflösung der Mainzer Station der Nassauischen Eisenbahn für Personen- und Güterverkehr. Am 19. Juli 1883 riefen 200 Bürger einen "Verein zur Wahrung und Förderung der öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils" ins Leben. Die Vereinsmitglieder sahen durch die Verlegung des Bahnhofs und die Bebauung der Neustadt große Nachteile für die Bewohner der Altstadt voraus. Sie befürchteten ein Herabsinken zum vernachlässigten Randgebiet, zumal die Stadtverwaltung für die Neustadt große Mittel bereitstellen mußte. Nach den Statuten von 1883 hatte der Verein den Zweck, "die öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils zu wahren und zu fördern". 1901 dehnte er seine Tätigkeit auf die gesamte Altstadt - den "alten Stadtteil" - aus und änderte seinen Namen in "Verein Altstadt Mainz" um. Die Aktivitäten des Vereins umfaßten Fragen der Verkehrsanbindung aller Art, der Ansiedlung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, der Hebung des Fremdenverkehrs, der Verbreiterung von Straßen für den modernen Verkehr, der Straßenbeleuchtung, Sonntagsruhr, Entfestigung und Kinderspielplätze. Mitglieder des Vereins, den man eher als Interessenvertretung denn als Bürgerinitiative im heutigen Sinn bezeichnen muß, waren fast ausnahmslos Geschäftsleute und Hausbesitzer in der Altstadt. In seinen Aktivitäten war der Verein vor allem um eine "Modernisierung" der Altstadt besorgt, historische Gesichtspunkte, zum Beispiel die Erhaltung gewachsener Bausubstanz, waren ihm weitgehend fremd. Langjähriger und eifriger tätiger Vorsitzender war der Fabrikant Ludwig Buder von der Schokoladen- und Konservenfabrik Joh. Ph. Wagner u. Co., Neutorstraße 8. Nach seinem Tod 1917 folgte der Privatier Fritz Schäfer, Holzstraße 1, dann (etwa 1924) der Privatier Ludwig Kaiser, Gutenbergplatz 4 1/10, und schließlich noch einmal (vor 1928) Fritz Schäfer. Der Verein bestand bis etwa 1928/29, das Registraturgut endet allerdings 1922/23, die Hauptaktivitäten des Vereins lagen in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Am 5. April 1929 gelangte die gutgeführte Registratur ins Stadtarchiv Mainz. 1982 wurde sie von Herrn Schütz neugeordnet und verzeichnet.
Nr. 1 des Bestandes enthält einen gedruckten Bericht von 1908 über die Tätigkeit des Vereins in den ersten 25 Jahren seines Bestehens. Einzelne gedruckte Jahresberichte und Reste der Korrespondenz mit der Stadtverwaltung sind im Bestand 70/XIX (Vereine) überliefert. Auch im Moguntinenkatalog der Stadtbibliothek unter G 514 sind die gedruckten Jahresberichte sowie einige Zeitungsartikel zur Jubiläumsfeier von 1908 aufgeführt.
verzeichnet 1982, 1983
Nr. 1 des Bestandes enthält einen gedruckten Bericht von 1908 über die Tätigkeit des Vereins in den ersten 25 Jahren seines Bestehens. Einzelne gedruckte Jahresberichte und Reste der Korrespondenz mit der Stadtverwaltung sind im Bestand 70/XIX (Vereine) überliefert. Auch im Moguntinenkatalog der Stadtbibliothek unter G 514 sind die gedruckten Jahresberichte sowie einige Zeitungsartikel zur Jubiläumsfeier von 1908 aufgeführt.
Form und Inhalt: Der Südöstliche Bezirksverein entstand, als nach dem Abschluß des Stadterweiterungsvertrags von 1872 die Neustadt emporwuchs. Unmittelbarer Anlaß zur Gründung war die bevorstehende Verlegung des Zentralbahnhofs der Hessischen Ludwigseisenbahn von der Alt- in die Neustadt und die Auflösung der Mainzer Station der Nassauischen Eisenbahn für Personen- und Güterverkehr. Am 19. Juli 1883 riefen 200 Bürger einen "Verein zur Wahrung und Förderung der öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils" ins Leben. Die Vereinsmitglieder sahen durch die Verlegung des Bahnhofs und die Bebauung der Neustadt große Nachteile für die Bewohner der Altstadt voraus. Sie befürchteten ein Herabsinken zum vernachlässigten Randgebiet, zumal die Stadtverwaltung für die Neustadt große Mittel bereitstellen mußte. Nach den Statuten von 1883 hatte der Verein den Zweck, "die öffentlichen Interessen des südöstlichen Stadtteils zu wahren und zu fördern". 1901 dehnte er seine Tätigkeit auf die gesamte Altstadt - den "alten Stadtteil" - aus und änderte seinen Namen in "Verein Altstadt Mainz" um. Die Aktivitäten des Vereins umfaßten Fragen der Verkehrsanbindung aller Art, der Ansiedlung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, der Hebung des Fremdenverkehrs, der Verbreiterung von Straßen für den modernen Verkehr, der Straßenbeleuchtung, Sonntagsruhr, Entfestigung und Kinderspielplätze. Mitglieder des Vereins, den man eher als Interessenvertretung denn als Bürgerinitiative im heutigen Sinn bezeichnen muß, waren fast ausnahmslos Geschäftsleute und Hausbesitzer in der Altstadt. In seinen Aktivitäten war der Verein vor allem um eine "Modernisierung" der Altstadt besorgt, historische Gesichtspunkte, zum Beispiel die Erhaltung gewachsener Bausubstanz, waren ihm weitgehend fremd. Langjähriger und eifriger tätiger Vorsitzender war der Fabrikant Ludwig Buder von der Schokoladen- und Konservenfabrik Joh. Ph. Wagner u. Co., Neutorstraße 8. Nach seinem Tod 1917 folgte der Privatier Fritz Schäfer, Holzstraße 1, dann (etwa 1924) der Privatier Ludwig Kaiser, Gutenbergplatz 4 1/10, und schließlich noch einmal (vor 1928) Fritz Schäfer. Der Verein bestand bis etwa 1928/29, das Registraturgut endet allerdings 1922/23, die Hauptaktivitäten des Vereins lagen in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Am 5. April 1929 gelangte die gutgeführte Registratur ins Stadtarchiv Mainz. 1982 wurde sie von Herrn Schütz neugeordnet und verzeichnet.
Nr. 1 des Bestandes enthält einen gedruckten Bericht von 1908 über die Tätigkeit des Vereins in den ersten 25 Jahren seines Bestehens. Einzelne gedruckte Jahresberichte und Reste der Korrespondenz mit der Stadtverwaltung sind im Bestand 70/XIX (Vereine) überliefert. Auch im Moguntinenkatalog der Stadtbibliothek unter G 514 sind die gedruckten Jahresberichte sowie einige Zeitungsartikel zur Jubiläumsfeier von 1908 aufgeführt.
0,65 lfm
Bestand
Mainz
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Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
23.05.2025, 08:02 MESZ