Feldpostbriefe an Paul Vietmeier
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08 NL 65, 8
08 NL 65 [S 1] 08 Nachlass Vietmeier (Müller, Sägewerk Brake)
[S 1] 08 Nachlass Vietmeier (Müller, Sägewerk Brake) >> 1.0 Korrespondenz >> 1.1 Feldpostbriefe >> 1.1.1 Erster Weltkrieg
1915
Enthält: o. D. Willi Dierks: Brief zu Paketsendung (Pfeifentabak)
25.11.14 Carola Lücke, Horst: 2 schmale Karten zu Paketsendung
"Soeben verkündeten die Glocken wieder 2 herrliche Siege über d. Russen. Dabei sind 70.000 Gefangene gemacht u. über 100 Maschinengewehre erbeutet. Das war eine große Freude für uns."
30.11.14 Henny Taake, Bünde an Paul (?): pessimistisch über Fortgang des Krieges
6.12.14 Ernst V.: Karte, Marnekanal
"Wir halten vor R. die Schützengräben besetzt. Ein interess. Leben. Hoff. bek. wir den Franzm. bald in die Finger."
7.12.14 Johanne V.: Zettel zu Paketsendung
7.12.14 Luise Dierks, Detmold: Kriegs-Postkarte (3-Farbdruck, schwarz, rot, grün. "Stille Nacht - Heilige Nacht")
11.12.14 Mutter: Karte (sehr eng u. klein beschrieben)
"... man ist mit seinen Gedanken auch nur bei Euch Lieben im Felde wolle doch der gütige Gott ferner mit Euch sein u. alles Ungemach fern von Euch halten, der 1. G. wird unser u. aller Gebete erhören u. alles zum guten Ende führen."
9. 1.15 Martha Schmidtmeier, Brake an Paul (?): gratuliert zum Eisernen Kreuz; dankt für seinen Brief und Karten von drei Tagen hintereinander, v. a. für Gedicht; entschuldigt sich, für seltenes Schreiben. Fritz Langmann auf Besuch, übernachtet "aus alter Bekanntschaft" bei ihr, ist zus. mit Friedrich Klemme zur Erholung ins Sennelager geschickt worden.
"Wenn ich bedenke was Sie in diesen Wochen und Monaten die Sie von hier fort sind schon alles durchgemacht haben, so erfaßt mich ein tiefes Mitleid für Sie, und ich bin nur von dem einen Wunsch erfüllt, daß bald alles ein Ende haben möchte."
11. 1.15 Johanne: Brief
berichtet von Sylvesterfeier d. drei Brüder "Ernst hat bei der Sylvesterfeier d. III./R. 15 4 Lieder "Solo" gesungen u. dabei gr. Lob geerntet. Es waren d. Lieder: der Wanderer, das Grab auf d. Heide, Wohlauf noch getrunken u. Mondnacht. Er hat nach W. u. O. Urteil wunderbar gesungen u. dadurch d. tapferen Kriegern sicher etwas Genuß bereitet." Besuch v. Fritz Langemann:
"Das eiserne Kreuz macht sich doch schön auf solch junger Soldatenbrust! Ich denke dabei an Dich. Hast Du auch ein (M) lipp. Verdienstkreuz? Fr. L. sagte es nämlich. Kommst Du demnächst auch in die Senne?" berichtet von Zustand verwundeter u. n. Brake/Lemgo zurückgeschickter Bekannter; eisernes Kreuz-Träger in Brake: Ernst Schröder, Heinrich Koch, Karl Deppe, Heinrich Carell, Fleigge, Langemann, Ostmann, Heinrich Brackemeier (Sohn d. Ölöfchen), ein Ziegelmstr. Ostmann. Auguste m. Sohn Karl zu Besuch, Genesung nach Scharlach. J. fährt sie 14 Tage in Niese besuchen, um beim Schlachten zu helfen. In der Zeit kommt Minna, damit Mutter nicht allein ist.
4. 4.15 Fritz: Brief
Willi am 18.11. für das eiserne Kreuz vorgeschlagen; bekommt nach Ostern einen neuen Arbeiter, denn die alten sind fort; hat z. Zt. 250 Festm. Eschen u. noch mehr Eichen, 100 Festm. Pappel u.a.; demnächst werden die schönen Eschen von Lückhausen angefahren (einige 45 cm 0, 21 - 22 m. lang, bis 18 m astfrei u. gerade) = 82 Festm., die er für 3 M./Festm an Aug. Scheidt verkauft hat; erwartet 100 Fm. Eichen aus Bielefeld, 50 Fm aus Lemgo, 50 Fm aus Vlotho, 50 Fm von Langenholzhausen, 400-600 Fm Buchen aus Langenholzhausen, 20 Fm dicke Buchen aus Lemgo u. 30 Fm. Eichen aus Loßbruch. Klagt übre fehlende Fuhrleute, da Hafer für Pferde auf 3 Pfd. rationiert wurde. Außenstände von 1914:
H. Scheidt 750 M.
Franke 650 M.
W. Halle 700 M.
Blitz 600 M.
Noah 300 M
Sontag 400 M.
Blomberg 300M.
Rodewald 270 M.
Gott. Meier 350 M.
S. Scheidt 100 M.
Helms 100 M. usw.
Glatt abgerechnet mit Plöger, Lütte, Hammermeier, Brüggemeier; Rechnungen alle bezahlt, ebenso Lohn.
6.4.15 Lina Raßbach, Bad Ems: Brief zu Paketsendung (u.a. Emser Pastillen) klagt, daß sie von ihm u. seinen Brüdern noch nichts gehört hat.
Vermerk: Zurück am 13.4.15 gefallen
7.4.15 Marie Niedermeier, Marburg: Brief
dankt für Brief mit Foto; hofft auf Wiedersehen im August/September; ist seit 5 Wochen in Marburg mit ihrer Mutter, die in Deutschhausklinik schwere Operation hatte (Kröpfentfernung); hoffte vergeblich auf Besuch von Bruno zu Ostern, der jetz bald an die Front müsse; Bruder war 12 Tage auf Urlaub, wird in nächster Zeit zur Infanterie versetzt.
7. 4.15 Mutter: Brief
"wie ich (...) gesehen habe, habt ihr armen da doch einen schweren Stand u. wie schrecklich für Euch Ärmsten wenn der eine gute Kamerad nach dem anderen auf so grauenhafte weise sein Leben laßen muß, ach was ist doch dieser Krieg hart u. schrecklich wolle dieses doch bald ein Ende haben, ich bin mit meinen Gedanken doch immer bei Euch Lieben im Felde"
"Minna war in den Ostertagen auch hier, die ist auch immer nett u. gut." Walter bei Sievert in Lemgo (Lehre?); klagt über Kreuzschmerzen u. Nierenschmerzen
9. 4.15 Ernst Lentje: Ansichtskarte "Schloß Brake"
12. 4.15 Mutter an Paul: schickt ihm Schreibpapier und etwas "B. G.", will ihm noch ein Paket mit Speck und Wurst schicken. Briefträger Strohmeier solle in Rußland gefallen sein.
"es ist doch zu hart wenn man an all dies schreckliche Blutvergießen denkt, Gott wolle doch bald den Schrecklichen ein Ende machen u den lieben Frieden geben," ..."Fritz ist mal nach Blitz ob es wohl was nützt, Fritz ist noch immer zu gut u nachgiebig"
25.11.14 Carola Lücke, Horst: 2 schmale Karten zu Paketsendung
"Soeben verkündeten die Glocken wieder 2 herrliche Siege über d. Russen. Dabei sind 70.000 Gefangene gemacht u. über 100 Maschinengewehre erbeutet. Das war eine große Freude für uns."
30.11.14 Henny Taake, Bünde an Paul (?): pessimistisch über Fortgang des Krieges
6.12.14 Ernst V.: Karte, Marnekanal
"Wir halten vor R. die Schützengräben besetzt. Ein interess. Leben. Hoff. bek. wir den Franzm. bald in die Finger."
7.12.14 Johanne V.: Zettel zu Paketsendung
7.12.14 Luise Dierks, Detmold: Kriegs-Postkarte (3-Farbdruck, schwarz, rot, grün. "Stille Nacht - Heilige Nacht")
11.12.14 Mutter: Karte (sehr eng u. klein beschrieben)
"... man ist mit seinen Gedanken auch nur bei Euch Lieben im Felde wolle doch der gütige Gott ferner mit Euch sein u. alles Ungemach fern von Euch halten, der 1. G. wird unser u. aller Gebete erhören u. alles zum guten Ende führen."
9. 1.15 Martha Schmidtmeier, Brake an Paul (?): gratuliert zum Eisernen Kreuz; dankt für seinen Brief und Karten von drei Tagen hintereinander, v. a. für Gedicht; entschuldigt sich, für seltenes Schreiben. Fritz Langmann auf Besuch, übernachtet "aus alter Bekanntschaft" bei ihr, ist zus. mit Friedrich Klemme zur Erholung ins Sennelager geschickt worden.
"Wenn ich bedenke was Sie in diesen Wochen und Monaten die Sie von hier fort sind schon alles durchgemacht haben, so erfaßt mich ein tiefes Mitleid für Sie, und ich bin nur von dem einen Wunsch erfüllt, daß bald alles ein Ende haben möchte."
11. 1.15 Johanne: Brief
berichtet von Sylvesterfeier d. drei Brüder "Ernst hat bei der Sylvesterfeier d. III./R. 15 4 Lieder "Solo" gesungen u. dabei gr. Lob geerntet. Es waren d. Lieder: der Wanderer, das Grab auf d. Heide, Wohlauf noch getrunken u. Mondnacht. Er hat nach W. u. O. Urteil wunderbar gesungen u. dadurch d. tapferen Kriegern sicher etwas Genuß bereitet." Besuch v. Fritz Langemann:
"Das eiserne Kreuz macht sich doch schön auf solch junger Soldatenbrust! Ich denke dabei an Dich. Hast Du auch ein (M) lipp. Verdienstkreuz? Fr. L. sagte es nämlich. Kommst Du demnächst auch in die Senne?" berichtet von Zustand verwundeter u. n. Brake/Lemgo zurückgeschickter Bekannter; eisernes Kreuz-Träger in Brake: Ernst Schröder, Heinrich Koch, Karl Deppe, Heinrich Carell, Fleigge, Langemann, Ostmann, Heinrich Brackemeier (Sohn d. Ölöfchen), ein Ziegelmstr. Ostmann. Auguste m. Sohn Karl zu Besuch, Genesung nach Scharlach. J. fährt sie 14 Tage in Niese besuchen, um beim Schlachten zu helfen. In der Zeit kommt Minna, damit Mutter nicht allein ist.
4. 4.15 Fritz: Brief
Willi am 18.11. für das eiserne Kreuz vorgeschlagen; bekommt nach Ostern einen neuen Arbeiter, denn die alten sind fort; hat z. Zt. 250 Festm. Eschen u. noch mehr Eichen, 100 Festm. Pappel u.a.; demnächst werden die schönen Eschen von Lückhausen angefahren (einige 45 cm 0, 21 - 22 m. lang, bis 18 m astfrei u. gerade) = 82 Festm., die er für 3 M./Festm an Aug. Scheidt verkauft hat; erwartet 100 Fm. Eichen aus Bielefeld, 50 Fm aus Lemgo, 50 Fm aus Vlotho, 50 Fm von Langenholzhausen, 400-600 Fm Buchen aus Langenholzhausen, 20 Fm dicke Buchen aus Lemgo u. 30 Fm. Eichen aus Loßbruch. Klagt übre fehlende Fuhrleute, da Hafer für Pferde auf 3 Pfd. rationiert wurde. Außenstände von 1914:
H. Scheidt 750 M.
Franke 650 M.
W. Halle 700 M.
Blitz 600 M.
Noah 300 M
Sontag 400 M.
Blomberg 300M.
Rodewald 270 M.
Gott. Meier 350 M.
S. Scheidt 100 M.
Helms 100 M. usw.
Glatt abgerechnet mit Plöger, Lütte, Hammermeier, Brüggemeier; Rechnungen alle bezahlt, ebenso Lohn.
6.4.15 Lina Raßbach, Bad Ems: Brief zu Paketsendung (u.a. Emser Pastillen) klagt, daß sie von ihm u. seinen Brüdern noch nichts gehört hat.
Vermerk: Zurück am 13.4.15 gefallen
7.4.15 Marie Niedermeier, Marburg: Brief
dankt für Brief mit Foto; hofft auf Wiedersehen im August/September; ist seit 5 Wochen in Marburg mit ihrer Mutter, die in Deutschhausklinik schwere Operation hatte (Kröpfentfernung); hoffte vergeblich auf Besuch von Bruno zu Ostern, der jetz bald an die Front müsse; Bruder war 12 Tage auf Urlaub, wird in nächster Zeit zur Infanterie versetzt.
7. 4.15 Mutter: Brief
"wie ich (...) gesehen habe, habt ihr armen da doch einen schweren Stand u. wie schrecklich für Euch Ärmsten wenn der eine gute Kamerad nach dem anderen auf so grauenhafte weise sein Leben laßen muß, ach was ist doch dieser Krieg hart u. schrecklich wolle dieses doch bald ein Ende haben, ich bin mit meinen Gedanken doch immer bei Euch Lieben im Felde"
"Minna war in den Ostertagen auch hier, die ist auch immer nett u. gut." Walter bei Sievert in Lemgo (Lehre?); klagt über Kreuzschmerzen u. Nierenschmerzen
9. 4.15 Ernst Lentje: Ansichtskarte "Schloß Brake"
12. 4.15 Mutter an Paul: schickt ihm Schreibpapier und etwas "B. G.", will ihm noch ein Paket mit Speck und Wurst schicken. Briefträger Strohmeier solle in Rußland gefallen sein.
"es ist doch zu hart wenn man an all dies schreckliche Blutvergießen denkt, Gott wolle doch bald den Schrecklichen ein Ende machen u den lieben Frieden geben," ..."Fritz ist mal nach Blitz ob es wohl was nützt, Fritz ist noch immer zu gut u nachgiebig"
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:24 MEZ