Der Weber und Ulmer Bürger Jakob Rörer übergibt Guardian und Konvent des Franziskanerklosters ("den Myndern Brüdern") in Ulm [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] einen jährlichen Zins von 1 Pfund Heller. Dieser ist am 24. Juni ("vff sand Johanns tag ze sunvenden") zu entrichten und gefällt von seinem Haus und der zugehörigen Hofstatt in Ulm beim Bonerskasten [abgegangener Brunnen, Herrenkellergasse, Ecke Platzgasse] zwischen den Häusern des Sohnes des verstorbenen Staib und der Witwe des Michael Mayer. Dafür sollen die Franziskaner einen Jahrtag für ihn, seine Ehefrau und seine Eltern jedes Jahr feierlich mit Vigil, Seelmesse und brennenden Kerzen in ihrem Kloster begehen. Zu der Seelmesse sollen sie den Kaplan am Altar des Berthold Siechenmeister im Ulmer Münster einladen. Wenn dieser die Seelmesse liest, sollen sie ihm eine Mahlzeit und 1 Schilling Heller geben. Bei Säumnis fällt der Zins in dem betreffenden Jahr an den Kaplan. Dieser soll dann den Jahrtag im Münster oder an einem anderen Ort begehen.