Adelheid Glöckler ("Glo/e/gglerin"), Ehefrau des Rüdiger Büchler und Bürgerin zu Ulm, stiftet zu ihrem und ihres verstorbenen ersten Mannes Albrecht Steiger Seelenheil einen jährlichen Zins von 1 Pfund und 8 Schilling Heller und 2 Weihnachtshühnern. Der Zins gefällt von einem Garten in Ulm vor dem Glöcklertor [abgegangen, Bereich nordwestlich vor Neue Straße 22] anstoßend an den Garten des Siegfried ("Sicz") Mörlin, den derzeit der Bäcker unter den Bänken und Heinrich der Schneider besitzen, und ist zur Hälfte am 24. Juni ("ze sant Johans tag ze su/e/nwenden") und zur Hälfte an Weihnachten zu entrichten. Dieser Zins fällt an den Pfarrer zu Ulm und seine Gesellen. Sie sollen davon den Siechen zu St. Katharina in Ulm [Spital der Reichen Siechen mit Kapelle St. Katharina, abgegangen Bereich Frauensteige 10-14] jedes Jahr 1 Muth Öl kaufen und dem Mesner in der Pfarrkirche 1 Schilling Heller geben. Den Rest können sie untereinander aufteilen. Dafür sollen sie jedes Jahr am Sonntag Judica in der Fastenzeit einen Jahrtag für den ersten Ehemann der Stifterin mit Vigil und Seelmesse in der Pfarrkirche begehen. Bei Säumnis fällt der Zins in dem betreffenden Jahr an den Spitalmeister des Heiliggeistspitals in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] und seine Gesellen, die davon dann den Jahrtag halten und das Öl kaufen sollen. Der Pfarrer in Ulm Hermann Krafft erklärt, dass die Stiftung auf seinen Rat hin erfolgt ist und verpflichtet sich, sie gewissenhaft auszuführen.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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