Briefe der Maria Helena Wilhelmina von Tucher an ihren Mann Christoph Karl Gottlieb Sigmund, der unter dem Pseudonym Gustav von Taufstetten reist
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E 29/II Nr. 2883
E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
21.06.1831 - 14.07.1831
Enthält:
1831 Juni 21 bis 23: Brief (der Maria Helena Wilhelmina von Tucher) an Gustav von Taufstetten (= ihr Ehemann Gottlieb von Tucher) in Regensburg, postlagernd.
Anrede des Adressaten als Herzgeliebter. Der Vater (Jakob Gottlieb Rudolph v. Haller) erwähnt, der schon um 5 Uhr früh mit Benoit (v. Schwarz) spazieren geht. Ansonsten begeht er den Tag sorglos im Garten. Die Mutter (Wilhemine Friederike Karolina v. Haller) jammert für alle. Sie wäre bei der Hitze lieber ins Bad gereist. Schreiberin jammert nur über die Trennung vom Adressaten. (...)
1831 Juli 3: Brief, wie vor, nach Linz. Vermerk der auftragsgemäßen (!) Retoure an die verwitwete Frau Generalin (Eleonora Karolina) v. Rosenhayn in Nürnberg.
Schreiberin ist nun wieder - wie vor 3 Woche auch - allein. Sorge um den Reisenden wegen der Cholera. Ob es genügend Sicherheit bietet, dass Adressat seinen Wechsel einfach mit in seinen Koffer gelegt hat, wo er leicht entwendet werden könnte? (...) Schreiberin und ihre Mutter wollen nach Gründlach fahren.
1831 Juli 5 bis 7: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure nach Nürnberg an Frau v. Rosenhayn.
Sorge um den Adressaten wegen der Cholera. Schreiberin begleitet ihn auf der Landkarte. Wenn er durch Pöchelaren (! = Pöchlarn) kommt, soll er sich erkundigen, ob im Volke nicht noch Sagen von den Nibelungenhelden kursieren. In Wien soll er sehen, ob er die Herzogin von Berry treffen kann.
1831 Juli 9: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure, wie vor.
Schreiberin erhielt seit dem 1. Brief des Adressaten aus Regensburg kein Schreiben mehr. Die Gäste im Garten sind recht vergnügt, auch Mutter. Gestern spielte man eine Partie Whist. Schreiberin erwartet dringend einen Brief vom Adressaten. Die Gerüchte über die Cholera in Ungarn nehmen zu - jedes Wort ist für Schreiberin wie ein Stich ins Herz. Adressat lasse den Karl (= Heinlein = Kaspar Hauser) baden, denn das tut ihm gut. Hoffentlich geht es mit den Briefen des Adressaten nicht so wie mit dem Brief (Joseph) Hickels. Ob mit dem Wechsel Merkels (Merkel & Lödel) alles in Ordnung ist? - Gerade eben kommt ein Brief des Adressaten aus Schärding an. Gott sei Dank!
1831 Juli 10 bis 11: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure, wie vor.
Die gestrige, beruhigende Nachricht wegen der Cholera dient hier als Ausgleich zu den schlimmen Gerüchten. Die Polizei hat schon diverse Einrichtungen in Augenschein genommen, um nötigenfalls Quarantänelager einrichten zu können. Zur moralischen Stärkung der Bevölkerung wurden während des Volksfests auf der Peterheide Schillers 'Räuber' aufgeführt. (...) An Karl viele Grüße.
1831 Juli 14: Brief, wie vor, nach Wien.
Immer noch kam keine Post vom Adressaten. Sein letztes Schreiben war das vom 4. Juli aus Schärding. Dessen tröstliche Nachrichten sind nun veraltet gegen die täglichen Schreckensmeldungen der Zeitungen.
1831 Juni 21 bis 23: Brief (der Maria Helena Wilhelmina von Tucher) an Gustav von Taufstetten (= ihr Ehemann Gottlieb von Tucher) in Regensburg, postlagernd.
Anrede des Adressaten als Herzgeliebter. Der Vater (Jakob Gottlieb Rudolph v. Haller) erwähnt, der schon um 5 Uhr früh mit Benoit (v. Schwarz) spazieren geht. Ansonsten begeht er den Tag sorglos im Garten. Die Mutter (Wilhemine Friederike Karolina v. Haller) jammert für alle. Sie wäre bei der Hitze lieber ins Bad gereist. Schreiberin jammert nur über die Trennung vom Adressaten. (...)
1831 Juli 3: Brief, wie vor, nach Linz. Vermerk der auftragsgemäßen (!) Retoure an die verwitwete Frau Generalin (Eleonora Karolina) v. Rosenhayn in Nürnberg.
Schreiberin ist nun wieder - wie vor 3 Woche auch - allein. Sorge um den Reisenden wegen der Cholera. Ob es genügend Sicherheit bietet, dass Adressat seinen Wechsel einfach mit in seinen Koffer gelegt hat, wo er leicht entwendet werden könnte? (...) Schreiberin und ihre Mutter wollen nach Gründlach fahren.
1831 Juli 5 bis 7: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure nach Nürnberg an Frau v. Rosenhayn.
Sorge um den Adressaten wegen der Cholera. Schreiberin begleitet ihn auf der Landkarte. Wenn er durch Pöchelaren (! = Pöchlarn) kommt, soll er sich erkundigen, ob im Volke nicht noch Sagen von den Nibelungenhelden kursieren. In Wien soll er sehen, ob er die Herzogin von Berry treffen kann.
1831 Juli 9: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure, wie vor.
Schreiberin erhielt seit dem 1. Brief des Adressaten aus Regensburg kein Schreiben mehr. Die Gäste im Garten sind recht vergnügt, auch Mutter. Gestern spielte man eine Partie Whist. Schreiberin erwartet dringend einen Brief vom Adressaten. Die Gerüchte über die Cholera in Ungarn nehmen zu - jedes Wort ist für Schreiberin wie ein Stich ins Herz. Adressat lasse den Karl (= Heinlein = Kaspar Hauser) baden, denn das tut ihm gut. Hoffentlich geht es mit den Briefen des Adressaten nicht so wie mit dem Brief (Joseph) Hickels. Ob mit dem Wechsel Merkels (Merkel & Lödel) alles in Ordnung ist? - Gerade eben kommt ein Brief des Adressaten aus Schärding an. Gott sei Dank!
1831 Juli 10 bis 11: Brief, wie vor, nach Wien. Retoure, wie vor.
Die gestrige, beruhigende Nachricht wegen der Cholera dient hier als Ausgleich zu den schlimmen Gerüchten. Die Polizei hat schon diverse Einrichtungen in Augenschein genommen, um nötigenfalls Quarantänelager einrichten zu können. Zur moralischen Stärkung der Bevölkerung wurden während des Volksfests auf der Peterheide Schillers 'Räuber' aufgeführt. (...) An Karl viele Grüße.
1831 Juli 14: Brief, wie vor, nach Wien.
Immer noch kam keine Post vom Adressaten. Sein letztes Schreiben war das vom 4. Juli aus Schärding. Dessen tröstliche Nachrichten sind nun veraltet gegen die täglichen Schreckensmeldungen der Zeitungen.
Umfang/Beschreibung: 6 Prod
Archivale
Bemerkungen: Acc.Nr. D 1/2014
Bemerkungen: Allgemein: In dem zu diesem Archiv gehörigen Schnellhefter (= Nr. 2886 Prod. 8) wird Gustav von Taufstetten als eigenständige Person geführt, das Pseudonym mithin nicht erkannt. Die vorliegenden Briefe werden dort aufgrund einiger Rückvermerke irrig als Briefe Rosenhayn an Taufstetten verzeichnet.
Indexbegriff Person: Haller, Jakob Gottlieb Rudolph
Indexbegriff Person: Haller, Wilhelmine Friederike Karolina
Indexbegriff Person: Hauser, Kaspar
Indexbegriff Person: Heinlein, Karl = Kaspar Hauser
Indexbegriff Person: Hickel, Joseph
Indexbegriff Person: Lödel & Merkel
Indexbegriff Person: Rosenhayn, Eleonora Karolina von - geb Haller
Indexbegriff Person: Schiller, Friedrich
Indexbegriff Person: Schwarz, Bennoit von
Indexbegriff Person: Tucher, Christoph Karl Gottlieb Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Gottlieb (= Christoph Karl Gottlieb Sigmund)
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Helena Wilhelmina von - geb Haller
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Hauseriana (Quellen und Forschungen zu Kaspar Hauser)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Ungarnreise
Bemerkungen: Allgemein: In dem zu diesem Archiv gehörigen Schnellhefter (= Nr. 2886 Prod. 8) wird Gustav von Taufstetten als eigenständige Person geführt, das Pseudonym mithin nicht erkannt. Die vorliegenden Briefe werden dort aufgrund einiger Rückvermerke irrig als Briefe Rosenhayn an Taufstetten verzeichnet.
Indexbegriff Person: Haller, Jakob Gottlieb Rudolph
Indexbegriff Person: Haller, Wilhelmine Friederike Karolina
Indexbegriff Person: Hauser, Kaspar
Indexbegriff Person: Heinlein, Karl = Kaspar Hauser
Indexbegriff Person: Hickel, Joseph
Indexbegriff Person: Lödel & Merkel
Indexbegriff Person: Rosenhayn, Eleonora Karolina von - geb Haller
Indexbegriff Person: Schiller, Friedrich
Indexbegriff Person: Schwarz, Bennoit von
Indexbegriff Person: Tucher, Christoph Karl Gottlieb Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Gottlieb (= Christoph Karl Gottlieb Sigmund)
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Helena Wilhelmina von - geb Haller
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Hauseriana (Quellen und Forschungen zu Kaspar Hauser)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Ungarnreise
Garten, Süß'scher = Gärten bei Wöhrd 173 und 174
Gründlach
Linz
Peterheide
Pöchlarn
Regensburg
Schärding
Ungarn
Wien
Pseudonym
Postlagerung
Spazierengehen
Garten
Sommerhitze
Hitze
Bad
Sorge
Reise
Auftrag
Retoure
Generalin
Cholera 1831
Koffer
Sicherheit
Landkarte
Nibelungenlied
Nibelungenhelden
Sage
Gäste
Whist
Baden
Wechsel
Lödel und Merkel
Gerüchte
Quarantänestation
Polizei
Volksfest
Die Räuber
Zeitung
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik)
- Stadtarchiv Nürnberg (Tektonik)
- Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz (Tektonik)
- E 29 - Familienarchiv von Tucher (Tektonik)
- E 29/II - Familienarchiv Tucher / Gesamtgeschlecht und jüngere Linie / Akten und Rechnungen (Tektonik)
- Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen (Bestand)