Kloster und Meierei Falkenhagen (ehem. Regierungsakten) (Bestand)
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L 92 F 1 L 92 F, L 92 F 1
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.1. Land Lippe (bis 1947) >> 1.1.2. Verwaltung, Justiz >> 1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung >> 1.1.2.5.1. Wirtschaft und Finanzen >> Rentkammer
1591-1937
Kloster Falkenhagen, Allgemeines und Verschiedenes 1794-1926 (15); Meierei: Grundstücke, Wege 1880-1925 (12); Lasten, Abgaben, Rechnungswesen 1869-1926 (21); Meliorationen 1851-1854 (2); Pachtsachen 1870-1932 (12); Kirchen- und Schulsachen 1791-1891 (7); Bausachen 1896-1925 (9).
Form und Inhalt: Vorbemerkung
Im Jahre 1247 gründeten die Grafen von Schwalenberg in Falkenhagen ein Zisterzienserinnenkloster, das Ende des 14. Jh. in den schriftlichen Quellen nicht mehr zu fassen ist. Nach der Zerstörung des Klosters in der Eversteinschen Fehde 1407 flohen die Nonnen nach Brenkhausen; Versuche eines Neuanfangs scheiterten zunächst. 1432 gelang es Graf Bernhard (VII.) zur Lippe und seinem Bruder Simon, dem späteren Bischof von Paderborn, die Kreuzherren (Kreuzbrüder) zur Niederlassung in Falkenhagen zu bewegen. Diese konnten allerdings erst 1443, wohl wegen Widerstandes des Zisterzienserordens als Erstbesitzer, mit der Errichtung eines Konvents beginnen.
Nach Einführung der Reformation in Lippe begannen Spannungen und Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Paderborn um die Konfessionszugehörigkeit des Klosters, die schließlich 1596 mit dessen Aufhebung und Teilung zwischen Lippe und Paderborn endeten. Der paderbornische Anteil bezog sich im Wesentlichen auf den Wirtschaftshof des Klosters, auf Ländereien, Waldungen und das frühere Priorhaus. Er wurde 1604 den in Paderborn ansässigen Jesuiten zur Verwaltung übergeben, die ihn wie ein großes Landgut organisierten und bewirtschafteten.
Als der Papst 1773 die "Societas Jesu" in der ganzen Kirche verbot und auch die Jesuiten in Falkenhagen aufgefordert wurden, den Ort zu verlassen, nutzte die Grafschaft Lippe die Gelegenheit, um sich den paderbornischen Klosterteil anzueignen und die Teilung von 1596 rückgängig zu machen. Die dadurch entstandenen Rechtsstreitigkeiten vor dem Reichshofrat in Wien zogen sich bis 1794 hin und endeten mit einem Vergleich. Lippe blieb im Besitz des paderbornischen Anteils, musste aber finanzielle Kompensation leisten.
Gleich nach Inbesitznahme des landwirtschaftlichen Gutes machten die Lipper daraus die "landesherrliche Meierei Falkenhagen". Ab 1774 verpachtete die Rentkammer die Domäne - in der Regel auf 6 Jahre - an einen "Conductor". Der letzte Pächter ging 1930 Konkurs; danach erfolgte die Auflösung der Domäne, Abbruch und Verkauf der Gebäude sowie Versteigerung des Inventars.
Der vorliegende Bestand umfasst hauptsächlich die früheren Rentkammerakten ab 1773 (zusätzlich noch einige ältere Rechnungen) sowie die bis 1920 bei der Regierung geführten Falkenhagener Archivalien, die in diesem Jahr an die Direktion der Domänen und Forsten (ehemalige Rentkammer) und vor dort Oktober 1931 an das Lippische Landesarchiv abgegeben wurden. Akten der Meierei Falkenhagen wurden im August 1949 vom Regierungspräsidenten Detmold, Domänenabteilung dem Landesarchiv übergeben.
Bei der vorliegenden Datei handelt es sich um die konvertierte Version der Abschrift eines alten Behördenfindbuchs/Aktenverzeichnisses; die Vorlage konnte bisher nicht ermittelt werden.
Detmold, im April 2012
gez. Arno Schwinger
Literatur:
Westfälisches Klosterbuch. Münster 1992-2003. Teil 1, S. 299-309.
Willy Gerking (Hrsg.), 750 Jahre Kloster Falkenhagen. Leopoldshöhe 1997.
Willy Gerking, Die landesherrliche Meierei Falkenhagen, in: Lippische Mitteilungen, Bd. 73/2004, S. 187-206.
Form und Inhalt: Vorbemerkung
Im Jahre 1247 gründeten die Grafen von Schwalenberg in Falkenhagen ein Zisterzienserinnenkloster, das Ende des 14. Jh. in den schriftlichen Quellen nicht mehr zu fassen ist. Nach der Zerstörung des Klosters in der Eversteinschen Fehde 1407 flohen die Nonnen nach Brenkhausen; Versuche eines Neuanfangs scheiterten zunächst. 1432 gelang es Graf Bernhard (VII.) zur Lippe und seinem Bruder Simon, dem späteren Bischof von Paderborn, die Kreuzherren (Kreuzbrüder) zur Niederlassung in Falkenhagen zu bewegen. Diese konnten allerdings erst 1443, wohl wegen Widerstandes des Zisterzienserordens als Erstbesitzer, mit der Errichtung eines Konvents beginnen.
Nach Einführung der Reformation in Lippe begannen Spannungen und Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Paderborn um die Konfessionszugehörigkeit des Klosters, die schließlich 1596 mit dessen Aufhebung und Teilung zwischen Lippe und Paderborn endeten. Der paderbornische Anteil bezog sich im Wesentlichen auf den Wirtschaftshof des Klosters, auf Ländereien, Waldungen und das frühere Priorhaus. Er wurde 1604 den in Paderborn ansässigen Jesuiten zur Verwaltung übergeben, die ihn wie ein großes Landgut organisierten und bewirtschafteten.
Als der Papst 1773 die "Societas Jesu" in der ganzen Kirche verbot und auch die Jesuiten in Falkenhagen aufgefordert wurden, den Ort zu verlassen, nutzte die Grafschaft Lippe die Gelegenheit, um sich den paderbornischen Klosterteil anzueignen und die Teilung von 1596 rückgängig zu machen. Die dadurch entstandenen Rechtsstreitigkeiten vor dem Reichshofrat in Wien zogen sich bis 1794 hin und endeten mit einem Vergleich. Lippe blieb im Besitz des paderbornischen Anteils, musste aber finanzielle Kompensation leisten.
Gleich nach Inbesitznahme des landwirtschaftlichen Gutes machten die Lipper daraus die "landesherrliche Meierei Falkenhagen". Ab 1774 verpachtete die Rentkammer die Domäne - in der Regel auf 6 Jahre - an einen "Conductor". Der letzte Pächter ging 1930 Konkurs; danach erfolgte die Auflösung der Domäne, Abbruch und Verkauf der Gebäude sowie Versteigerung des Inventars.
Der vorliegende Bestand umfasst hauptsächlich die früheren Rentkammerakten ab 1773 (zusätzlich noch einige ältere Rechnungen) sowie die bis 1920 bei der Regierung geführten Falkenhagener Archivalien, die in diesem Jahr an die Direktion der Domänen und Forsten (ehemalige Rentkammer) und vor dort Oktober 1931 an das Lippische Landesarchiv abgegeben wurden. Akten der Meierei Falkenhagen wurden im August 1949 vom Regierungspräsidenten Detmold, Domänenabteilung dem Landesarchiv übergeben.
Bei der vorliegenden Datei handelt es sich um die konvertierte Version der Abschrift eines alten Behördenfindbuchs/Aktenverzeichnisses; die Vorlage konnte bisher nicht ermittelt werden.
Detmold, im April 2012
gez. Arno Schwinger
Literatur:
Westfälisches Klosterbuch. Münster 1992-2003. Teil 1, S. 299-309.
Willy Gerking (Hrsg.), 750 Jahre Kloster Falkenhagen. Leopoldshöhe 1997.
Willy Gerking, Die landesherrliche Meierei Falkenhagen, in: Lippische Mitteilungen, Bd. 73/2004, S. 187-206.
17 Kartons = 78 Archivbände 1791-1932. - Findbuch: L 92 F 1.
Bestand
German
Hinweise meist im Feld Bemerkung
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Ostwestfalen-Lippe
- Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)
- 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archival tectonics)
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