2.8.1. Amt Eschweiler
Vollständigen Titel anzeigen
Gliederung
AA 0042 Jülich, Gerichte (AA 0042)
Jülich, Gerichte (AA 0042) >> 2. Akten >> 2.8. Oberamt Jülich
Vorwort zum Altfindbuch 102.20.03 "Jülich, Gerichte XI, Oberamt Jülich, Eschweiler (Akten der Jülicher Bergvögte zu Eschweiler)": Der Name des Bestandes "Jülich, Gerichte-Eschweiler" bezeichnet nicht korrekt seinen Inhalt. Es handelt sich bei diesem Bestand um die Akten der Jülicher Bergvögte zu Eschweiler (Mitte 16. bis Anfang 19. Jh.). Diese führten die Aufsicht über die Berg- und Hüttenwerke, Stein-, Kalkgruben, Kalköfen u.ä. in den jülichschen Ämtern und Herrschaften. Sie saßen den verschiedenen Berggerichten (Eschweiler, Bardenberg, Kall, Gressenich) vor. Mit dem Amt des Bergvogts war regelmäßig das des Eschweiler Kohlbergdirektors verbunden. Einzelne Bergvögte verwalteten weitere Ämter nebenher. Der Bergvogt Daniels sen. war Schultheiß zu Linnich und Amtsverwalter im Amt Eschweiler, der Bergvogt Schlebusch war Vogt des Amts Wilhelmstein. Offenbar haben die Bergvögte auch Akten aus früherer Amtsführung in den Bestand eingebracht. Daher ergibt sich die Vielfalt und Verschiedenartigkeit seiner Akten. Die große Masse bilden allerdings die Akten, die der Amtsführung des Bergvogts bzw. des Eschweiler Kohlbergdirektors entwuchsen: Akten der Berggerichte und Akten aus der Verwaltung der diesen Berggerichten zugeordneten Bergwerke, Gruben usw. (Die komplementären Akten zu den letztgenannten befinden sich im Bestand Jülich-Berg II, Geh. Rat und Geh. Kanzlei, und vor allem in Jülich-Berg III, Hofkammer). Einen wesentlichen Teil bilden die Gerichts- und Amtsakten des Amtes Eschweiler. Dazu kommen noch in kleinerer Zahl Akten von Gerichten anderer jülichscher Ämter sowie Akten, die Berg-, Hüttenwerke, Gruben usw. in sonstigen jülichschen und nichtjülichschen Territorien betreffen. Der Bestand ist eine Ablieferung des Oberbergamtes Bonn von 1902. Ein Aktenplan soll vorhanden gewesen sein, konnte aber nicht ermittelt werden. Der Bestand war bei der Ablieferung in Pakete gepackt, deren Numerierung kein Ordnungsprinzip erkennen ließ. In den Paketen herrscht ebenso oft regelloses Durcheinander von Prozeß- und Sachakten wie eine sinnvolle Zusammenstellung von Sachakten nach Betreff oder von Prozeßakten nach Provenienz oder Betreff. Innerhalb der einzelnen Akten (Vorgänge) selbst ist zumeist die zeitliche und sachliche Ordnung gewahrt. Ein wirres Durcheinander bilden zum Teil Sammlungen von Aktenresten, die Prozesse verschiedenster Art, Verwaltungssachen und Personalia betreffen; andere Sammlungen solcher Art - zumeist Prozeßaktenreste - weisen eine gewisse sachliche oder zeitliche Ordnung auf. Ein geringer Teil der Akten ist mit Signaturen aus der Zeit der französischen Verwaltung versehen. Sie konnten nur wenig Anhaltspunkte für die Ordnung des Gesamtbestandes geben; diese wurde völlig neu erstellt. Die Verzeichnungsarbeiten wurden 1968 von den Staatsarchivreferendaren Dr.es Milz und Bogumil begonnen, 1969/70 von Ortmanns und Romeyk fortgesetzt und 1971 von Andernach, Nagel, Peters, Petry und Weber abgeschlossen. Verzeichnet wurde nach dem Baerschen Prinzip. Die Vielzahl der Bearbeiter ließ naturgemäß eine gleichmäßige Verzeichnung des Bestandes nicht zu; dies erwies sich vor allem als nachteilig für seine Ordnung. Diese ergab folgendes System: Als Hauptbestandteil bilden die Gerichtsakten den ersten Teil. Sie werden gegliedert nach den einzelnen Berggerichten. Für die Zuordnung von Prozeßparteien zu einem Berggericht ist ihre räumliche Zugehörigkeit zu dessen Bezirk maßgebend. Mehrere Fälle wurden z.B. nicht oder nur teilweise am zuständigen Gerichtsort verhandelt; der Bergvogt in Eschweiler zog die Akten an sich. Als Provenienz erscheint dann in den Akten "Jül. Bergvogt" (vereinzelt auch eine andere Punktion des Bergvogts wie Vogt Wilhelmstein oder Schultheiß zu Linnich). Zum ersten Teil gehören auch die Akten der Ämter, fast ausschließlich Gerichtssachen, die die Bergvögte als Amtsverwalter führten oder aus früheren Tätigkeiten mitbrachten. Den Berggerichtsbezirken folgt auch die Gliederung des zweiten Teils, der Sachakten, die der staatlichen Rechtsaufsicht, der technischen Überwachung und der fiskalischen Behandlung der Bergwerke entstammen. An die Bezirke Eschweiler, Bardenberg, Kall und Gressenich schließen sich die in ganz Jülich-Berg verstreuten Bergbaudistrikte an. Den dritten und kleinsten Teil des Bestandes bilden Personalakten von in der Bergbauverwaltung tätigen Beamten. Die hier fehlenden Nrr. 1-141 s. Findbuch B 10/1 (Jülicher Gerichte,-bes. Nrr. 36-70: XI. Gericht Eschweiler). Zu dem vorliegenden Repertorium s. auch: Rep. B 2,7: Jülich-Berg III (Hofkammer), S.48ff. Vgl. auch bes. Jülich-Berg III Nr. 2815: "Inhaltsverzeichnis über die beim königlichen Oberbergamt zu Bonn in Registratur I lagernden alten Akten (der Jülich-Bergischen Hofkammer mit Resten von Akten vornehmlich des Berggerichts Eschweiler, aber auch Akten der Berggerichte Bardenberg, Call und Gressenich) o.D. (um 1820)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:16 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.1. Landesarchive (Tektonik)
- 1.1.2. Jülich-Berg (Tektonik)
- 1.1.2.10. Gerichtsbehörden (Tektonik)
- 1.1.2.10.4. Jülich, Gerichte (Tektonik)
- Jülich, Gerichte AA 0042 (Bestand)
- 2. Akten (Gliederung)
- 2.8. Oberamt Jülich (Gliederung)
- 2.8.1. Amt Eschweiler (Gliederung)